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'Trendmacher und Tempomacher'

Hoeneß für sein Lebenswerk geehrt

Seit Uli Hoeneß Ende November mit über 99 Prozent zum neuen Bayern-Präsidenten gewählt wurde, gab es für die Mannschaft von Louis van Gaal ausschließlich Siege: Ein Dutzend insgesamt. Am Samstag beim Derby in Nürnberg riss bekanntlich die Erfolgsserie des FCB und des ersten Mannes im Verein. Vielleicht lag es ja daran, dass Hoeneß nicht mit dabei war im Nürnberger easyCredit-Stadion.

Zum ersten Mal „nach 100 Jahren“ habe er ein Spiel verpasst, berichtete Hoeneß am Montagabend in Saal 13 der Neuen Messe München. Wegen eines „dicken Knies“ nach einem „leichten Gichtanfall“ konnte der 58-Jährige nicht nach Nürnberg reisen und verfolgte das Spiel im heimischen Wohnzimmer am Fernseher. „Wir haben genug klare Chancen gehabt“, ärgerte sich Hoeneß immer noch ein wenig über den verpatzten Sieg.

Am Montag hatte der ehemalige Bayern-Manager aber erst mal wieder allen Grund zur Freude. Auf der ISPO SpoBiS 2010, Europas größtem Sportbusiness-Kongress, erhielt er den Ehrenpreis der Zeitschrift „Sponsors“ für sein Lebenswerk. „Uli Hoeneß ist der Trendmacher und Tempomacher des Fußballs“, sagte Herbert Hainer, Vorstandschef von Bayern-Partner adidas und Aufsichtsratsmitglied beim FCB, in seiner Laudatio.

Hoeneß richtete in seiner Dankesrede anschließend einen flammenden Appell an die Sportbusiness-Manager im Saal. „Nicht nur immer Wachstum, Wachstum, Wachstum darf zählen. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Mitarbeiter Geld verdienen, zufrieden sind, sich alles leisten können“, so der FCB-Präsident: „Die Unternehmen müssen darauf achten, dass es den Mitarbeitern gut geht, bevor Aktionäre oder Eigentümer Geld rausziehen. Ein Aktienkurs ist nicht gut, wenn man 10.000 Leute entlässt.“

Den Aktienkurs des FC Bayern sieht Hoeneß trotz des verschenkten Siegs aber in Nürnberg weiter im Steigen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir Deutscher Meister werden. Wann wir Erster werden, ist mir nicht so wichtig“, sagte der Nachfolger von Franz Beckenbauer und betonte: „Wir sind nicht unruhig, obwohl wir zuletzt nicht mehr so spektakulär gespielt haben. Es konnte ja nicht immer so weitergehen, dass wir immer noch einen draufsetzen.“

Hoeneß glaubt an Meistertitel

Optimistisch ist Hoeneß auch in Sachen Viertelfinaleinzug in der Champions League. „Wir haben das Hinspiel gewonnen, sind bei jedem Unentschieden weiter. Es ist jetzt nicht so, dass wir mit Angst nach Florenz fahren.“ Hoeneß glaubt aber, dass beim Rückspiel auch eine Art Vorentscheidung über die Zukunft von Franck Ribéry beim FC Bayern fallen könnte.

„Wenn wir da weiterkommen, ein souveränes Spiel machen, Franck gut spielt und er das Gefühl hat, dass es eine Perspektive gibt - dann haben wir gute Chancen. Wenn wir aber 0:3 verlieren, glaube ich nicht, dass wir eine Chance haben.“ Mit Hoeneß als Siegesseriengarant auf der Tribüne dürfte es zu diesem „worst-case-Szenario" aber bestimmt nicht kommen.

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