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50 Jahre FC Bayern

Beckenbauer sagt leise 'Servus'

Spieler, Trainer, Funktionär - seit über 50 Jahren wirkt Franz Beckenbauer in den verschiedensten Positionen beim FC Bayern München. An diesem Freitagabend endet die „Kaiserzeit“ beim deutschen Rekordmeister. Nach 15 Jahren als Vereinspräsident wird sich die 64 Jahre alte Fußballlegende nicht mehr zur Wiederwahl stellen, Manager Uli Hoeneß soll ihm dann an die Spitze des größten deutschen Sportvereins folgen. fcbayern.de hat die einzigartige Karriere des „Kaisers“, der nun Ehrenpräsident des FC Bayern wird, nachgezeichnet.

Die entscheidende Weiche für seine Weltkarriere stellte weder Franz Beckenbauer selbst noch ein Trainer oder seine Eltern. Ein Spieler des TSV 1860 war dafür verantwortlich, und das ganz unfreiwillig. Eigentlich hatte der damals zwölfjährige Giesinger Bub nach fünf Jahren beim SC München 1906 zum TSV 1860 wechseln wollen. Aber bei einem Schülerturnier kam es zu einem folgereichen Zwischenfall. Im Finale rutschte seinem Gegenspieler von den „Blauen“ die Hand aus und Beckenbauer beschloss: „Zu diesem Rowdy-Verein gehe ich nicht. Ich gehe zum FC Bayern.“

Es ist die wohl berühmteste Watsch‘n im deutschen Fußball, und eine mit großer Wirkung. Der Sohn eines Postobersekretärs aus Obergiesing schloss sich den „Roten“ an - und half entscheidend mit, dass sich der FC Bayern zum erfolgreichsten Klub Deutschlands entwickelte. 1964 debütierte er in der ersten Mannschaft und schon ein Jahr später wurde er in die Nationalmannschaft berufen. Franz Beckenbauer begann nun, die Fußball-Welt zu erobern. Bei seinem ersten Einsatz, dem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden in Stockholm, wusste er zu überzeugen, die Mannschaft gewann 2:1, und der junge Beckenbauer wurde im Mittelfeld zu einer festen Größe für die Endrunde 1966, wo er mit gerade einmal 20 Jahren zu den besten deutschen Spielern gehörte.

Beim FC Bayern kam Beckenbauers große Zeit in den goldenen siebziger Jahren mit drei Meistertiteln und drei Siegen im Europacup der Landesmeister. Beckenbauer interpretierte bei seinem Verein die Rolle des Liberos neu, war nicht nur Chef der Defensive, sondern gleichzeitig Spielgestalter, der famose Dirigent eines großen Ensembles. Endlich durfte er auch in der Nationalmannschaft auf dem Posten des freien Mannes spielen. Er führte das Team 1972 zum EM-Titel und 1974 im eigenen Land endlich zum ersehnten WM-Triumph.

1977 wechselte er in die US-Profiliga zu Cosmos New York, spielte dort an der Seite von Pelé. Weil der DFB den USA-Legionär nicht mehr berufen wollte, endete seine Nationalmannschaftskarriere nach 103 Länderspielen. Er verhalf dem amerikanischen Fußball zu einem kurzen Aufschwung, aber sein sportliches Resümee war ernüchternd: „Fußballerisch kannst du es vergessen.“ Er wollte seine Karriere nicht in einem Fußball-Entwicklungsland ausklingen lassen und kehrte 1980 in die Bundesliga zum Hamburger SV zurück, ehe er nach vielen Verletzungen 1983 seine aktive Karriere beendete.

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