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Debüt, Lob, Rekord

Contento und Alaba 'spitzeln' rein

Nach knapp einer Stunde sah es nicht gut aus für den FC Bayern. Der Außenseiter aus Fürth führte in der Allianz Arena mit 2:1, eine Pokal-Sensation lag in der Luft. Louis van Gaal musste reagieren, mit Hamit Altintop hatte er einen international erfahrenen Spieler auf der Bank. Doch der FCB-Chefcoach deutete zwei anderen Spielern, sich für ihre Einwechslung bereit zu machen: Diego Contento und David Alaba. Ihre Erfahrung: 0 Profi-Einsätze.

Später, als die Bayern die Partie mit 6:2 gewonnen hatten, sagte Van Gaal: „Die Wechsel waren auch ein Grund für unseren Sieg.“ Er meinte damit neben Altintop, der in der 73. Minute ins Spiel kam, vor allem Contento und Alaba. Das Duo wurde beim Stand von 2:2 eingewechselt (59. Minute) - als sie bereits an der Außenlinie bereit standen, fiel noch ein Tor - und sorgten sofort für frischen Wind auf dem Platz.

Alaba, der im zentralen Mittelfeld agierte, leitete mit einer seiner ersten Aktionen den 3:2-Führungstreffer ein. Kurz vor dem gegnerischen Strafraum setzte er energisch nach und legte den Ball vor für Franck Ribérys Treffer. „Ich habe halt den Ball gespitzelt und Ribéry hat das Tor gemacht“, kommentierte der 17-Jährige unaufgeregt die Situation.

Rekordmann Alaba

Alaba ist Fans des FC Bayern längst ein Begriff. Der Österreicher ging im letzten Herbst bei seinem Nationalmannschaftsdebüt gleich in die Geschichtsbücher ein: als jüngster Nationalspieler der Alpenrepublik aller Zeiten. Jetzt hat er auch seinen Platz in den Annalen des FC Bayern sicher: Alaba ist der jüngster Akteur, der jemals in einem Pflichtspiel des deutschen Rekordmeisters eingesetzt wurde. Mit 17 Jahren, 7 Monaten und 18 Tagen ist er noch rund einen Monat jünger als Toni Kroos bei seinem Bundesligadebüt. Nur im Ligapokal gab es einen noch jüngeren Debütanten: Mats Hummels war bei seinem Einsatz im August 2006 zwei Tage jünger als Alaba jetzt.

Dabei war Alaba ursprünglich für den FCB-Kader gegen Fürth gar nicht vorgesehen. „Ich bin nur reingerutscht, weil Olic krank geworden ist“, erzählte er. Dass er dann sogar eingewechselt wurde, war umso überraschender. „Klar, stelle ich mich darauf ein, dass ich vielleicht reinkomme. Aber heute habe ich nicht damit gerechnet“, sagte er, „es hat viel Spaß gemacht. Ich habe einfach mein Spiel gespielt und das ist dabei rausgekommen.“

Contento schon Profi

Es ist etwas Gutes dabei rausgekommen. „Er ist ein guter Techniker mit Dynamik“, beschrieb Philipp Lahm die Qualitäten des Österreichers, über Außenverteidiger-Kollege Contento sagte der deutsche Nationalspieler: „Seine Beweglichkeit und Wendigkeit sind seine Stärken.“ Das zeigte der 19-Jährige, der vor einem Monat einen Profivertrag erhielt, auch gegen Fürth, wo er links in der Viererkette fehlerlos verteidigte und bei einigen Vorstößen seinen Offensivdrang aufblitzen ließ. „Beide haben gezeigt, dass sie das Niveau haben, mitzuspielen“, urteilte Lahm.

Schon im Training wussten Contento und Alaba zu überzeugen. „Sie sind fleißig, ziehen voll mit und trainieren super“, berichtete Holger Badstuber. Spielen werden Contento und Alaba aber weiter in der zweiten Mannschaft. „Es ist eine sehr schwere Aufgabe, bei den Amateuren seine Leistung abzurufen, wenn man immer bei den Profis trainiert“, berichtete Badstuber aus eigener Erfahrung, „aber genau das ist wichtig. Bei den Amateuren müssen sie zeigen, dass sie zu Recht bei den Profis dabei sind.“

'Weiter Gas geben'

Contento und Alaba wissen, dass der Weg in die erste Elf des FC Bayern für sie noch lang ist. „Davon bin ich noch sehr weit weg“, sagte Alaba stellvertretend für beide, „ich muss weiter Gas geben.“ Weitere Bewährungschancen bei den Profis sind aber nicht ausgeschlossen. „Wenn ich sie brauche, werde ich sie aufstellen“, kündigte Van Gaal an. Zunächst einmal können Contento und Alaba noch von ihrem ersten Profi-Einsatz zehren. „Es ist ein gigantisches Gefühl“, erinnerte sich Lahm an sein eigenes Profi-Debüt vor sieben Jahren, „ich werde sie gleich fragen, wie sie geschlafen haben.“

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