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'Wir waren nicht gut genug'

FCB nach Bordeaux-Schlappe selbstkritisch

Noch steht die Achtelfinal-Tür einen Spalt offen: Wenn der FC Bayern seine beiden verbleibenden Spiele gegen Maccabi Haifa und bei Juventus Turin gewinnt und gleichzeitig Turin am nächsten Spieltag in Bordeaux nicht gewinnt, zieht der deutsche Rekordmeister noch in die Runde der letzten 16 der Champions League ein. Ausgeschieden ist der FCB also noch nicht, aber allein hat er das Weiterkommen nicht mehr in der Hand.

„Wir sind noch nicht raus, wir haben noch eine kleine Chance. Aber wir sind abhängig von Bordeaux“, musste Trainer Louis van Gaal nach der enttäuschenden 0:2 (0:1)-Heimniederlage gegen Girondins Bordeaux am Mittwochabend feststellen. „Wenn man in der Champions League weiterkommen will, muss man vor allem die Heimspiele gewinnen. Wir haben jetzt zwei Heimspiele gehabt und beide nicht gewonnen“, sagte ein „bitter enttäuschter“ Jörg Butt.

Stimmte in der Allianz Arena vor einigen Wochen gegen Juventus zwar nicht das Ergebnis (0:0), aber zumindest die spielerische Vorstellung, gingen die 66.000 Zuschauer am Mittwoch gegen Bordeaux tief enttäuscht nach Hause. „Wir haben nicht unser bestes Spiel gespielt, aber in der Champions League müssen wir immer am besten sein. Das hat heute gefehlt“, bemängelte Van Gaal die Leistung seiner Mannschaft. Mario Gomez sagte: „Wir haben nicht so gespielt, wie wir es uns vorgenommen hatten.“

Und dennoch hatte der FCB einige gute Torchancen: Eine Flanke von Edson Braafheid landete auf der Querlatte, einen Freistoß von Bastian Schweinsteiger fischte Girondins-Keeper Cédric Carrasso aus dem Torwinkel, Luca Toni schoss freistehend über das Tor, Arjen Robbens Flachschuss strich nur ein paar Zentimeter am Pfosten vorbei, Gomez scheiterte aus nächster Nähe an Carrasso - und einmal hätte der Schiedsrichter auch auf Elfmeter entscheiden können, als Michael Ciani den Ball kurz vor der Torlinie mit der Hand abwehrte. „Mit etwas Glück gehen wir 1:0 in Führung. Dann läuft das Spiel anders“, sagte Gomez.

Das nötige Quäntchen Glück hatten an diesem Abend aber die Franzosen, die zwei Schüsse aufs Tor brachten und zweimal jubelten: Yoann Gourcuff köpfte nach einer Standardsituation das 0:1 (37. Minute), in der Schlussminute traf Maroune Chamakh nach einem Konter zum Endstand. „Vorne haben wir kein Tor geschossen, hinten zwei dumme Tore kassiert und beim Stand von 0:0 hätten wir einen Elfmeter bekommen müssen, den wir nicht bekommen haben“, fasste Butt das Spiel treffend zusammen.

Den nicht gegebenen Elfmeter wollen die Bayern aber nicht als Ausrede gelten lassen. „Man muss auch selbstkritisch sein: Wir haben nicht gut genug gespielt“, schlug Robben die gleichen Töne an wie Van Gaal, der sagte: „Wir waren nicht glücklich, aber auch nicht gut genug.“ Und deswegen droht dem FCB nun nach 2002 zum zweiten Mal das Vorrunden-Aus in der „Königsklasse“.

„Jetzt wird es sehr schwer. Aber solange das Weiterkommen noch möglich ist, ist es nie zu spät. Wir müssen jetzt den Kopf hochnehmen und weitermachen“, hat Gomez die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Robben betonte: „Wir müssen ruhig bleiben, das ist das Wichtigste im Moment. Natürlich ist das eine Enttäuschung, aber es sind noch viele Spiele zu spielen.“ Das nächste bereits am Samstag gegen Schalke. Robben sagte: „Da müssen wir wieder bereit sein.“

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