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VfL-Coach Herrlich

'Zum Dank wurde ich angeknabbert'

Knapp sechseinhalb Wochen ist es nun her, dass Heiko Herrlich den Cheftrainerposten beim VfL Bochum übernahm. Nach zwei Niederlagen zum Auftakt holte der ehemalige Nationalspieler mit seiner Mannschaft aus den letzten drei Spielen fünf Punkte und verließ damit mit dem Revierklub die Abstiegsplätze. Am Samstag nun empfängt Herrlich mit dem VfL den FC Bayern. fcbayern.de sprach mit dem 38-Jährigen, der die deutsche U17-Nationalmannschaft 2007 zum dritten Platz bei der WM führte, über das Duell gegen den Rekordmeister und seine ganz speziellen Erinnerungen an Bayern und Oliver Kahn.

Das Interview mit Heiko Herrlich:

fcbayern.de: Hallo Herr Herrlich, haben Sie am Dienstagabend Fußball geschaut?
Heiko Herrlich: „Natürlich.“

fcbayern.de: Selbst beim FC Bayern hatte man die Art und Weise des Sieges nicht unbedingt so erwartet. Hätten Sie den Bayern so ein Spiel zum jetzigen Zeitpunkt zugetraut?
Herrlich: „In der Mannschaft steckt viel individuelle Qualität. In dieser Partie haben die Spieler diese Qualität abgerufen.“

fcbayern.de: Was bedeutet dieses klare Ergebnis nun für das Spiel am Samstag?
Herrlich: „In erster Linie bedeutet das Ergebnis, dass die Bayern die nächste Runde in der Champions League erreicht haben. Und das ist gut für den deutschen Fußball.“

fcbayern.de: Ihr Münchner Kolleg Louis van Gaal hat jetzt gesagt: Bochum wird schwieriger als Juventus. Fühlen Sie Sich geschmeichelt?
Herrlich: „Er meint sicherlich die Ausgangslage aus psychologischer Sicht. Nach dem 4:1 in Turin rechnet fast jeder damit, dass die Bayern im Vorbeigehen beim VfL gewinnen. Siegt die Mannschaft, ist das normal. Geht die Partie anders aus, dann ist das eine Niederlage. Sie hat also mehr zu verlieren als zu gewinnen.“

fcbayern.de: Ihre Mannschaft holte zuletzt fünf Punkte aus drei Spielen. Darunter waren ein 1:0 in Hamburg und das Last-Minute-1:1 in Stuttgart. Sind Sie zufrieden mit der Entwicklung?
Herrlich: „Sie geht auf jeden Fall in die richtige Richtung. Die Mannschaft hat nun dreimal in Folge gepunktet und in den drei Begegnungen lediglich einen Treffer hinnehmen müssen. Das Selbstvertrauen wächst, und die Mechanismen auf dem Feld funktionieren immer besser. Nicht zu vergessen: Wir haben in Hamburg und in Stuttgart in der Schlussphase getroffen - das spricht für eine gute Kondition und eine tolle Moral der Truppe.“

fcbayern.de: Zuhause gab es allerdings erst einen Heimsieg: Am 3. Spieltag gegen Hertha BSC. Woran liegt das und was muss passieren, dass gegen den FCB Heimsieg Nummer 2 herausspringt?
Herrlich: „Jeder unserer Spieler muss in dieser Begegnung an seine Leistungsgrenzen gehen. Die Bayern sind auf allen Positionen besser besetzt als wir. Wir haben also nur dann eine Chance, wenn wir darüber hinaus als Mannschaft besser funktionieren als der Gegner und uns taktisch cleverer verhalten.“

fcbayern.de: Wie sieht eigentlich ihre persönliche Bilanz als Spieler gegen den FCB aus?
Herrlich: „Die Gesamtbilanz weiß ich natürlich nicht auswendig, aber ich kann mich an ein paar Highlights erinnern. In meiner ersten Saison in Mönchengladbach bin ich im Heimspiel gegen die Bayern eingewechselt worden und habe in der 88. Minute das 1:0 und zwei Minuten später das 2:0 erzielt. Und dann natürlich das legendäre Spiel in Dortmund, in dem ich zweimal Oliver Kahn überwinden konnte, damit seine Serie von rund 700 Minuten ohne Gegentor geknackt habe und als Dank dafür angeknabbert wurde.“

Das Interview führte: Dirk Hauser

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