präsentiert von
Menü
Neuer Ball, erstes Tor

Badstubers unvergesslicher Tag

Holger Badstuber schaute ganz genau Richtung Gladbacher Tor, schaute auf den Ball, dann wieder Richtung Tor. Offenbar hatte er die Lücke erspäht und die notwendige Flugbahn des Balles dahin genau berechnet. Drei kurze Schritte Anlauf hatte er sich zurechtgelegt, mehr waren nicht nötig. Noch mal kurz konzentrieren, Schuss, Logan Bailly streckt sich vergeblich, Tor - und dann abdrehen zum Jubeln.

Sah alles ganz einfach aus, und wie es der U21-Nationalspieler nach dem Spiel beschrieb, war es für ihn wirklich so. „Eigentlich wollte ich erst auf den kurzen Pfosten schießen, aber der Torwart stand zu mittig. Und da habe ich mir gedacht: Probierst‘ es einfach mal auf die lange Ecke“, sagte Badstuber, der mit diesem gefühlvollen Schlenzer zum Matchwinner gegen Borussia Mönchengladbach wurde: „Wenn er tiefer gekommen wäre, wäre vielleicht ein Spieler rangekommen. Aber er ist ziemlich gut gekommen und hinten reingeflogen.“

Badstubers Zauber-Freistoß war sein erster Bundesligatreffer im 15. Spiel. „Das erste Bundesligator und dann auch gleich das Siegtor - das ist ein unvergesslicher Tag für mich“, sagte der 20-Jährige überglücklich. Ein Freistoß-Tor ist indes für ihn nichts Neues. In der letzten Saison hatte er in der 3. Liga bei der zweiten Mannschaft des FCB zwei Mal so getroffen.

Seit diesem Jahr nun gehört Badstuber fest zum Kader der Profis. Bei allen 15 Bundesliga und allen fünf Champions-League-Spielen stand der gebürtige Memminger in der Startelf und darf sich damit schon in seiner Premierensaison in Liga Eins zu Recht als Stammspieler bei Trainer Louis van Gaal sehen.

Und das zuletzt nicht mal auf seiner gewohnten Position. Badstuber ist gelernter Innenverteidiger, seit einigen Wochen schon spielt er aber hinten links in der Viererkette. „Klar, am Anfang war das ungewohnt für mich. Aber ich sammle von Spiel zu Spiel mehr Erfahrung und bekomme immer mehr Sicherheit“, sagte der 20-Jährige: „Es läuft immer besser.“

Sein Siegtor gegen Gladbach war jedenfalls kein Zufallsprodukt und lag bestimmt auch nicht an „Jabulani“. Der neue WM-Ball kam am Freitagabend weltweit erstmals bei einem Pflichtspiel zum Einsatz. „Ein neuer Ball und ich hab gleich ein Tor damit gemacht - der Ball ist gut“, sagte Badstuber lächelnd und betonte: „Aber auch ihn muss man genau treffen.“ So wie er eben bei diesem Freistoß in der 75. Minute gegen Gladbach.

Weitere Inhalte