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'So spielt Bayern München'

Van Gaals Philosophie greift

Louis van Gaal und München - das passt! „Ich liebe diese Kultur“, sagte der Holländer nach einem knappen halben Jahr als Chefcoach des deutschen Rekordmeisters. Beim Weihnachtsbesuch des Fanklubs „De Eberfinger“ nahe des Starnberger Sees lobte Van Gaal am Sonntag die Freundlichkeit und Höflichkeit der Menschen in seiner neuen Heimat und die landestypische Kost. „Ich bin ein Fleischesser und ich habe noch nie so viel Fleisch gegessen. Sehr, sehr, sehr herrlich“, erzählte der bestens gelaunte 58-Jährige. Vor allen Dingen ist Van Gaal aber sportlich in München angekommen.

Fünf Pflichtspielsiege in Folge feierte seine Mannschaft zuletzt. In der Champions League schaffte sie mit dem „Wunder von Turin“ den schon verloren geglaubten Einzug ins Achtelfinale, in der Bundesliga reduzierte sie den Rückstand auf Tabellenführer Leverkusen innerhalb weniger Wochen von sechs auf zwei Punkte, selbst die Herbstmeisterschaft ist nun noch möglich.

„Ich habe immer den Willen und den Glauben gehabt, dass wir das schaffen können“, sagte Van Gaal nach dem 5:1-Erfolg gegen Bochum am vergangenen Samstag im ZDF-„Sportstudio“. In Bochum hatte seine Mannschaft nahtlos an die 4:1-Gala von Turin angeknüpft. Mit 75 Prozent Ballbesitz verzeichnete seine Elf dabei einen fast schon historischen Bestwert. „Das ist die Art und Weise, wie Bayern München spielt“, meinte der Trainer, „wenn wir mehr Ballbesitz haben, können wir normalerweise auch mehr Chancen kreieren.“

Auch in anderen Statistiken steht der FCB kurz vor Ende der Bundesliga-Hinrunde ganz oben. Im Passspiel ist der Rekordmeister sowohl in der Anzahl der gespielten Pässe (7.803) die Nummer eins als auch in der Präzision des Passspiels (83,3 Prozent). Keine Mannschaft hat zudem mehr Flanken geschlagen (462 inklusive Ecken) wie der FC Bayern, der zudem der formstärkste Klub der letzten fünf Spiele (11 Punkte) mit den meisten erzielten Toren (12) ist.

Dass Van Gaals Philosophie nicht von Anfang an greifen konnte, hat der Fußballlehrer in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder betont. „Wir sind in einem Prozess“, hatte er erklärt. „Ich bin ein Trainer mit einer Philosophie. Diese Philosophie muss ich ausarbeiten und das kostet Zeit.“ Jetzt ist offenbar die Zeit gekommen, die erwünschten Resultate einzufahren.

Akribisches Training

Van Gaals Arbeit fruchtet. „Er lebt Tag und Nacht für den Fußball und den Erfolg des FC Bayern“, lobte Christian Nerlinger die akribische Trainingsarbeit des Holländers, „es findet eine sehr große Vor- und Nachbereitung statt. Und das überzeugt mich. Da ist ein super taktisches Konzept dahinter, da wird richtig was erarbeitet.“ Bastian Schweinsteiger berichtete: „Das Training ist sehr anspruchsvoll. Der Trainer schaut ganz genau hin und unterbricht oft.“

„Wir hatten viele neue Spieler, einen neuen Trainer, ein neues System. Das war alles nicht so einfach“, blickte Mario Gomez auf die schwierigen ersten Monate zurück. Doch inzwischen ist Van Gaals Philosophie beim Team angekommen und auch die Mannschaft hat sich gefunden. Jeder rennt für jeden, zuletzt sah man sogar Stürmer Gomez an der eigenen Eckfahne grätschen. „Wir haben uns als Mannschaft zusammengerauft. Deswegen geht es jetzt auch in die richtige Richtung“, sagte Jörg Butt.

'Haben jetzt eine Einheit im Verein'

Auch das ist ein Grund, warum die Rädchen im System Van Gaal nun ineinandergreifen. „Trainer und Mannschaft sind zusammengewachsen. Wir haben jetzt eine Einheit im Verein“, stellte Uli Hoeneß nach dem Bochum-Spiel zufrieden fest. Und Van Gaal ist kurz vor Weihnachten schon in festlicher Stimmung. In Eberfing sagte er: „Das Leben ist wunderschön, wenn Bayern gewinnt.“

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