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Bündnis Münchner Courage

FCB macht sich stark für Zivilcourage

Als Reaktion auf den S-Bahn-Mord von München-Solln vor zwei Monaten hat der FC Bayern zusammen mit Politik, Polizei und Kirche die Initiative „Münchner Courage“ gegründet. Das Projekt will Bürger ermutigen, bei Gewalt nicht wegzusehen, sondern gemeinsam mit anderen Solidarität und Zivilcourage zu zeigen. „Als Dominik Brunner am 12. September dieses Jahres sterben musste, weil er Jugendliche schützte, waren wir fassungslos und erschüttert. Es war uns klar, dass den Worten, die wir damals öffentlich fanden, Taten folgen mussten. Dies ist nun geschehen“, sagte Uli Hoeneß am Sonntag vor dem Bundesliga-Spiel gegen Bayer Leverkusen.

Hoeneß, der auch Kuratoriumsvorsitzender der im November gegründeten Dominik-Brunner-Stiftung ist, liegt die in Anwesenheit von Brunners Vater vorgestellte Aktion „sehr am Herzen. Ein Verein wie der FC Bayern, der Woche für Woche tausende Menschen anzieht, ist prädestiniert für eine solche Aktion“, sagte er und freute sich, „dass wir von solch hochkarätigen Partner unterstützt werden. Nur gemeinsam können wir Auswüchse in der Gesellschaft eindämmen und bekämpfen.“

Wie die Bayern-Profis Mark van Bommel und Franck Ribéry ist Hoeneß im Rahmen der Aktion von diesem Montag an in München auf insgesamt 850 Plakatflächen, auf drei großen Bannern sowie auf Video-Boards in U- und S-Bahnhöfen unter dem Titel „Zusammenhalt macht stark“ zu sehen. Weitere Spieler und Plakate sollen folgen. Während des Leverkusen-Spiels wurde zudem auf den Stadionbanden um Aufmerksamkeit geworben. „Die Spieler waren damals auch schockiert und spontan bereit, an der Aktion mitzumachen“, sagte Hoeneß.

'Nicht weg-, sondern hinschauen'

Neben dem FC Bayern sind auch der Freistaat Bayern, die Stadt München, die Dominik-Brunner-Stiftung, die katholische und die evangelische Kirche sowie die Polizei München in der Initiative engagiert. „Die Stadt München ist eine der sichersten Städte Europas. Aber die Sicherheit ist nicht nur von Polizeiarbeit abhängig“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und forderte die Bürger auf, „nicht wegzuschauen, sondern hinzuschauen. Wir brauchen Bürgerinnen und Bürger mit Courage.“

Neben der Ermutigung zur Zivilcourage will sich das Bündnis vor allem für Gewalt-Prävention bei Kindern und Jugendlichen stark machen. „Wir haben mit starken Partnern eine Initiative ins Leben gerufen, die nachhaltig sein wird, die in der Bevölkerung Aufmerksamkeit erreichen wird. Wir bitten alle, uns dabei zu unterstützen“, mahnte Hoeneß, „Dinge wie damals am S-Bahnhof in Solln dürfen nie wieder passieren.“

Brunner wollte Kinder schützen

Der 50-Jährige Brunner hatte sich im September am Münchner S-Bahnhof Solln schützend vor vier Kinder gestellt, die von Jugendlichen bedroht worden waren. Die beiden 17 und 18 Jahre alten Haupttäter fügten ihrem Opfer bei dem Überfall binnen weniger Minuten mit Tritten und Schlägen zahlreiche, tödliche Verletzungen zu. Bundespräsident Horst Köhler ehrte Brunner posthum mit dem Bundesverdienstkreuz.

www.muenchner-courage.de

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