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Van Gaal glaubt:

Ribéry wird besser als zuvor!

Als Louis van Gaal vor der Taktiktafel stand, war er voll in seinem Element. „Wir spielen niemals so, sondern immer in der Hälfte des Gegners“, sagte der Bayern-Coach zu Moderator Markus Othmer und verschob seine Spieler - in Form von Magneten mit den Konterfeis der Bayern-Profis - alle erst einmal nach vorne. Nach kurzer Zeit hatte er seine derzeitige Erfolgself taktisch aufgereiht.

Den Ribéry-Magnet positionierte Van Gaal am Spielfeldrand. „Ribery kann ein wichtiger Spieler werden, aber er muss auch erst noch fit werden“, sagte der 58-jährige Fußballlehrer. Zwei Mal hat er den Franzosen zuletzt eingewechselt, genauso habe er das auch bei Robbens Rückkehr ins Team gemacht. „Robben saß vor der Winterpause auch drei Mal auf der Bank, er war auch nicht so fit. Danach hat er die Vorbereitung in Dubai mit gemacht, und jetzt ist er sehr fit.“

Auch Robben kann noch besser

Ribéry trainiere seit zwei Wochen „sehr gut", sagte Van Gaal, der eine klare Steigerung zwischen den beiden Einsätzen in Bremen und Mainz erkannt hat. „Und er wird besser zurückkommen, als er vorher war - hoffe ich.“ Auch der zuletzt überragende Robben könne „noch besser werden“, sagte Van Gaal. Es klang fast wie eine Drohung an die Konkurrenten.

Es war Van Gaals zweiter längerer Fernsehauftritt. Kurz vor Weihnachten war er zu Gast im ZDF-Sportstudio gewesen, am Montagabend nun bei „Blickpunkt Sport“ des Bayerischen Fernsehens. Und selten zuvor hat die breite Öffentlichkeit den Bayern-Coach so sympathisch und auch humorvoll erlebt wie an diesem Abend. Auf die Frage, was er an Ribérys Stelle machen würde, sagte er: „Ich würde bei Bayern München bleiben, weil sie einen guten Trainer haben und immer besser werden.“

Van Gaal gerät ins Schwärmen

Keine Frage: Van Gaals Start in München war schwierig. Zeitweise war der Tabellenplatz des Rekordmeisters im zweistelligen Bereich. Seit Ende November läuft es allerdings richtig rund bei der Van-Gaal-Truppe. Neun Pflichtspielsiege in Folge gab es zuletzt, drei Titel sind noch möglich. Der Trainer hatte all dies in etwa so erwartet. „Ich habe schon in meiner ersten Pressekonferenz gesagt, dass es schwierig wird. Ich bin ein Trainer, der viel das Gehirn arbeiten lässt und nicht so viel die Beine. Ich beanspruche die Spieler sehr viel, und das ist am Anfang immer schwierig.“

Dass die Spieler nun Van Gaals Spielphilosophie der Ballkontrolle und Dominanz verinnerlicht haben, konnte man in den letzten Wochen von Spiel zu Spiel immer besser sehen. „Das letzte Spiel war sooo hervorragend“, schwärmte Van Gaal über den Auftritt seiner Mannschaft beim 3:0-Sieg gegen Mainz. Man sei nun in der Lage, einen gegnerischen Abwehrriegel aushebeln. Zu Saisonbeginn „konnten wir noch nicht das Positionsspiel spielen. Jetzt funktioniert die Zusammenarbeit und der Ball läuft.“

Disziplin steht im Vordergrund

Ob er sich verändert habe seit Saisonbeginn? „Nein“, sagte Van Gaal. „Ich nicht und die Spieler auch nicht“, betonte der Bayern-Coach, der bei seinen Spielern nach dem „ganzheitlichen Prinzip“ vorgeht. „Ein Spieler ist nicht nur ein Mensch, der den Ball von A nach B spielt. Seine Umgebung ist sehr wichtig und beeinflusst auch seinen Schuss.“

Van Gaal hat klare Vorstellungen von der täglichen Zusammenarbeit mit seiner Mannschaft, auf und auch außerhalb des Platzes. „Ich liebe Disziplin, aber ich denke, wir brauchen das auch. Ich habe mit den Physios, Co-Trainern und Betreuern 40 Leute unter mit und wenn jeder macht, was er will, gibt es Chaos. Aber wenn ich ein Regelwerk im Sinne der Mannschaft aufstelle, dann wird das akzeptiert. Und nach einigen Wochen finden die Spieler das sehr nett.“

'Menschlich, warmherzig, keineswegs diktatorisch'

In der Tat scheint Van Gaals Verhältnis zu seinen Spielern von gegenseitigem Vertrauen geprägt zu sein. „Der Trainer will immer das Beste für die Mannschaft und würde nie aus persönlichen Gründen entscheiden“, sagte Mario Gomez, der im Herbst von Van Gaal wochenlang nur als Joker eingesetzt wurde. „Er ist menschlich, warmherzig, keineswegs diktatorisch“, berichtete Kapitän Mark van Bommel.

Harmonie ist für Van Gaal das Wichtigste in der Gruppe. „Argumente kommen an, wenn man in Harmonie lebt. Dann ist der andere Mensch offen für sie.“ Mit einem 26-Mann-Kader vor der Wintertransferphase sei das schwierig gewesen, „aber jeder wusste, warum er nicht spielt.“ Auch Franck Ribéry wisse das. Van Gaal sagte: „Und wenn ich denke, dass Franck mehr beitragen kann als andere, dann wird er spielen.“ Lange wird es bestimmt nicht mehr dauern, bis er den Ribéry-Magnet auf's Spielfeld schiebt.

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