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Platz 1 & Hinspiel

FCB gegen Mainz doppelt motiviert

Verletzt ist vor dem Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 im Lager des FC Bayern nur einer: der Trainer. Ring- und Mittelfinger seiner linken Hand sowie sein rechter Oberschenkel sind noch lädiert vom letzten Spiel in Bremen, wo er auf der Flucht vor dem heranstürmenden Arjen Robben zu Boden gegangen war. „Er ist zu schnell für mich, meine Muskeln waren außerdem kalt und vielleicht bin ich auch ein alter Mann geworden“, kann Louis van Gaal über seinen Ausrutscher schmunzeln. Am Samstag gegen Mainz (ab 15.15 Uhr im Liveticker und im FCB.tv-Webradio) werde er jetzt „nicht so explosiv“ an der Außenlinie sein können. Innerlich hingegen wird der FCB-Chefcoach wieder heiß laufen.

Denn gegen Mainz ist noch eine Rechnung offen. In der Hinrunde hatten die Bayern beim „Karnevalsverein“ nichts zu lachen und verloren mit 1:2. „Es war das erste Spiel, das ich mit Bayern München verloren habe. Ich war sehr enttäuscht“, erinnert sich Van Gaal noch lebhaft an jenen Augustnachmittag, „das war das einzige Spiel, in dem meine Spieler nicht 100 Prozent gezeigt haben. Damals habe ich zwei Spieler nach 30 Minuten ausgewechselt. Das sagt genug.“

Auch Mark van Bommel hat keine guten Erinnerungen an das Hinspiel. Zwar stand der FCB-Kapitän damals wegen einer Verletzung nicht selbst auf dem Platz, die Eindrücke vom Fernseher hat er aber nicht vergessen. „Die erste Halbzeit war vielleicht die schlechteste dieser Saison. Da lief gar nichts“, sagte er jetzt vor dem Wiedersehen mit den Mainzern.

Von einer Revanche wollen die Bayern aber nicht sprechen. „Es gibt keinen Zusammenhang mit dem Spiel von damals. Wir sind jetzt in einer anderen Verfassung. Die Spieler haben sich alle gesteigert“, meinte Van Gaal, der seiner Mannschaft zur Vorbereitung kein Video vom Hinspiel zeigt. „Wir wollen gewinnen, aber nicht, um Rache zu nehmen, sondern weil es ein wichtiges Spiel für uns ist“, betonte Mario Gomez.

Wieder Tabellenführer?

Mit einem Sieg kann der Rekordmeister wieder vorlegen und zumindest für eine Nacht die Tabellenführung übernehmen. Darum geht es gegen Mainz. „Wir sind im Moment gut drauf und wollen das auch am Samstag zeigen“, meinte Gomez mit Blick auf die prächtige Form des FCB. Acht Pflichtspielsiege in Folge, davon sechs in der Bundesliga, insgesamt zwölf Ligaspiele in Serie ohne Niederlage - so lautet die eindrucksvolle Bayern-Bilanz vor dem Wiedersehen mit Mainz.

Doch auch wenn die Mainzer als eine der schwächsten Auswärtsmannschaften der Liga nach München kommen, erwarten die Bayern kein leichtes Spiel. „Das ist eine Mannschaft, die nach wie vor total unterschätzt wird“, warnte Gomez vor dem Aufsteiger, der im sicheren Mittelfeld der Tabelle rangiert. Mainz werde sein typisches Spiel zeigen. „Kratzen, beißen, kämpfen - hier werden sie es noch mehr machen als sonst. Deswegen müssen wir sehr konzentriert sein und mindestens die gleiche Laufbereitschaft und die gleiche Aggressivität zeigen.“

Mainzer Mannschaftsbus-Taktik

Die Ankündigung von 05-Trainer Thomas Tuchel bestätigt die Erwartungen des FCB. „Wir wollen uns mit allen Körnern, die wir haben, und jeder Faser unseres Körpers den Bayern erwehren“, sagte er vor dem Spiel. Dieser Kampfgeist gepaart mit einer Portion Lockerheit macht die Gäste besonders gefährlich. „Wir würden gern im 5-5-2-System spielen, dann wären wir kompakt und könnten noch kontern“, meinte Tuchel, „und den Mannschaftsbus parken wir im Sechzehner, direkt vor dem Tor.“

Von solchen lockeren Sprüchen lassen sich die Bayern, bei denen Franck Ribéry wohl zunächst als Joker auf der Bank sitzen wird, aber nicht irritieren. „Mainz ist stärker, als viele Menschen denken“, betonte Van Gaal, „diese Mannschaft hat Mut und Laufbereitschaft. Und sie spielen als eine Mannschaft.“ Die Bayern erwarten daher wie im Hinspiel einen unangenehmen Gegner. Doch Gomez versicherte: „Wenn wir 100 Prozent geben, werden wir gewinnen.“

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