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'Haben einige im Auge'

Nerlinger baut auf den eigenen Nachwuchs

„Toni Kroos wird nächstes Jahr zu uns zurückkehren und dann ein wertvoller Spieler für den FC Bayern sein“, kündigte Karl-Heinz Rummenigge vor wenigen Tagen auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern an. Der 19-Jährige, der noch bis Saisonende an Bayer Leverkusen ausgeliehen ist und dort für Furore sorgt, ist aktuell das beste Beispiel dafür, was Christian Nerlinger als „das Modell der Zukunft für den FC Bayern“ bezeichnete.

„Wieso sollen wir einem großen Talent wie Toni Kroos nicht die Chance geben, sich woanders zu einem Spieler weiterzuentwickeln, der dann, wenn er zurückkommt, dem FC Bayern sofort helfen kann?“, sagte der FCB-Sportdirektor am Montagabend in der Sendung „Blickpunkt Sport“ des Bayerischen Fernsehens. „Ich glaube, das ist eine sehr interessante Möglichkeit, junge Spieler heranzuziehen.“

Das Beispiel Philipp Lahm

Auch Philipp Lahm ist diesen Weg gegangen. Einst wurde er als Amateurspieler an den VfB Stuttgart ausgeliehen und kehrte schließlich als Nationalspieler zum FC Bayern zurück. „Ein Spieler, der die Perspektive auf einen Stammplatz verloren hat, lässt unweigerlich in der Trainingsleistung und in seiner Entwicklung nach“, erklärte Nerlinger den Sinn derartiger Leihgeschäfte.

Sich direkt beim FC Bayern einen Stammplatz zu erkämpfen, das gelingt nur den wenigsten Eigengewächsen. Bastian Schweinsteiger zum Beispiel oder in der aktuellen Saison Holger Badstuber und Thomas Müller, die auch vom Trainer profitieren. „Louis van Gaal setzt auf Talente“, betonte Nerlinger, „Badstuber und Müller haben unter Van Gaal eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht.“

Zwei-Säulen-Philosophie

Die Aus- und Weiterbildung eigener Talente liegen dem Sportdirektor des FC Bayern am Herzen, die Spieler der zweiten Mannschaft beobachtet er daher genau. „Wir haben einige im Auge, von denen wir glauben, dass sie das Niveau haben, bei Bayern München zu spielen“, erzählte Nerlinger. „In Bälde“ sollen sie in den Trainingsbetrieb der Profis integriert werden, um ihre Entwicklung genau verfolgen zu können.

Den eigenen Talenten eine Chance zu geben, ist aber nur ein Teil des „Zwei-Säulen-Systems“ Nerlingers. Darüber hinaus werde man weiter auch „gestandene, erfahrene Spieler holen, die auf diesem Niveau in Europa schon etwas vorzuweisen haben“, sagte er.

'Eine gesunde Mischung'

Damit liegt Nerlinger auf einer Linie mit Karl-Heinz Rummenigge, der Anfang des Jahres im Interview mit fcbayern.de gesagt hatte: „Auf der einen Seite haben wir beim FC Bayern Stars wie Franck Ribéry oder Luca Toni. Auf der anderen Seite Spieler, die bei uns erstklassig ausgebildet wurden, wie zum Beispiel Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger.“ Nerlinger meinte: „Mein Ziel ist eine gesunde Mischung.“

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