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'Es geht ihnen wie uns'

Serien, Parallelen und eine offene Rechnung

Die Gruppenphase ist weit weg. Am Mittwoch sind es 71 Tage, die zwischen dem letzten Champions-League-Spiel des FC Bayern Anfang Dezember und der Achtelfinal-Partie gegen Florenz liegen. Der Blick zurück fällt - abgesehen vom „Wunder von Turin“ - nicht nach dem Geschmack der Bayern aus. Denn er zeigt: Gerade vor eigenem Publikum hat sich der deutsche Rekordmeister in dieser CL-Saison schwer getan.

Ein Unentschieden (0:0 gegen Juventus), eine Niederlage (0:2 gegen Bordeaux) und ein Sieg (1:0 gegen Haifa) stehen in der Allianz Arena zu Buche - macht nur vier von neun möglichen Punkten. Nur einmal (2002/03, 1 Punkt) war die Heim-Ausbeute des FCB in der Gruppenphase magerer. Und was bedeutet das für das Heimspiel gegen Florenz? Nichts. „Jetzt sind wir in einer ganz anderen Phase als im Herbst“, betonte Philipp Lahm.

Luca Toni hin- und hergerissen

Zwölf Pflichtspielsiege in Folge, davon sechs in der Allianz Arena, untermauern die geänderten Vorzeichen beim FC Bayern. „Wir sind gut drauf“, sagte Lahm und das hat man auch in Italien registriert. Allen voran warnte Luca Toni vor dem deutschen Rekordmeister. „Auf eigenem Platz sind sie sehr stark“, sagte der Stürmer, der seit Januar vom FCB an den AS Rom ausgeliehen ist.

Bayern gegen Florenz - das ist eigentlich „sein“ Spiel. Toni spielte vor seinem Wechsel nach München zwei Jahren bei der „Fiorentina“. Das Duell seiner beiden Klubs am Mittwoch wird er am Fernseher verfolgen. „Das wird ein sehr schönes Spiel werden“, sagte er. Einen Tipp möchte „Il Bomber“ aber nicht abgeben. „Ich werde weder Florenz noch Bayern die Daumen drücken. Ich trage beide Vereine im Herzen.“

Florenz mit Negativserie

In der letzten Saison stand Toni für den FC Bayern auf dem Platz, als der Rekordmeister in der Allianz Arena sein Champions-League-Gruppenspiel gegen die Italiener mit 3:0 gewann - historisch ist dies die höchste CL-Niederlage der „Fiorentina“, für die sich Florenz jetzt revanchieren will. „Wir haben mit den Deutschen noch eine Rechnung offen“, sagte Torwart Sebastien Frey, Riccardo Montolivo meinte: „Es ist ein Spiel, in dem wir nicht scheitern dürfen, und es ist das Wichtigste in den fünf Jahren unter Trainer Prandelli.“

Allerdings landete der Klub aus der Toskana am Dienstagnachmittag mit einer Negativserie im Gepäck in München. Fünf Spiele in Folge hat das Team von Trainer Cesare Prandelli nicht gewonnen, die letzten vier Auswärtsspiele allesamt verloren. „Bis 20 Meter vor dem Tor sieht das alles ganz gut aus, doch dann fehlt derzeit das gewisse Etwas“, analysierte Italiens zweifacher Trainer des Jahres, „das muss sich in der Allianz Arena ändern.“

Van Gaal warnt

„Es geht ihnen wie uns in der Hinrunde. Sie sind überlegen, aber schießen kein Tor“, zog Louis van Gaal Parallelen zwischen beiden Klubs. „Aber das kann sich in einem Spiel ändern“, weiß der FCB-Chefcoach und erinnerte an das „Wunder von Turin“, bei dem bei seiner Mannschaft der Knoten platzte. Van Gaal warnte eindringlich davor, den Tabellenelften der Serie A zu unterschätzen: „Das ist eine sehr gute Mannschaft mit sehr guten Spielern. Sie haben in der Champions League fünf Mal in Folge gewonnen, sie haben 15 Punkte geholt, das ist viel mehr als wir.“

Tatsächlich spielte die „Fiorentina“ eine tolle Gruppenphase, qualifizierte sich als Erster der Gruppe E vor Lyon und Liverpool für das Achtelfinale. Höhepunkt war der 2:1-Sieg der Italiener in Liverpool am letzten Spieltag. Gerade auswärts konnte das Prandelli-Team im Europacup fast immer überzeugen, verlor nur zwei seiner letzten elf Auswärtsspiele in Europa. Darunter jenes 0:3 in München.

'Letztes Jahr zählt nicht'

„Letztes Jahr zählt nicht“, betonte Mark van Bommel vor dem erneuten Duell mit den Italienern, „Florenz ist besser als letztes Jahr. Wir auch.“ Und auch die Historie stärkt die Aussichten des FC Bayern auf das Weiterkommen. Denn die letzten beiden Teams, die mit fünf Siegen in Folge in die K.o.-Phase der „Königsklasse“ eingezogen sind (Inter Mailand und der FC Sevilla, beide 2007/08), haben das Viertelfinale nicht erreicht. Dieser Blick zurück ist nach dem Geschmack des FCB.

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