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Ordnung muss sein

Offensiv spielen, defensiv arbeiten

Der FC Bayern eilt derzeit von Sieg zu Sieg. Der 3:1-Erfolg gegen Dortmund war bereits der zwölfte Pflichtspielsieg in Folge. Tolle Tore von Mark van Bommel, Mario Gomez und Arjen Robben zogen die Fans in ihren Bann. Auch Franck Ribéry ist wieder fit und wirbelte auf der linken Außenbahn fast wieder wie zu besten Zeiten. Doch ein Blick auf die Statistik zeigt auch, dass der Rekordmeister aufpassen muss, nicht die Balance zu verlieren.

17 Torschüsse konnten die Borussen abgeben. Auch Fürth im Pokal und zuvor Wolfsburg in der Liga kamen gegen die Bayern zu guten Tor-Möglichkeiten. Für Jörg Butts Geschmack etwas zu viel. „Vorne nutzen wir unsere Möglichkeiten, aber hinten lassen wir zu viel zu. Da müssen wir kritisch mit umgehen und besser werden“, spricht der Bayern-Keeper, der wieder einmal ein klasse Rückhalt war, nicht lange um den heißen Brei herum.

Es ist noch der letzte kleine Schönheitsfehler im Spiel des FC Bayern. In der Offensive ist die Mannschaft bärenstark, aber im Defensivverhalten ist noch Spiel nach oben. „Wir können uns nicht immer auf Jörg verlassen, der zuletzt sensationell gehalten hat", so Gomez. „Das muss besser werden“, weiß auch Van Gaal ganz genau, wo er den Hebel ansetzen muss. Insbesondere vor dem wichtigen Hinspiel im Achtelfinale der Champions League am Mittwoch in der Allianz Arena gegen den AC Florenz. „Wir lassen hinten zu viel zu. In der Champions League wird so was knallhart bestraft“, hebt auch Philipp Lahm warnend den Zeigefinger.

Durch die Rückkehr von Ribéry ist der FCB in der Abteilung Attacke noch einmal ein gewaltiges Stück stärker geworden. „Er bringt das gewisse Extra“, sagt Arjen Robben über sein Pendant auf der linken Seite. „Die beiden gehören zur absoluten Weltklasse“, schwärmt Gomez von den außergewöhnlichen Fähigkeiten der Flügelzange Robben/Ribéry.

Aufgrund ihrer Offensivqualitäten seien die beiden „mehr Stürmer als Mittelfeldspieler", sagte Van Gaal bereits vor dem Dortmund-Spiel. „Aber wir müssen noch ein bisschen besser die Ordnung behalten“, weiß der Trainer, dass bei soviel Sturm und Drang die perfekte Raumaufteilung in der Rückwärtsbewegung nicht vernachlässigt werden darf. „Es geht immer besser. Beide übernehmen auch Aufgaben in der Verteidigung“, sieht der Coach den Prozess jedoch bald abgeschlossen. Gemeinsam will man versuchen, bereits gegen Florenz wieder einen Schritt weiter zu kommen. „Das ist aktuell ein Thema“, verrät Gomez, woran derzeit im Training und den Team-Besprechungen gefeilt wird. „Aber das ist kein gravierendes Problem. Wir wissen, wie wir das beheben können.“

Bayern wollen Gegner domineren

Aber Gomez macht auch deutlich, dass das Spiel des FC Bayern vom Grundgedanken her offensiv ausgerichtet ist. „Wir haben die Philosophie, ein Spiel bestimmen zu wollen. Wir haben die Spieler dazu und einen Trainer, der diese Philosophie trägt.“ Und dazu gehören auch überraschende Positionswechsel. So tauchte Robben gegen Dortmund mehrmals auf der linken Außenbahn auf, um Ribéry zu unterstützen und umgekehrt. „Wir haben die Freiheit, ein bisschen zu wechseln. Das kann eine Überraschung für den Gegner werden“, sagt Robben. Doch er vergisst nicht, schnell noch das Zauberwort mit „O" hinzuzufügen. „Aber wichtig ist, dass wir die Ordnung halten. Die vier Offensiv-Positionen müssen immer besetzt sein.“

Wenn nicht, dann kann es brenzlig werden. So wie gegen Dortmund. Wobei beim Gegentor nicht die Ordnung fehlte, sondern Daniel van Buyten im Zweikampf mit Mohamed Zidan ein Fehler unterlief. „Van Buyten ist ein Mensch und kein Roboter“, sagt Van Gaal. Auch Gomez nimmt den Belgier in Schutz. „Daniel hat einen Fehler gemacht und das weiß er auch, aber er hat bisher eine überragende Saison gespielt.“

Das Missgeschick van Buytens zeigt aber auch eine weitere Qualität des aktuellen Bayern-Kaders. „Wir haben das Spiel auch für Daniel gewonnen“, zeigt Gomez auf, dass die gesamte Mannschaft an einem Strang zieht. Das ist für Robben auch eine Grundvoraussetzung, um gegen Florenz zu bestehen. „Um weiterzukommen, müssen wir zusammenhalten, alle 18 Spieler“, so der 26-Jährige. „Und", fügt Gomez hinzu, „wir müssen hin und wieder an die Ordnung denken.“ Denn Ordnung muss nun mal sein.

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