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Unaufhaltsamer FCB

Meisterliche Vorstellung gegen Mainz

Nur einen Bayer überkam am Samstag in der Allianz Arena ein ungutes Gefühl: Louis van Gaal. Als Arjen Robben nach seinem finalen 3:0 auf ihn zustürmte, hielt der FCB-Trainer schützend die Hände vor seinen Körper und wich ein paar Schritte zurück. Eine Woche zuvor in Bremen war er auf der Flucht vor dem jubelnden Robben gestürzt und hatte sich einen Muskelbündelriss im rechten Oberschenkel zugezogen. „Ich muss sehr ruhig machen, auch bei einem Tor. Da kommt der Robben wieder zu mir und ich hatte ein bisschen Angst“, berichtete Van Gaal. Robben war nachsichtig, bremste ab und hüpfte seinem Trainer nur sanft in die Arme. Van Gaal blieb ohne weitere Verletzung.

So viel zum Thema Angst. Ansonsten war die Partie gegen Mainz eine klare Angelegenheit. 31:6 Torschüsse, 26:2 Flanken, 9:1 Ecken, 64:36 Prozent Ballkontakte - der FC Bayern war drückend überlegen. „Es war heute nie eine Frage, wer das Spiel gewinnt“, sagte Jörg Butt nach dem Schlusspfiff. Auch Mario Gomez hatte „zu keiner Zeit des Spiels das Gefühl, dass wir nicht gewinnen.“

Die einzige Frage in der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena war, wann das erste Tor fällt. Allein in der ersten Halbzeit notierten die Statistiker 21 Torschüsse des FCB, aber zur Pause hieß es noch 0:0. Entweder stand der Pfosten im Weg (30. Minute) oder der Mainzer Torwart Heinz Müller, der in der 32. Minute auch einen Foulelfmeter von Butt parierte.

Nicht aufzuhalten

Ein verschossener Strafstoß und viele vergebene Chancen - das kann auch dazu führen, dass eine Mannschaft ein Spiel aus der Hand gibt. Doch in seiner aktuellen Form ist der FC Bayern nicht aufzuhalten. „Vor ein paar Monaten noch hätten wir uns schwerer getan. Da hätten wir knapp gewonnen oder unentschieden gespielt“, meinte Gomez. Inzwischen findet die Dominanz des Rekordmeisters auch in den Resultaten Niederschlag. Gegen Mainz sorgten Daniel van Buyten (58.), Gomez (75.) und Robben (86.) für einen hochverdienten Sieg.

„Es war klar, dass es ein Geduldsspiel wird. Aber wenn wir mal das erste Tor schießen, machen wir auch noch das zweite und das dritte“, sagte Gomez und lobte die Balance zwischen Offensive und Defensive: „Nach hinten haben wir überhaupt nichts zugelassen. Das zeigt, dass wir trotz aller Dominanz in der Offensive auch eine sehr gute Ordnung haben, dass jeder mit in der Defensive arbeitet.“ Van Gaal sprach nach dem Schlusspfiff von „unserem besten Heimspiel“ in dieser Saison.

'Deutscher Meister steht schon fest'

Selbst der Gegner musste „neidlos anerkennen, dass wir gegen eine Klasse-Mannschaft verdient verloren haben. Wir waren chancenlos“, wie 05-Trainer Thomas Tuchel feststellte. Für Mainz‘ Manager Christian Heidel spielt der FCB derzeit „in einer anderen Liga. Ich glaube auch nicht, dass die Bayern noch mal ein Spiel verlieren werden. Die Leverkusener sollen mir bitte nicht böse sein, aber wenn die Bayern so weiterspielen, dann steht für mich der deutsche Meister schon fest.“

In München reagiert man zurückhaltend auf derartige Prognosen. „Wir müssen auf uns aufpassen“, sagte Daniel van Buyten, „wenn wir denken, es wird ein leichtes Spiel, dann kann es gefährlich werden.“ Van Gaal warnte: „Ich denke, dass wir selbst für uns die größte Gefahr sind und nicht der Gegner.“ Spiel für Spiel eine Topleistung abzurufen, sei eine schwierige Aufgabe, meinte der Chefcoach. „Aber dafür sind ich und mein sehr guter technischen Stab ja da, wir müssen das schaffen.“

Trumpfkarte Ribéry

Und auch die Integration von Franck Ribéry ist während des Spielbetriebs „nicht einfach“, wie Van Gaal betonte. Schon ohne den französischen Flügelflitzer laufe es sehr gut, stellte der Trainer fest. „Aber ich bin der Meinung, dass Franck Ribéry Extra-Qualität hat.“ Ribéry spielte nach seinem 22-Minuten-Einsatz in Bremen vor einer Woche diesmal 31 Minuten. „Die vielen Ballkontakte haben mir gut getan“, sagte er danach und versprach: „Ich werde mein Maximum geben, um so schnell wie möglich mein bestes Niveau zu erreichen.“

Auf dem Weg zur Meisterschaft ist Ribéry ein weiterer Trumpf im Blatt von Van Gaal. „Wir spielen noch in Leverkusen, insofern haben wir es selbst in der Hand“, meinte Butt zu den Aussichten des FCB, den Spitzenreiter irgendwann zu überholen. Man müsse nur den derzeitigen Lauf bis Saisonende ausdehnen, legte Philipp Lahm die Marschroute fest: „Wenn wir alle Spiele gewinnen, dann stehen wir am Ende ganz oben.“

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