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Hoeneß über...

...Präsidentschaft, Liga, Kroos & Toni

Uli Hoeneß' Terminkalender an diesem Wochenende war vollgepackt. Vor dem Heimspiel der Bayern gegen Hertha BSC löste er mit Würstchen-Grillen in der Allianz Arena Wettschulden ein, am Abend fand dann bis in die frühen Morgenstunden die Mannschafts-Weihnachtsfeier statt. Am Sonntag war er zunächst Teilnehmer an der DSF-Talkrunde „Doppelpass" und anschließend hielt er eine emotionale Rede bei einer Kundgebung der Dominik-Brunner-Stiftung am Odeonsplatz.

Nach dem tollen Endspurt des FC Bayern vor der Winterpause präsentierte sich Hoeneß beim DSF bestens gelaunt. Der FCB-Präsident gab Auskunft über die Planungen mit Luca Toni und warum er nicht auf die neusten Aussagen von Jürgen Klinsmann reagieren will.

Uli Hoeneß über…

…die Erfolgsserie vor der Winterpause: „Ich denke nicht, dass bei uns ein Schalter umgelegt worden ist. Ich denke eher, dass eine gewisse Kontinuität in die Mannschaftsaufstellung hineingekommen ist. Die Mannschaft hat mehr nach vorne gespielt, sie hat das System von Louis van Gaal mehr verinnerlicht. Und dann kamen erste kleine Erfolgserlebnisse, jetzt haben wir sechs Spiele hintereinander gewonnen. Selbstvertrauen ist das Wichtigste. Du brauchst Selbstvertrauen und dann geht’s plötzlich. Dann weißt du nicht mehr, warum derselbe Pass 14 Tage vorher nicht angekommen ist. Der Knackpunkt war das Spiel in Turin. Dieselbe Turiner Mannschaft hat drei Tage zuvor Inter Mailand 2:1 besiegt - und dann kommt der FC Bayern und spielt die an die Wand. Die hatten bis auf das Tor keine einzige Torchance, wir fünf, sechs, sieben, acht. Das war eine Demonstration. Jetzt müssen wir auch die Großen in der Bundesliga schlagen. Gegen die Kleineren haben wir jetzt deutliche Siege gemacht, jetzt wird es darauf ankommen, ob wir diese Leistungen auch gegen die Großen konservieren können.“

…sein neues Präsidentenamt: „Franz Beckenbauer hatte aufgrund seiner vielschichtigen Verpflichtungen ganz andere Möglichkeiten, das Amt auszuüben. Zwischendurch hat er auch die WM nach Deutschland geholt, er hatte und hat Aufgaben bei der FIFA, bei der UEFA, beim DFB. Das habe ich alles nicht. Ich werde auch nicht jeden Tag da sein, aber ich werde sicherlich öfters da sein, ein-, zweimal die Woche oder wenn ich gebraucht werde. Wenn unsere Sponsoring- Abteilung einen wichtigen Termin mit Herrn Obermann von der Deutschen Telekom hat oder mit Dr. Winterkorn von VW, ist es klar, dass ich dabei sein werde, um die guten Kontakte, die ich mir in 30 Jahren aufgebaut habe, weiter zu pflegen. À la longue müssen wir qualifizierte Leute finden, die dieses Erbe antreten. Mit 57 Jahren habe ich das deshalb so vorangetrieben, weil ich in vielen mittelständischen Unternehmen erkannt habe, dass die Nachfolgeregelung nicht funktioniert, weil der Alte nicht loslassen konnte und die Jungen zu faul zum Arbeiten waren. Deswegen habe ich gesagt: Jetzt habe ich vier, fünf Jahre Zeit, mit Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner, die ja auch irgendwann aufhören werden, den FC Bayern in die nächste Generation zu bringen.“

…seinen Nachfolger im FCB-Vorstand: „Wir werden ganz sicher bis 30. Juni diesen Mann präsentieren. Wir sind im Gespräch mit ein, zwei Leuten und denken auch über eine interne Lösung nach. Das ist aber noch nicht spruchreif. Grundsätzlich sieht es so aus: Mitte Januar wird die Hauptversammlung der AG zusammentreten, dann gibt es den neuen Aufsichtsrat. Danach werden diese Dinge konkret besprochen, weil ja der Aufsichtsrat Vorstandspositionen festlegen muss.“

…Christian Nerlinger: „Ich werde mich jetzt einige Wochen oder vielleicht auch ein paar Monate zurückhalten. Wie soll sich Christian Nerlinger entwickeln, wenn ich ihm ständig dazwischen quassle? Deswegen ist es, glaube ich, ganz klug, die nächsten Wochen und Monate mal Ruhe zu geben und das Ganze zu beobachten. Als erste Maßnahme werde ich nicht mit ins Trainingslager nach Dubai fahren, auch vor den Spielen werde ich nicht mehr mit ins Trainingslager fahren. Ich werde erst am Spieltag anreisen. Das ist ein totaler Einschnitt und der ist auch notwendig, um den ganzen Prozess voranzutreiben.“

…das jüngste Interview von Jürgen Klinsmann: „Ich verstehe den Jürgen da nicht. Er hat sich wieder einmal von seinen Leuten einen Journalisten aussuchen lassen, der Gefälligkeitsinterviews macht. Dieses Interview hatte überhaupt keine Selbstkritik zum Inhalt. Dieses Interview verstößt ganz klar gegen einige Klauseln der Abfindungsvereinbarung, die wir mit ihm gemacht haben. Da wurde Verschwiegenheit vereinbart. Trotzdem wollen wir darauf nicht reagieren. Ich würde dem Jürgen dringendst raten, das auch so zu sehen. Für uns ist das Kapitel abgeschlossen. Ende.“

…die Champions-League-Auslosung: „Vermeintlich sieht es so aus, als wäre es eine relative einfache Sache. Ich muss aber die Fakten sprechen lassen: Florenz hat zweimal Liverpool geschlagen, Florenz ist Gruppenerster geworden, sie haben 15 von 18 möglichen Punkten gemacht, mehr geht fast nicht - das ist eine starke Mannschaft. Deswegen müssen wir höllisch aufpassen.“

…Luca Toni: „Was mit Luca Toni passiert, weiß ich nicht. Wir haben nach wie vor kein konkretes Angebot, obwohl wir bereit sind, ihn ablösefrei auszuleihen oder abzugeben, weil wir unbedingt Ruhe haben wollen. Das Thema Luca Toni wird die Medien sicherlich immer wieder beschäftigen, solange er da ist. Das wird nicht unbedingt die Ruhe bringen, die wir brauchen. Jetzt warten wir mal ab. Am 1. Januar beginnt die Transferperiode.“

…Toni Kroos: „Wenn Sie mich heute fragen, würde ich sagen: Er muss zurückkommen. Aber was dann passiert, wird man sehen. Wir werden im März, April mit dem Spieler und Bayer Leverkusen zusammensitzen und dann werden wir das mit unserem Trainer besprechen.“

…Anatoliy Tymoshchuk: „Ich bin ziemlich sicher, dass Spieler aus der russischen Liga immer eine gewisse Eingewöhnungszeit brauchen. Ich bin da ziemlich ruhig, dass Tymo das schaffen wird. Er ist Kapitän der ukrainischen Nationalmannschaft, er war bei St. Petersburg, die uns 4:0 an die Wand gespielt haben, einer der wichtigsten Spieler - und dieser Spieler soll nicht gut genug für Bayern sein? Das glaube ich nicht.“

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