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'Das hat gut getan'

Ein Gomez-Tor mit Ansage

Nach seinem Torerfolg musste Mario Gomez noch kurz Bastian Schweinsteiger abschütteln, ehe ihn sein Weg an allen anderen Gratulanten vorbei direkt zur Bayern-Bank führte. Dort stand bereits Andreas Ottl am Spielfeldrand und wartete darauf, sich mit dem Nationalstürmer abzuklatschen. Erst danach ließ sich Gomez von den übrigen Mitspielern für den Führungstreffer gegen Bayer Leverkusen feiern.

„Der Andi hat vorher gesagt, dass ich treffen werde. Deswegen wollte ich mich bei ihm bedanken“, erklärte Gomez nach dem Spiel seinen Lauf über den halben Platz. „Ich freue mich natürlich wahnsinnig für ihn“, sagte „Hellseher“ Ottl. „Wir verstehen uns außerhalb des Platzes auch recht gut und unternehmen ab und zu auch etwas miteinander.“

Ottl und Gomez teilten in den letzten Wochen das Schicksal, meist nur als Einwechselspieler zum Einsatz gekommen zu sein. Zwar ist Gomez neben Philipp Lahm der einzige Spieler im Kader, der bei allen 20 Pflichtspielen dabei war, bei der Hälfte aber lediglich als Joker. Zwischen dem Spiel am 12. September bei Borussia Dortmund und der Partie am Sonntag gegen Leverkusen hatte er in der Bundesliga nur bei der Auswärtspartie Ende Oktober in seiner alten Heimat Stuttgart in der Startelf gestanden.

Gegen die Werkself konnte der Ex-VfBler das Vertrauen mit seinem vierten Saisontreffer zurückzahlen. „Der Ball lag plötzlich vor meinen Füßen. Dann habe ich gesehen, dass die lange Ecke sehr offen ist, und habe versucht den Ball da hinzubekommen“, beschrieb der 24-Jährige die Szene in der achten Minute, als Miroslav Klose mit beherztem Einsatz das Spielgerät zu seinem Sturmpartner brachte. Gomez handelte dann instinktiv wie es nur ein Topstürmer kann. Mit dem linken Außenrist traf er vorbei am heranstürzenden Rene Adler in die Maschen. „Dass er so schön reingeht, freut mich natürlich umso mehr.“

Es war Gomez‘ vierter Saisontreffer in der Bundesliga. „Es war mal wieder schön, nach einem Spiel angenehme persönliche Fragen zu beantworten und nicht immer nur: wieso, weshalb,warum. Das hat gut getan. Aber letztendlich hat es nicht zum Sieg gereicht, deswegen kann ich auch nicht zufrieden sein“, sagte er am Tag danach.

Seinen ersten Doppelpack im Bayern-Tor und damit den wahrscheinlichen Sieg verhinderte Adler fünf Minuten vor dem Ende. Mit einem Weltklasse-Reflex parierte der Nationaltorhüter Gomez Hackenschuss aus wenigen Metern. „Ich hätte gerne auch noch das zweite Tor gemacht, aber Rene ist nun mal ein sehr, sehr guter Torhüter“, sagte Gomez am Tag danach.

Trikottausch mit Adler

Nach dem Schlusspfiff sah man dann beide Spieler, wie sie ihre Trikots tauschten (Gomez: „Das hatten wir schon vor dem Spiel ausgemacht“) und diese Szene noch mal intensiv diskutierten. „Er hat diese Situation sehr gut erkannt, denn normalerweise geht ein Torhüter mit zum kurzen Pfosten, aber er ist stehengeblieben“, berichtete Gomez. „Mario sagte zu mir, dass ich ihn ruhig hätte reinlassen können“, berichtete Adler, „aber ein Gomez-Tor reicht“.

Gomez möchte aber schon bald seine Trefferquote weiter ausbauen. „Ich weiß, dass ich die letzten Wochen sehr gut trainiert habe und wusste, dass der Trainer das irgendwann honorieren würde. Das hat er gegen Leverkusen getan und wird er hoffentlich auch am Mittwoch gegen Haifa tun“, sagte der Stürmer. Es wäre sein erster Champions-League-Einsatz für den FC Bayern von Beginn an.

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