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'Das ist sehr bitter'

FCB ärgert sich über liegengelassene Punkte

Nach dem Ende der Siegesserie durch das 1:1 (1:0) beim 1. FC Nürnberg hatte Mario Gomez noch gehofft. „Wir haben es mit Siegen nicht geschafft, an Leverkusen vorbeizukommen, vielleicht gelingt uns das ja mit einem Unentschieden“, sagte der Top-Torjäger des FC Bayern am Samstag im Bauch des Nürnberger easyCredit-Stadions.

Gomez' Rechnung ging nicht ganz auf. Denn auch Bayer Leverkusen holte am Sonntag beim 2:2 (1:1) bei Werder Bremen einen Punkt und liegt damit weiterhin aufgrund des nur um ein Tor besseren Torverhältnisse auf Platze eins. Bayern und Bayer liefern sich also auch nach dem 23. Spielltag eine Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft, der FC Schalke 04 hat als Tabellendritter nach der 1:2-Niederlage beim VfL Woflfsburg schon vier Punkte Rückstand auf das Spitzenduo.

Dabei wäre für die Bayern an diesem Wochenende die Tabellenführung absolut möglich gewesen. Mit 13 Pflichtspielsiegen in Folge waren sie als haushoher Favorit in das 180. Derby gegen den Club gegangen. Am Ende reichte es gegen den Tabellen-17. nur zu einer Punkteteilung, die von den Franken nach Schlusspfiff fast schon euphorisch gefeiert wurde. „Es ist ein Punktgewinn für uns“, sagte Nürnbergs FCB-Leihgabe Andreas Ottl nach dem Wiedersehen mit seinen Münchner Ex-Kollegen. „Wir haben in der Tabelle einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht.“

Für Mark van Bommel und Co. hingegen waren es „zwei verlorene Punkte im Meisterkampf" wie der Kapitän gestand. Demzufolge traten die Bayern ziemlich enttäuscht die knapp zweistündige Busreise zurück nach München an. „Das ist sehr bitter für uns“, sagte Nationalverteidiger Philipp Lahm. Über 90 Minuten war die Mannschaft von Louis van Gaal die dominierende Mannschaft gewesen und durch Thomas Müllers siebten Saisontreffer (38. Minute) verdient in Führung gegangen. Doch mit der ersten Nürnberger Chance gelang Ilkay Gündogan (53.) der Ausgleich für die Franken.

„Wir haben geschlafen“, sagte Lahm über die Szene, die zum Nürnberger Tor führte. Zunächst störten Gomez und Holger Badstuber nicht energisch genug den ballführenden Mike Frantz und dann war Martin Demichelis im Strafraum einen Schritt zu spät gegen Eric-Maxim Choupo-Moting. „Wir waren einen Moment nicht scharf“, meinte der zur Pause erschöpft ausgewechselte Aren Robben („Ich war müde“). Es war die einzige richtig gute Gelegenheit des FCN in diesem Spiel - oder wie Gomez es anders formulierte „das einzige Mal, wo mehr als ein Nürnberger Spieler mit Ball im Strafraum war.“

Die Bayern hingegen hatten vor allem im zweiten Abschnitt gegen extrem defensiv agierende „Clubberer“ (Butt: „Das war Handball. Sie standen mit elf Mann im eigenen Sechzehner.“) einige gute Möglichkeiten herausgespielt. „Wir hatten fast 70 Prozent Ballbesitz, haben die klar besseren Torchancen gehabt und machen das 1:0. Aber wir haben die Führung nicht genutzt, geduldig zu bleiben und das 2:0 nachzulegen. Nürnberg hat auf die Chance gewartet, die haben sie dann genutzt“, lautetet die Analyse von Bayern-Schlussmann Jörg Butt.

Van Gaal stört nur das Ergebnis

So haderten die Bayern in Nürnberg einzig mit ihrer Chancenverwertung. „Wir machen über 90 Minuten ein gutes Spiel, aber haben leider nur ein Tor gemacht. Der Gegner hat über 90 Minuten keinen Fußball gespielt und nur verteidigt und
auch ein Tor gemacht“, sagte Gomez, der selbst in der 77. Minute den Siegtreffer auf dem Fuß hatte, aber am glänzend reagierenden Raphael Schäfer gescheitert war. „Von der Spielanlage können wir zufrieden sein, nur vom Ergebnis her nicht“, sagte Van Bommel: „Wir können uns fast keinen Vorwurf machen.“

Das fand auch Van Gaal, der sich unmittelbar nach Schlusspfiff vehement gegen eine kritische Frage eines Fernsehreporters gewehrt hatte. „Wir haben alles versucht und ein gutes Spiel abgeliefert. Wir waren besser als die letzten Spiele, nur haben wir nicht die nötigen Tore geschossen“, sagte der Niederländer, der mit seiner Mannschaft nicht nur die Tabellenführung sondern auch einen neuen Bundesligarekord (10 Siege in Serie) verpasste. „Ich finde das sehr schade“, sagte der Bayern-Coach. „Ich hatte meinen Spieler vorher gesagt, dass wir Geschichte schreiben können.“

Für fcbayern.de in Nürnberg: Dirk Hauser

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