präsentiert von
Menü
'Das war zu wenig'

Bayern treten auf der Stelle

Auf dem Papier war es ein Punktgewinn gegen den Tabellenführer, den Gesichtern der Bayern war aber abzulesen, wie dieses 1:1 (1:1) gegen Bayer 04 Leverkusen wirklich zu bewerten ist. „Das war zu wenig. Das waren heute zwei verlorene Punkte“, meinte Philipp Lahm. „Wir sind enttäuscht“, sagte Bastian Schweinsteiger, der die Stimmung in der Bayern-Kabine so beschrieb: „Da drin ist keine Trauerfeier, aber auch kein Jubel.“

Denn der von Uli Hoeneß erhoffte „Befreiungsschlag“ war dem Rekordmeister nicht gelungen. Stattdessen treten die Münchner im Titelkampf auf der Stelle. Sechs Punkte beträgt weiterhin der Rückstand auf Platz eins, mit einem Sieg gegen Leverkusen hätte er auf drei Punkte schrumpfen können. Immerhin wendeten die Bayern das Worst-Case-Szenario ab: Bei einer Niederlage wäre Leverkusen auf neun Zähler davongezogen.

Fünf Siege, sechs Remis, zwei Niederlagen, zuletzt drei Unentschieden in Folge, Platz sieben - so lautet die Zwischenbilanz des FC Bayern nach 13 Ligaspielen. „Mit Platz sieben ist keiner zufrieden, weder die Mannschaft noch der Trainer noch die Fans noch wir“, sagte Karl-Heinz Rummenigge, der zusammen mit seinen Vorstandskollegen Uli Hoeneß und Karl Hopfner nach dem Schlusspfiff in der Kabine war.

Gesagt habe er dort aber nichts, berichtete Rummenigge. „Was soll ich da große Reden schwingen?“ Mannschaft und Trainer wissen selbst, was die Stunde geschlagen hat. Ohne Selbstvertrauen habe sein Team gegen Leverkusen agiert, analysierte Louis van Gaal. „In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut gestanden und Glück gehabt.“ Dabei erwischte der FCB dank des frühen Führungstreffers von Mario Gomez (8. Minute) einen optimalen Start. Nur sechs Minuten später glich allerdings Stefan Kießling aus.

„Man hat gesehen, dass die Mannschaft sehr verunsichert war“, stellte Lahm fest. Auch Franz Beckenbauer sagte: „Das ist nicht der FC Bayern, so, wie er sich präsentiert hat: ängstlich, die Verantwortung von sich schiebend.“ In der zweiten Halbzeit spielten die Münchner zwar besser und hatten fünf Minuten vor dem Schlusspfiff die große Chance zum Siegtreffer - Adler parierte gegen Gomez -, insgesamt agierten die Bayern aber in der Offensive zu unpräzise.

„Unser Spiel krankt und hinkt einfach im letzten Drittel. Wir spielen schlecht zu Ende, wir bringen die Bälle von außen nicht gut rein“, analysierte Lahm, dem selbst die eine oder andere Flanke misslang. Der Nationalspieler führte dies auch auf das fehlende Selbstvertrauen zurück. „Man merkt eine Verunsicherung, die daher kommt, dass man noch nicht eine richtige Serie hatte. Siege geben den einzelnen Spielern und der Mannschaft Sicherheit.“

'Müssen sachlich und rational bleiben'

Und natürlich auch Trainer Van Gaal. „Es nützt jetzt nichts, irgendwelche emotionalen Dinge zu tun“, sagte Rummenigge zur Trainer-Diskussion in der Öffentlichkeit, „wir müssen die Dinge sachlich und rational sehen, und nicht irrational und emotional. Wir müssen versuchen, gemeinsam mit der Mannschaft und dem Trainer jetzt hoffentlich schnell die Kurve zu kriegen. Ich hoffe, dass uns das gelingt. Wenn nicht, werden wir weitersehen.“

Der Blick des FC Bayern richtet sich jetzt nach vorne. Schon am Mittwoch hat der Rekordmeister im Champions-League-Heimspiel gegen Maccabi Haifa die nächste Chance zum Befreiungsschlag. Es soll der ersehnte Anfang einer Siegesserie werden. Lahm gab als Ziel aus: „Wir müssen bis Weihnachten jedes Spiel gewinnen.“

Weitere Inhalte