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Erstmals beim DFB-Team

Müller hat es Spaß gemacht - auf mehr

Thomas Müller sah gut aus im neuen Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Beim Treffen des DFB-Teams Anfang dieser Woche in Stuttgart kam er zum ersten Mal in diesen Genuss, posierte darin für Werbeaufnahmen und absolvierte im kompletten Dress mit Trikot, kurzer Hose und Stutzen auch den Fitnesstest. „Es hat Spaß gemacht, dabei zu sein. Es war alles positiv“, sagte er am Mittwoch, zurück in München.

Vor knapp einem halben Jahr kannten den 20-Jährigen nur die eingefleischten Bayern-Fans. Mittlerweile ist Müller in aller Munde, und das nicht nur rund um die Säbener Straße. Gleich in seiner ersten Profisaison erkämpfte er sich einen Platz im Team von Trainer Louis van Gaal - und nicht nur das: Einzig Mario Gomez (12) hat mehr Pflichtspieltore erzielt als der Shooting-Star (10, davon 6 in der Bundesliga). Am letzten Wochenende traf Müller zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich in Bremen.

Die Einladung zur Nationalmannschaft war da nicht mehr die ganz große Überraschung. Eine „Ehre“ sei es für ihn gewesen, „zumal ich noch so jung bin“, sagte Müller. Auch „stolz“ sei er auf diese „besondere Wertschätzung“. Zu viel einbilden will sich Müller darauf aber auch nicht. „Sportlich war das nicht so interessant und auch kein denkwürdiger Lehrgang, dass ich sage, ich bin jetzt schon Weltmeister.“

Apropos Weltmeister(schaft). Seit Müller beim FCB ins Rampenlicht gerückt ist, wird an den Fußball-Stammtischen und -Expertenrunden der Republik diskutiert, ob Müller schon ein Mann für Joachim Löws Kader für Südafrika sei. Im vergangenen Herbst sollte er eigentlich schon sein Nationalmannschafts-Debüt feiern, was nach dem tragischen Freitod von Robert Enke aber verschoben wurde.

Van Gaal baut auf Müller

„Das ganze Thema wird von den Medien zu hoch gehandelt“, sagte Müller dazu. „Ich konzentriere mich auf Fußball, alles andere wird man sehen.“ Wohlwissend, dass seine Chancen nicht so schlecht sind, noch auf den WM-Zug aufzuspringen. „Ich bin fexibel und kann offensiv viele Positionen spielen“, sagte der gebürtige Weilheimer. Beim FCB ist er in dieser Saison schon auf beiden Flügeln zum Einsatz gekommen, aber auch als hängende Spitze und ganz vorne - gerade da, wo ihn Trainer Van Gaal brauchte.

Der Niederländer war es, der dem Talent Müller das Vertrauen schenkte und ihm verhalf, so schnell bei den Profis Tritt zu fassen. Nur bei einem einzigen Pflichtspiel in dieser Saison kam er nicht zum Einsatz. Das war das Rückspiel gegen Bordeaux in der Champions League, als er gelb-rot-gesperrt zuschauen musste. „Müller spielt auch wenn Robben und Ribéry fit sind“, sagte Van Gaal vor einigen Wochen.

Urlaub nur mit Reiserücktrittsversicherung

Nun sind „Rib“ und „Rob“ erstmals seit vier Monaten beide gleichzeitig fit. „Franck ist wichtig für die Mannschaft. Er bringt uns alle voran“, sagte Müller, der guter Dinge ist, „mit Arjen und Franck auf dem Platz zu stehen.“ Seine besten Spiele habe er mit beiden zusammen gemacht. Überhaupt: „Warum soll ich mir Sorgen machen? Das ist meine erste Profisaison. Wenn ich dann mal ein, zwei Spiele auf der Bank sitze ist das kein Beinbruch.“

Jedenfalls will sich Müller in den nächsten Wochen beweisen, beim FC Bayern und vielleicht ja auch im DFB-Team. Das einzige Länderspiel vor der Nominierung des WM-Kaders findet am 3. März in München gegen Argentinien statt. „Ich würde auch nach Hamburg fahren“, antwortete Müller auf Frage, ob die Allianz Arena nicht ein guter Ort für sein Debüt sei. Für Juni habe er schon Pläne. „Ich werde demnächst einen Urlaub buchen“, sagte Müller und fügte schmunzelnd hinzu: „Mit Reiserücktrittsversicherung.“

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