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'Bin noch jung'

Butt möchte Bayerns Nummer 1 bleiben

„In der Ruhe liegt die Kraft“, sagte einst der chinesische Philosoph Konfuzius. Jörg Butt hat sich diese Weisheit zum Lebensmotto gemacht. Hektik ist für den 35-jährigen Schlussmann des FC Bayern ein Fremdwort. Das gilt sowohl für seine fußballerischen Darbietungen auf dem Platz, als auch im Umgang mit der Presse. Es gibt wohl keine Frage, die das „Nordlicht“ - Butt ist gebürtiger Oldenburger - einmal aus der Ruhe bringen könnte.

Auch nicht die, ob der FC Bayern zur neuen Saison eine neue Nummer Eins benötige. Die wurde ihm am Donnerstag gestellt. „Nein“, sagte Butt ganz cool und selbstbewusst. Jedes weitere Wort wäre aus seiner Sicht wohl auch gar nicht nötig gewesen

Seit Sommer 2008 steht der dreimalige Nationaltorhüter beim Rekordmeister unter Vertrag. Zwei Mal hat er seitdem den designierten Kahn-Nachfolger Michael Rensing als Nummer „1“ abgelöst. In dieser Saison hütet er seit dem 4. Spieltag ununterbrochen das Bayern-Tor und ist mit all seiner Routine von mittlerweile 347 Bundesligaspielen der ruhende Pol in der Münchner Defensive. Darüberhinaus machte ihn Trainer Louis van Gaal zum ersten Elfmeterschützen.

„Der Butti spielt dieses Jahr super gut“, lobte ihn Mario Gomez. „Er hat uns schon viele wichtige Situationen gerettet, und dadurch auch Punkte“, sagte der Torjäger und verwies auf das letzte Spiel gegen Hoffenheim. Da hatte Butt beim Stand von 1:0 einen tückischen Freistoß von Maicosuel im letzten Moment zur Ecke pariert. „Solche Situationen gab es schon viele in dieser Saison“, betonte Gomez.

Vertrag läuft aus

„Ich fühle mich gut in Form“, sagte Butt, der bei den Kollegen nicht nur wegen seiner Torhüter-Qualitäten geschätzt wird. „Er ist nicht nur ein super Torwart, sondern auch ein super Mensch und immens wichtig für die Mannschaft“, berichtete Gomez. Butt ist mit seiner ruhigen Art zum Führungsspieler beim FC Bayern geworden.

Sein Vertrag läuft nach dieser Saison aus. Wie es danach weitergeht, damit will sich der WM-Teilnehmer von 2002 noch nicht beschäftigen. „Ich habe große Ziele in dieser Saison und möchte den einen oder anderen Titel nach München holen. Darauf konzentriere ich mich.“ Sicherlich sei der FCB sein erster Ansprechpartner. „Und der Verein hat öffentlich geäußert, dass er sich vorstellen kann, mich als Nummer eins zu behalten.“

Kein Gedanke ans Aufhören

Sportdirektor Christian Nerlinger hatte dies am letzten Sonntag im DSF-Doppelpass mitgeteilt. „Wenn wir in die nächste Saison mit dem Torwart Jörg Butt gehen, habe ich überhaupt kein Problem damit. Im Gegenteil: Dann kann ich mich ganz gemütlich und gelassen auf die Bank setzen“, so Nerlinger, der Butt zu einen „der besten Keeper in Deutschland" zählt.

Ende Mai wird er 36 Jahre alt. Ans Aufhören denkt Butt aber noch lange nicht. „Ich bin seit 15 Jahren Profi und habe in dieser Zeit zwei oder drei Spiele verletzungsbedingt verpasst. Ich fühle mich topfit, da ist es nicht interessant, was in meinem Pass steht“, sagte der Familienvater. Ein Dino Zoff sei mit 40 noch Weltmeister geworden, nannte Butt als Beispiel: „Da bin ich ja noch relativ jung.“ Als Oliver Kahn seine großartige Karriere beendete, war er fast 39 Jahre alt.

„Als Torwart braucht man eine gewisse Erfahrung, um ans Limit zu kommen. Mit 21 kann man das noch nicht erreichen“, sagte der Bayern-Keeper, der immer noch „unheimlich viel Spaß“ an seinem Job hat: „Es ist etwas Besonderes für mich, für den FC Bayern spielen zu dürfen.“

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