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Verteidigen und kontern

Florenz spielt typisch italienisch

Jahrzehntelang gingen sich der AC Florenz und der FC Bayern im Europapokal aus dem Weg, jetzt treffen beide zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren aufeinander. In der letzten Saison (2008/09) kam es in der Champions-League-Gruppenphase zum ersten Duell. Der FCB gewann in München 3:0, im Stadio Artemio Franchi (47.500 Zuschauer) trennte man sich 1:1. Ein gutes Jahr später sehen sich beide Klubs im Achtelfinale der „Königsklasse“ wieder.

Protagonisten im Ex-Team von Luca Toni sind nach wie vor die beiden Angreifer Adrian Mutu und Alberto Gilardino. Beide liefen in dieser Saison aber nicht oft zusammen im Sturm auf. Trainer Cesare Prandelli vertraut meist auf ein 4-5-1-System, in dem Gilardino die einzige Spitze bildet. Hinter dem italienischen Nationalstürmer lauert eine offensive Dreierreihe, meist bestehend aus dem italienischen Natioalspieler Marco Marchionni, Mutu und dem Peruaner Juan Vargas.

In der Liga im Hintertreffen

Typisch italienisch verlässt sich die Fiorentina gerne auf ihre kompakte Defensive und ihre Konterstärke. Unter den für das Achtelfinale qualifizierten Klubs verzeichnete Florenz in der Gruppenphase den geringsten Ballbesitz (46 Prozent). Trotzdem hat das Prandelli-Team in sechs Spielen 14 Tore erzielt, nur Real Madrid war torgefährlicher (15 Treffer). Beide Gruppenspiele gegen den FC Liverpool gewann die Fiorentina (zuhause 2:0, auswärts 2:1) und wurde Sieger der Gruppe E vor Lyon, Liverpool und Debrecen.

„Das ist eine gut zusammengestellte Mannschaft, ein junges Team mit einer Top-Offensive. Ich warne davor, sie zu unterschätzen“, sagte Karl-Heinz Rummenigge über die Italiener, die allerdings in der heimischen Serie A noch nicht richtig in Fahrt gekommen sind. Nach 16 Spieltagen ist die Fiorentina auf einem enttäuschenden neunten Platz. Zwar ist die Defensive mit nur 15 Gegentoren eine der besten der Serie A, die Offensivleistung lässt aber zu wünschen übrig. Lediglich 18 Tore haben Gilardino, Mutu & Co. bislang erzielt, Tabellenführer Inter Mailand hat schon fast doppelt so oft getroffen (35 Mal).

Präsident zurückgetreten

Trainer Prandelli, der Florenz in den letzten vier Saisons immer unter die Top 5 der Liga führte (dreimal Vierter, einmal Fünfter), sitzt nach wie vor fest im Sattel. Ins Kreuzfeuer der Kritik geriet hingegen Präsident Andrea Della Valle, der Florenz sieben Jahre zuvor in der dritten Liga übernommen hatte. Vor allem der Verkauf von Felipe Melo zu Juventus Turin wurde dem Schuh-Fabrikanten angelastet. Im September reichte Della Valle daher seinen Rücktritt ein, seitdem führt Vizepräsident Mario Cognini kommissarisch den Verein.

In der Champions League hat sich die Fiorentina von den Problemen in der Heimat bislang nicht aufhalten lassen. Zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte erreichte sie die Runde der letzten 16 Teams. Größte Erfolge des Klubs sind der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger (1961), zwei Meisterschaften (1956, 1969) sowie sechs Pokalsiege (zuletzt 2001).

Van Gaal warnt

Auch gegen den FC Bayern wollen sich die Italiener wieder von ihrer besten Seite präsentieren. Die Bayern sind gewarnt. Louis van Gaal mahnte: „Die Ergebnisse aus der letzten Saison gegen Florenz zählen nicht mehr.“

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