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Rummenigge im Interview

'Gut, dass 50+1 bleibt'

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern und Mitglied des Vorstandes der Deutschen Fußball Liga, war am Dienstag (10. November) bei der Vollversammlung des Ligaverbandes in Frankfurt. Dort standen wichtige Themen zur Entscheidung an. fcbayern.de befragte den Bayern-Boss zu den Ergebnissen der Sitzung.


fcbayern.de: Herr Rummenigge, wichtigster Punkt der DFL-Sitzung war vielleicht die Entscheidung über die sogenannte 50+1-Regel, also darüber, ob sich externe Investoren in Zukunft mehrheitlich an den Klubs der Bundesliga beteiligen dürfen. Was war das Ergebnis?
Rummenigge: „Die Bundesliga hat sich mit einer überwältigenden Mehrheit von fast 90% für die Beibehaltung der 50+1-Regel ausgesprochen. Ich halte dies für die richtige Entscheidung, denn ich bin überzeugt, dass wir bei diesem Thema in Deutschland eine andere Kultur haben, als z.B. in England. Unsere Mitglieder und Fans würden russische Oligarchen oder arabische Scheichs als Eigentümer des FC Bayern ablehnen.“

fcbayern.de: Wie haben Sie selbst abgestimmt?
Rummenigge: „Der FC Bayern hat sich klar und deutlich für die Beibehaltung der 50+1-Regel positioniert. Nur diese Haltung ist für uns logisch, zumal ja auch in den Statuten des FC Bayern München e.V. festgehalten ist, dass immer mehr als 50% der Anteile des FC Bayern beim FC Bayern München e.V. verbleiben müssen.“

fcbayern.de: Ist nach über zweieinhalb Jahren Diskussion nun das Thema 50+1 endgültig beendet?
Rummenigge: „Mit diesem Votum hat sich die Bundesliga klar für die Beibehaltung der 50+1-Regel ausgesprochen. Ich hoffe, dass Herr Kind von Hannover 96 jetzt nicht wie angekündigt den juristischen Weg einschlägt. Ich hoffe, er zeigt sich solidarisch mit der Bundesliga und akzeptiert diesen Mehrheitsbeschluss.“

fcbayern.de: Ein weiteres Thema war die Wiedereinführung des Supercups. Wie lautet hier das Ergebnis?
Rummenigge: „Die Vollversammlung hat entschieden, dass der Supercup schon ab dem Jahr 2010 wieder eingeführt wird. Wir hoffen natürlich, dass der FC Bayern dann beim Comeback des Supercups dabei sein wird.“

fcbayern.de: In welcher Form wird der Supercup ausgetragen?
Rummenigge: „Es wird ein Spiel sein: Deutscher Meister gegen Deutscher Pokalsieger. Sollte der Deutsche Meister auch gleichzeitig Gewinner des DFB-Pokals sein, so wird die zweite Mannschaft im Gegensatz zu früher der Deutsche Vizemeister sein. Früher rückte ja der unterlegene Finalist des DFB-Pokals nach. Aber wir halten die neue Regelung für gerechter. Allein der Austragungsort steht noch nicht fest, dieser wird von der DFL noch bestimmt.“

fcbayern.de: Weiter stand eine Entscheidung über die Einführung eines „Fair Play und cost control“ auf dem Programm?
Rummenigge: „Der FC Schalke 04 hat seinen Antrag zur Einführung eines 'Fair Play und cost control' gestern auf der Versammlung zurückgezogen. Ich empfinde diese Entscheidung als sehr klug, da die UEFA gerade an einem entsprechenden System arbeitet und wir der Entscheidung des Exekutiv-Komitees der UEFA hier nicht vorgreifen sollten. Wir sollten die Entscheidung der UEFA abwarten und danach prüfen, ob dieses auch auf die Bundesliga anwendbar ist. Ziel muss es ja sein, Wettbewerbsgleichheit für alle Mannschaften in der UEFA Champions League und der Euro League zu schaffen.“

fcbayern.de: Vielen Dank für dieses Gespräch.

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