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'Wölfe'-Trainer Köstner:

'Die Vergangenheit interessiert mich nicht'

Lorenz-Günther Köstner ist wieder da. Achteinhalb Jahre nach seiner letzten Trainertätigkeit in der Bundesliga - damals mit der SpVgg Unterhaching - sitzt der 58 Jahre alte Oberfranke seit letzter Woche wieder auf dem Trainerstuhl eines Bundesligisten. Beim VfL Wolfsburg wurde er Nachfolger von Armin Veh.

„Ich freue mich über meine Aufgabe, die ich mir sehr großem Engagement angehe“, sagte er im Interview mit fcbayern.de. Köstner erklärte unter anderem auch, wo er bei seiner Mannschaft jetzt den Hebel ansetzt, um sie wieder zum Erfolg zu führen. Gerne auch gegen den FC Bayern. „Man muss in jedem Spiel seine Chance suchen“, meinte er und erinnerte an seine bisherigen Siege gegen den FCB. „Wenn man das als gutes Omen sehen möchte, gerne.“

Das Interview mit Lorenz-Günther Köstner:

fcbayern.de: Hallo Herr Köstner, herzlich willkommen zurück in der Bundesliga. Ganz ehrlich: Hätten Sie noch mal mit einem Traineramt bei einem Bundesligisten gerechnet?
Köstner: „Ausschließen kann man das natürlich nie. Ich habe in den vergangenen gut zwölf Monaten mit der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg erfolgreich gearbeitet, da habe ich mir über andere Dinge keine Gedanken gemacht. Aber natürlich freue ich mich jetzt über meine Aufgabe, die ich mir sehr großem Engagement angehe.“

fcbayern.de: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Debüt am letzten Spieltag in Hamburg?
Köstner: „Der Ausgleich in der letzten Nachspielzeit war natürlich enttäuschend. Zumal dem Freistoß kein Foul vorausging. Aber es war eine Momentaufnahme. Letztendlich war es für mich wichtig, zu sehen, dass die Mannschaft gekämpft hat. Unterm Strich war das 1:1 ein Erfolgserlebnis für uns.“

fcbayern.de: Wolfsburg hat mit Freiburg und Hertha die schlechteste Defensive der Liga. War das der erste Ansatz Ihrer Arbeit nach der Amtsübernahme von Armin Veh?
Köstner: „Natürlich muss man hier ansetzen, dabei jedoch nicht das Gesamtgefüge außer Acht lassen. Was in der Vergangenheit war, ist jetzt aber auch nicht mehr das Thema. Das Wichtigste ist, dass wir wieder Erfolgserlebnisse feiern. Und da haben wir in Hamburg einen guten Anfang gemacht - auch in der Defensivarbeit.“

fcbayern.de: „Felix is back“, hat Sascha Riether diese Woche nach einer Ihrer Trainingseinheiten gesagt. Sind Sie wirklich ein ähnlicher Typ Trainer wie Meistercoach Felix Magath?
Köstner: „Das hat Sascha Riether sicher wegen der Medizinbälle gesagt, aber die sind bei mir schon immer im Programm. Ich bin ja auch Oberfranke und vielleicht auch ein wenig knorrig wie der Felix. Auf jeden Fall aber bin ich ein harter Arbeiter und lege im Fußball großen Wert auf Tugenden.“

fcbayern.de: Nun kommt der FC Bayern nach Wolfsburg. Wie kann Ihre Mannschaft die Siegesserie des Rekordmeisters stoppen?
Köstner: „Man muss in jedem Spiel seine Chance suchen, egal, wie der Gegner heißt. Natürlich sind die Bayern derzeit sehr stark, das haben sie sich erarbeitet. Aber meine Mannschaft hat unter der Woche voll mitgezogen und wird hochkonzentriert in diese Partie gehen.“

fcbayern.de: Auf der VfL-Homepage wird man von heulenden Wölfen begrüßt. Gerade zuhause hat Ihre Mannschaft aber den Schrecken verloren. Bei zehn Partien gab es erst drei Siege. Im Meisterjahr hingegen hat man zuhause nur ein einziges Mal Punkte abgegeben. Woran liegt das ihrer Meinung nach?
Köstner: „Wie gesagt, die Vergangenheit interessiert mich eigentlich gar nicht. Meine Aufgabe ist es, der Mannschaft wieder mehr Stabilität zu verleihen, ihr wieder Selbstvertrauen zu geben. Im Spiel beim HSV habe ich gute Ansätze gesehen. Darauf haben wir in dieser Woche aufgebaut und im Training akribisch gearbeitet.“

fcbayern.de: Was ist für Wolfsburg in dieser Saison noch drin?
Köstner: „Das hängt auch davon ab, wie schnell ich die Mannschaft jetzt wieder auf den Weg bringen kann und wie schnell sie die Vorgaben umsetzen kann. Viel Zeit bleibt nicht. Mit den Spielen gegen Bayern, Leverkusen und Schalke liegt ein schweres Programm vor uns. Danach wissen wir vielleicht mehr.“

fcbayern.de: Sie haben jahrelang sehr erfolgreich bei der SpVgg. Unterhaching gearbeitet und den FCB 2000 auch zum Meister gemacht. Welche Erinnerungen verbinden Sie persönlich mit dem FC Bayern?
Köstner: „Es wird gerne so hingestellt, dass wir die Bayern in diesem besagten Jahr zum Meister gemacht haben. Wir haben gegen Leverkusen gewonnen, ja. Aber die Bayern haben gleichzeitig ihr Spiel gegen Bremen gewonnen. Erinnerungen an die Bayern habe ich nicht allzu viele, ich war dort ja nie aktiv. Als Spieler habe ich mit Gladbach und Uerdingen mal gegen die Bayern gewonnen, als Trainer mit Köln und Unterhaching ebenso. Wenn man das als gutes Omen sehen möchte, gerne. Für mich ist das aber sehr weit weg.“

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