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Samstag gegen Braunschweig

Scholl muss improvisieren

Zweimal hatte der FC Bayern II gewonnen, einmal remis gespielt, dann folgte zuletzt ein knappe Niederlage (1:2) in Burghausen - und plötzlich rutschten die „kleinen“ Bayern vom 16. auf den 20. Rang der Dritten Liga. Alle fünf übrigen Klubs im Tabellenkeller hatten gewonnen. „Es hat alles zusammengepasst“, meinte Trainer Mehmet Scholl. Doch dies war nicht der einzige Nackenschlag, den der FCB II vor dem Heimspiel am Samstag (14 Uhr, Grünwalder Stadion) gegen Eintracht Braunschweig zu verkraften hat.

In Burghausen verloren die Münchner nämlich auch Innenverteidiger Maximilian Haas, Mittelfeldstabilisator Danny Schwarz und Stürmer Deniz Yilmaz mit Platzverweisen. Das Trio fehlt nun gegen Braunschweig. „Es ist schwierig, eine komplette Achse zu ersetzen“, sagte Scholl, der weiß, dass besonders das Fehlen von Kapitän Schwarz „im Grunde gar nicht“ zu kompensieren ist.

Bewährungschance für Reservisten

Dennoch sieht der Bayern-Coach die Situation auch positiv. „Das ist eine Chance für die Spieler, die hintendran standen, sich zu beweisen“, betonte er. Tom Schütz für Haas, Saer Sené für Yilmaz und Mario Erb für Schwarz - so will Scholl die Lücken füllen. „Wir spielen dann im Mittelfeld mit einem Durchschnittsalter von knapp 19 Jahren“, bemerkte der Trainer, der aber zuversichtlich ist, dass seine improvisierte Elf „ganz gut passen könnte“.

Zudem hat Scholl durch die Ausfälle - auch Taygun Kuru fehlt mit einem Kreuzbandriss - die Möglichkeit, ein junges Talent reinschnuppern zu lassen. Christoph Knasmüllner, Mittelfeldregisseur der U19-Junioren, wird am Samstag erstmals im FCB II-Kader stehen. „Im Training hat er einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Er ist frech, lässt sich nichts gefallen, fordert die Bälle und schießt Tore“, stellte der Trainer dem 17-Jährigen sogar einen Kurzeinsatz in Aussicht.

Scholl zufrieden mit der Entwicklung

Scholl ist aber nicht nur mit Knasmüllner, sondern auch mit der ganzen Mannschaft zufrieden. „In den letzten Spielen haben wir den Kampf angenommen und waren fußballerisch dominant. Auch gegen Burghausen haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht. Selbst zu zehnt und teilweise zu neunt waren wir die bessere Mannschaft“, meinte der Coach, „wenn wir weiter auf diesem Weg bleiben, haben wir die Chance, auch gegen Teams aus dem oberen Drittel zu gewinnen.“

Und diese Chance werden die „kleinen“ Bayern im Endspurt bis zur Winterpause mehrfach bekommen. In den letzten fünf Spielen des Jahres treffen sie unter anderem auf den Ersten Offenbach, den Fünften Unterhaching und am Samstag auf den Dritten Braunschweig. Letzterer ist seit sieben Spielen ungeschlagen, auswärts haben die Niedersachsen in der laufenden Saison jedoch erst einmal gewonnen.

Höchste Wachsamkeit gefordert

„Braunschweig ist eine sehr erfahrene Mannschaft“, meinte Scholl und warnte vor allem vor Angreifer Kingsley Onuegbu. „Das ist ein ist extrem großer und körperlich starker Stürmer, auf den alles zugeschnitten ist. Er behauptet und hält die Bälle, so dass die Mannschaft nachrücken kann. Da gilt es, höchst wachsam zu sein“, sagte der FCB-Trainer, nahm aber selbstbewusst drei Punkte ins Visier: „Wir spielen zu Hause und wollen unser Spiel durchsetzen.“ Denn die Rote Laterne soll möglichst rasch wieder abgegeben werden.

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