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Christian Nerlinger über...

...Ribéry, Kroos, Transfers & Leverkusen

Am Sonntag erlebte Christian Nerlinger eine Premiere. Zum ersten Mal war der 36-Jährige zu Gast im DSF-„Doppelpass“. Zwei Tage nach dem 2:0-Erfolg gegen Hoffenheim zum Rückrundenauftakt konnte der Sportdirektor des FC Bayern entspannt Fragen beantworten. Über Franck Ribéry, die Nachfolge von Uli Hoeneß, Toni Kroos, Transferplanungen und Spitzenreiter Leverkusen. fcbayern.de fasst Nerlingers Aussagen zusammen.

Christian Nerlinger über…

… Franck Ribéry: „Franck hatte eine sehr schwierige Knieverletzung, die schon chronisch war. Dass diese jetzt überstanden ist, ist das alles Entscheidende. Wenn dann ein paar Tage verloren gegen, weil sein Nagelbett entzündet ist, sehe ich das sehr gelassen. Unter seinem Verletzungspech hat Franck selbst am meisten gelitten. Ein französischer Arzt wollte ihn schon operieren. Jeder weiß, dass eine Operation an der Patellasehne höchst brisant ist. Wir konnten ihn davon abbringen und Dr. Müller-Wohlfahrt mit seinem Team hat ihn wieder hergestellt. Unser Trainerteam baut ihn jetzt sehr behutsam auf. Wenn er das gepackt hat, werden wir eine sehr interessante Rückrunde sehen mit Rib und Rob. Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass wir Franck am Samstag auf dem Platz sehen werden.“

…Ribérys Zukunft: „Franck ist im Sommer einmal bei uns vorstellig geworden. Da hat er gesagt, dass er sich in München sehr wohl fühlt und dem Verein sehr dankbar sei. Aber es gebe eine Alternative, wo er sich vorstellen könnte hinzugehen. Wir haben das abgelehnt und damit war das Thema intern erledigt. Franck hat sich immer sauber verhalten, auf seinen Charakter lasse ich überhaupt nichts kommen. Wir werden ihn nicht unter Druck setzen. Anfang März werden wir uns in Ruhe mit ihm zusammensetzen. Dann werden wir unsere Vorstellungen preisgeben und er seine. Dann werden wir sehen, ob wir zusammenfinden. Für mich ist es ganz wichtig, dass es auf eine ganz saubere und respektvolle Art abläuft.“

…die Nachfolge von Uli Hoeneß: „Ein Wechsel von Uli Hoeneß zu mir ist natürlich nicht von heute auf morgen durchzuführen. Das ist eine Entwicklung. Ich will versuchen, den FC Bayern weiter an der Spitze zu halten. Man kann Uli Hoeneß nicht kopieren. Ich werde versuchen, meinen eigenen Weg zu gehen. Ich habe einen guten Umgang mit der Mannschaft, mit dem Trainer - das ist mir wichtig. Ich werde nicht auftreten wie der große Zampano. Ich habe mit Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner die besten Persönlichkeiten um mich herum. Bayern München war nie eine One-Man-Show. Die großen Personalien - Trainer- und Transferfragen - sind so essentiell wichtig für einen Verein, dass es immer eine Teamentscheidung ist. Das wird nach wie vor der Fall sein. “

…den Abgang von Luca Toni: „Es gab überhaupt kein Problem zwischen Louis van Gaal und Luca Toni. Im Sturm sind wir mit Mario Gomez, Miroslav Klose und Ivica Olic erstklassig aufgestellt, trotzdem hat Luca seine Chancen bekommen, hat sechs, sieben Mal hintereinander gespielt. Entstanden ist die Situation aus einer öffentlichen Kritik am Trainer, Luca Toni sich dann auch nicht entschuldigt, das kann sich ein Trainer nicht gefallen lassen. Deswegen war es, glaube ich, eine sehr gute Entscheidung, ihn jetzt abzugeben - für ihn und für den Verein. Wir dürfen nicht vergessen, dass Luca hier eine hervorragende Zeit gehabt. Gerade sein erstes Jahr war herausragend, er war eine Bereicherung für den FC Bayern. Jetzt wünschen wir ihm alles Gute in Rom und hoffen, dass er noch auf den WM-Zug aufspringen kann.“

…Miroslav Klose: „Miro drückt gewaltig in die Mannschaft. Schon im Trainingslager hat er einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. In der Vorrunde war er gebeutelt durch kleinere Verletzungen, die ihn zurückgeworfen haben. Miro muss konstant trainieren, dann kriegt er Vertrauen in seinen Körper und ist auch psychisch stark. Dann ist er ein absoluter Topstürmer. In der Phase, in der er nicht gespielt hat und die für ihn sehr schwer war, hat sich Miro außergewöhnlich verhalten. Er war ein absoluter Teamplayer.“

…den nach Leverkusen verliehenen Toni Kroos: „Toni hat in Leverkusen eine herausragende Entwicklung genommen. Wir müssen uns intern im Klaren werden, wie wir ihn einbauen in unsere Mannschaft. Es muss ein Konzept geben. Das wird in aller Ruhe mit allen Beteiligten - Trainer, Vorstand und am wichtigsten mit dem Spieler - definiert. Die Zeit für diese Gespräch ist noch nicht gekommen.“

…die Torwartposition: „Ich sehe überhaupt kein Torwartproblem beim FC Bayern. Wenn wir in die nächste Saison mit dem Torwart Jörg Butt gehen, habe ich überhaupt kein Problem damit. Im Gegenteil: Dann kann ich mich ganz gemütlich und gelassen auf die Bank setzen.“

…ein mögliches Interesse an Schalkes Manuel Neuer: „Ich habe mit Felix Magath telefoniert, da ging es um Alexander Baumjohann. Es war ein sehr schöner Plausch. Und dann sind wir kurz auf Manuel Neuer gekommen und er hat mir gesagt, der sei unverkäuflich - ohne dass ich nachgefragt hätte. Von daher ist das Thema vom Tisch.“

… ein mögliches Interesse an Stuttgarts Sami Khedira: „Das ist eine rein öffentliche Spekulation. Es hat keinen Kontakt zum Spieler, zum Berater, zum VfB Stuttgart gegeben. Grundsätzlich können und wollen wir nicht zu jeder Spekulation, die medial gemacht wird, Stellung beziehen. Unsere Mannschaft entwickelt sich sehr gut und es ist sehr schwierig, bessere Spieler zu finden als die, die wir schon haben.“

…die Nachwuchsspieler Diego Contento, Mehmet Ekici und David Alaba: „Das sind drei Spieler, die auf jeden Fall Bundesliga spielen werden. Der FC Bayern ist natürlich eine andere Dimension. Aber alle drei haben die Qualität, auch bei uns Fuß zu fassen. Es ist eine Frage des Kopfes, wie leidenschaftlich und verbissen sie um ihre Chance kämpfen.“

…Tabellenführer Leverkusen: „Im Großen und Ganzen sehe ich Leverkusen als Konkurrent Nummer eins. Sie haben eine beeindruckende Vorrunde gespielt, wirken sehr stabil und sie haben einen absoluten Qualitätsgewinn mit den drei Spielern, die jetzt zurückkehren. Das birgt aber auch Gefahren, wenn die ersten Rückschläge kommen, wenn es zu Veränderungen in der Mannschaft kommt. Es wird auch sehr interessant, wie sie reagieren, je näher das Ziel kommt.“

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