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'Auf sie werden wir bauen'

Gomez und Olic schießen sich ein

In den letzten Wochen sagte Louis van Gaal nach den Spielen fast immer das Gleiche. „Wir hatten Chancen, aber haben kein Tor erzielt.“ Oder: „Schade, dass wir dieses Tor nicht geschossen haben.“ Oder: „Es ist frustrierend, dass wir kein Tor gemacht haben.“ Oder: „Es hätten auch mehr Tore sein können.“ In Hannover setzte Van Gaal unter diese Aussagenreihe einen Schlusspunkt: „Wir haben jetzt wieder Stürmer, die Tore schießen.“

3:0 hatte der FC Bayern bei den Niedersachsen gewonnen, es war der höchste Ligasieg seit Mitte September und eine kleine Wiedergeburt des Bayern-Angriffs. „Ich freue mich, dass wir heute mit Gomez und Olic zwei Stürmer auf dem Platz hatten, die Selbstvertrauen getankt und hervorragend gespielt haben“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger, „auf sie werden wir in den nächsten Wochen bauen.“

Mario Gomez und Ivica Olic also. Zwei, die in den letzten Monaten oft zuschauen mussten (Olic verletzt, Gomez als Reservist), zwei, die jetzt gemeinsam für Tore sorgen. In Hannover bereitete Olic das 1:0 vor und erzielte das 2:0 selbst, Gomez traf zum 3:0-Endstand. „Sie haben immer viel gearbeitet und werden jetzt belohnt“, meinte Nerlinger.

Schon vier Tage vor dem Hannover-Spiel bildeten Olic und Gomez gegen Maccabi Haifa das deutsch-kroatische Sturmduo des FC Bayern. Olic erzielte dabei das 1:0-Siegtor, eingeleitet durch einen Gomez-Schuss, den der israelische Torwart nur abklatschen konnte. Es war Olic' erstes Spiel von Beginn an nach siebenwöchiger Verletzungspause (Muskelbündelriss) und sofort war er erfolgreich. Seitdem war der Linksfuß an drei von vier Bayern-Toren direkt beteiligt (2 Tore, 1 Vorlage).

'Ein Traum', aber kein Zufall

Für Olic ist dieses Comeback „ein Traum“, aber kein Zufall. Denn während seiner Verletzungspause habe er viel trainiert, erzählte der 30-Jährige. Und „weil ich wusste, dass ich alles gemacht habe“, konnte er auch gleich wieder selbstbewusst auftrumpfen. Ständig unterwegs, keinen Zweikampf scheuend, immer das Tor und die Mitspieler im Blick - Olic war sofort der Alte. „Der ist einfach so“, meinte Thomas Müller anerkennend, „er rennt von der ersten bis zur letzten Minute.“ Van Gaal fügte hinzu: „Und er strahlt immer, das ist auch wichtig.“

Die Anstrengungen nach seinem 81-minütigen Comeback gegen Haifa (Van Gaal: „Es ist unglaublich.“) steckte Olic mit Hilfe der medizinischen Abteilung weg. An Wade, Oberschenkel und Rücken habe er behandelt werde müssen, berichtete er. „Gut, dass das Spiel in Hannover erst am Sonntag war. Dadurch hatte ich einen Tag länger Zeit. Am Samstagabend habe ich mich besser gefühlt.“ Und am Sonntag? „Er lief, ackerte, arbeitete“ (Philipp Lahm) 85 Minuten.

Nerlinger lobt Gomez

Einen passenden Partner hat der wuselige Olic offenbar in Gomez gefunden, der als Stoßstürmer immer wieder mehrere Gegenspieler auf sich zieht. Oft in der Sturmmitte auf sich allein gestellt, wenn Olic auf den linken Flügel auswich, hatte es der DFB-Stürmer in Hannover schwer, zum Abschluss zu kommen. Erst in der 90. Minute konnte er zum ersten Mal aus gegnerische Tor schießen - und traf. Das 3:0 war wichtig, um in der Tabelle dank der um einen Treffer besseren Tordifferenz am Hamburger SV vorbeizuziehen.

Nerlinger freute, „nicht nur dass Mario getroffen hat.“ Der FCB-Sportdirektor lobte auch, „wie er sich bewegt, wie er sich einsetzt, wie er die Bälle hält, wie er kämpft, das ist für mich sehr beeindruckend. Das ist der Mario Gomez, den wir uns alle wünschen und wie auch er sich das vorstellt.“

Auf einer Wellenlänge

Nicht nur die Partie in Hannover zeigte, dass Gomez auf einem guten Weg ist, die Erwartungen, die sein Rekordwechsel nach München geweckt hat, zu erfüllen. Drei Mal in Folge stand er zuletzt in der Startelf, jedesmal war er an einem Tor beteiligt (2 Tore, 1 Vorlage). Er selbst war aber mit dem Hannover-Spiel nicht ganz zufrieden. „Sicher hätten wir noch besser kontern können“, sagte er.

Auch in dieser Selbstkritik lagen Gomez und Olic auf einer Wellenlänge. „Eigentlich müssen wir noch früher das zweite und dritte Tor machen“, sagte Olic. An der weiteren Optimierung der Leistung kann der neue FCB-Sturm ja in den nächsten Wochen arbeiten.