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Nerlingers Ausblick

'Dieses Jahr ist einiges zu holen'

Endlich ausschlafen! Am vierten Tag des Trainingslagers in Dubai gönnte Chefcoach Louis van Gaal seiner Mannschaft einen freien Vormittag. Dennoch kroch ein kleiner Teil der Bayern-Reisetruppe am Donnerstag früh aus den Federn. Sportdirektor Christian Nerlinger, Torwart Jörg Butt, die Physiotherapeuten Gerry Hoffmann und Stephan Weickert sowie Sportpsychologe Philipp Laux trafen sich schon vor neun Uhr morgens vor dem Mannschaftshotel. Sie hatten ein Ziel: das höchste Gebäude der Welt.

„Es ist ein sehr eindrucksvolles Gebäude, auch ästhetisch sehr gelungen“, sagt Nerlinger, als er am Fuß des in der Morgensonne glitzernden Burj Dubai steht, der bei seiner Eröffnung vergangenen Montag in Burj Khalifa umgetauft wurde. 828 Meter hoch ist der Super-Wolkenkratzer, der unter anderem ein Hotel, Luxuswohnungen und Büros beheimatet - und natürlich eine Aussichtsplattform. Diese, im 124. Stock, ist das Ziel der Bayern-Gruppe.

„Die Spieler haben mir schon gesagt, dass sie froh sind, dass unser Trainer nicht Felix Magath heißt“, schmunzelt Nerlinger. Der ehemalige Bayern-Coach ist dafür bekannt, seine Spieler gerne Treppen hochzujagen. „Das wäre eine wunderbare Herausforderung für ihn“, sagt Nerlinger. Ohne Magath nehmen die Bayern lieber den Aufzug. 60 Sekunden dauert die Fahrt bis nach oben.

Fast 450 Meter über dem Boden bietet sich den Münchnern ein atemberaubender Blick. In der Ferne schimmern das segelförmige Luxushotel Burj al Arab und die künstliche Inselgruppe „The World“ durch den Morgendunst, die Skyline von Dubai ist zum Greifen nah und direkt unter den Bayern breitet sich die Anlage des Mannschaftshotels wie ein Miniaturmodell aus.

Entkrampfte Bayern

Der Blick schweift in die Ferne, auch in sportlicher Hinsicht. „Man spürt, dass dieses Jahr einiges zu holen ist“, berichtet Nerlinger von seinen Eindrücken im Trainingslager. „Es macht Spaß, der Truppe zuzuschauen. Beim Training wird sehr konzentriert gearbeitet, außerhalb vom Training wird viel gelacht“, erzählt der Sportdirektor.

Die Siegesserie vor der Winterpause habe allen Beteiligten gut getan, meint der 36-Jährige: „Man sieht, dass Früchte geerntet werden, dass eine Entwicklung da ist, dass sich die Mannschaft in einem sehr positiven Licht darstellt. Das entkrampft und nimmt den Druck von allen Beteiligten.“ Und die Sicht auf die Pokale, die es am Saisonende zu gewinnen gibt, wird klar. „Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass die Substanz für große Erfolge da ist“, so Nerlinger.

12. Deutscher? 'Haben Lösung parat'

Zudem hat der FC Bayern mit Franck Ribéry ein zusätzliches Ass im Ärmel. Der Franzose, der den Großteil der Vorrunde verletzungsbedingt verpasste, konnte zwar in Dubai wegen einer Zehenentzündung (fcbayern.de berichtete) noch nicht mit der Mannschaft trainieren, doch Nerlinger bleibt „sehr gelassen. Ich bin froh, dass wir seine Knieverletzung in den Griff bekommen haben. Es war eine hartnäckige, unangenehme Verletzung, deren Verlauf schwer prognostizierbar war. Aber jetzt sind es Kleinigkeiten“, sagte der Sportdirektor. In „ein, zwei Tagen“ werde Ribéry wieder ins Training zurückkehren.

Auch dass nach den Abgängen von Alexander Baumjohann und Andreas Ottl nur noch elf deutsche Spieler im Kader stehen statt der laut DFL-Satzung erforderlichen zwölf, beunruhigt Nerlinger nicht. „Uns war die Problematik natürlich bewusst. Wir haben auch eine Lösung parat. Wie die genau aussehen wird, wird man in den nächsten Tagen sehen.“ Auf der 124. Etage des Burj Khalifa hat der FCB-Sportdirektor die nahe und die ferne Zukunft des FC Bayern klar vor Augen.

Für fcbayern.de in Dubai: Nikolaus Heindl

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