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Bayern-Boss Rummenigge:

'Sonst gibt es ein böses Erwachen'

Der FC Bayern schwimmt auf einer Erfolgswelle, jetzt beginnen die Englischen Wochen, dazu stehen Vertragsverlängerungen auf dem Programm und auch beim DFB wird über Verträge diskutiert - Themen über Themen gab es zu besprechen, als Karl-Heinz Rummenigge am Montagabend in der Sendung „Blickpunkt Sport - Das Magazin“ zu Gast war. fcbayern.de fasst die wichtigsten Aussagen des FCB-Vorstandsvorsitzenden zusammen.

Karl-Heinz Rummenigge über…

…die Kritik von Louis van Gaal nach dem Sieg in Wolfsburg:
„Ich fand es total richtig und toll. Wenn man acht Mal gewinnt, neigt man dazu, die Dinge etwas schleifen zu lassen. Es hat schön gescheppert in der Kabine. Die Spieler wussten sofort, was der Trainer meinte. Man darf nicht vergessen: Wir haben nach der Winterpause erst vier Spiele gemacht und kommen jetzt erst in die heiße Phase. Wenn wir so Fehler machen wie am Samstag, gibt es speziell in der Champions League ein böses Erwachen. Louis van Gaal sagt: Wehret den Anfängen! Hier war der Psychologe van Gaal gefragt.“

…Louis van Gaal:
„Louis van Gaal war immer ein sehr authentischer, professionell arbeitender Trainer. Als Mensch ist er nicht immer einfach, aber er ist ein totaler Profi - und das ist im Prinzip genau das, was wir wollten, als wir ihn verpflichtet haben. Ein Mensch, der autonom die Mannschaft fordert, fördert und entwickelt. Deswegen sind wir jetzt mit ihm gemeinsam sehr glücklich, dass wir diese erfolgreiche Phase haben. Am Anfang der Saison sah es ja noch nicht so gut aus. Es war damals sehr wichtig, dass wir sehr ruhig, sachlich und seriös mit dem Thema umgegangen sind. Ich glaube, er hat damals gespürt, dass Bayern München ein Verein ist, dem man vertrauen kann.“

…den angeblichen Grundsatz, Spieler über 30 Jahren nur mit Einjahresverträgen auszustatten:
„Wir haben das letztes Jahr bei Mark van Bommel mal gemacht, aber das war keine Hausregel. Letzte Woche haben wir mit Daniel van Buyten um zwei Jahre verlängert. Bei uns ist also nichts in Stein gemeißelt. Wichtig ist, dass wir wissen, dass der Spieler zum FC Bayern passt, und dass wir ihm zutrauen, mindestens noch zwei Jahre auf diesem hohen Niveau spielen zu können. Das ist bei Daniel van Buyten der Fall und auch bei Mark van Bommel schließe ich das nicht aus. Ich habe letzte Woche ein Gespräch mit Mark gehabt. Da hatte ich den Eindruck, dass die Laufzeit für ihn kein primäres Problem ist. Er hat uns mitgeteilt, dass er sehr gerne beim FC Bayern bleiben würde. Wir sind mit seiner Leistung sehr zufrieden, er ist ein fantastischer Kapitän. In nicht allzu ferner Zukunft werden wir die Gespräche mit ihm aufnehmen und ich bin optimistisch, dass wir eine Lösung finden. Das gilt auch für Jörg Butt, der eine Klasse-Saison spielt.“

…die Vertragsgespräche mit Franck Ribéry:
„Bei Franck Ribéry wollten wir warten, bis er nach seiner Verletzungspause zurückkommt. Jetzt ist er zurück. Wir sind so verblieben, dass er jetzt erst einmal spielen soll und dass wir dann zu einem gegebenen Zeitpunkt mit ihm sprechen werden. Wir werden uns zeitlich in keinster Weist unter Druck setzen lassen. Wir werden ganz saubere und faire Gespräche mit ihm führen. Unsere Ziel ist - das war immer Option Nummer eins -, den Vertrag mit ihm zu verlängern, weil wir wissen, welche Klasse Franck Ribéry hat.“

…die Aussichten in der Champions League:
„Natürlich wollen Spieler wie Ribéry und Robben mal die Champions League gewinnen, das ist auch unser Ziel. Aber wir wollen diese Ziels unter finanziell fairen, sauberen und seriösen Aspekten erzielen - nicht so wie die Klubs in England, Spanien oder Italien, die jedes Jahr hundert Millionen in den Sand setzen und dann einen aus dem Hut zaubern müssen, damit sie ihre Bilanz ausgleichen.“

…die gescheiterten Gespräche des DFB mit Bundestrainer Joachim Löw:
„Der DFB hat gravierende Fehler gemacht. Erst einmal hat er vor Weihnachten bekannt gegeben, dass man sich per Handschlag auf eine Vertragsverlängerung verständigt hat. Das hat ja wohl nicht gestimmt, wie Joachim Löw jetzt gesagt hat. Und der größte Fehler war, dass man Internas nach außen durchgereicht hat. Der DFB hat offensichtlich ein Maulwurfproblem, das müssen sie sich vorwerfen lassen. Ich kann ihnen nur dringend empfehlen, mit einem Mann wie Joachim Löw eine Lösung zu finden. Man darf nicht vergessen: Er ist jetzt seit sechs Jahren beim DFB, vor dreieinhalb Jahren war er sehr mitverantwortlich für das ‚Sommermärchen‘, vor anderthalb Jahren war er Vizeeuropameister und jetzt hat er sich ungeschlagen für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Dieser Mann verdient einfach den Respekt, dass man ihm kein Ultimatum stellt und ihm einen vernünftigen Vertrag anbietet. Man kann dem DFB nur empfehlen, schnell eine Lösung zu finden. Das kann man nicht aussitzen, das muss gelöst werden. Wir haben jetzt noch gut fünf Monate bis zum ersten Spiel bei der Weltmeisterschaft - und bei jedem Länderspiel wird dieses Thema latent diskutiert. Das kann und darf nicht sein. Beide Parteien sind gut beraten, sich sehr schnell auf sachlicher und fairer Basis an den Tisch zu setzen und eine Lösung zu finden. Andernfalls sehe ich einen großen Konflikt auf den ganzen Fußball und speziell auf die Nationalmannschaft zukommen. Natürlich hat auch Oliver Bierhoff einen Fehler gemacht, dass er ein Veto-Recht für sich eingefordert hat, dass er das letzte Wort bei der Trainerwahl hat. Das war nicht akzeptabel. Ich glaube aber, dass er durchaus bereit ist, von dieser Forderung zurückzutreten.“