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Antreiber, Torschütze, Leitwolf

Van Bommel ein 'fantastischer Kapitän'

Das Wochenende begann für Mark van Bommel mit einer Pokalübergabe. Als der Kapitän des FC Bayern am Freitagabend Söhnchen Thomas vom Fußballtraining abholte, kam ihm dieser Freude strahlend und mit einem großen Silberpokal, den er mit seiner Jugendmannschaft bei einem Hallenturnier gewonnen hatte, aus der Umkleidekabine entgegen. Papa Mark musste nun beim Transport nach Hause behilflich sein. Es sollte ein gutes Omen für einen erfolgreichen Bundesligaspieltag am Tag darauf werden.

Denn beim 3:1 (1:1)-Erfolg seiner Mannschaft am Samstag gegen eine bärenstarke Dortmunder Borussia war Van Bommel gemeinsam mit Torwart Jörg Butt der beste Akteur der Münchner. Mit seinem ersten Saisontreffer sorgte der 32 Jahre alte Routinier für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich und brachte sein Team nach dem frühen Rückstand durch Mohamed Zidan wieder zurück ins Spiel.

„Man muss auch ein bisschen Glück haben, der Schuss war abgefälscht. Das ist immer schwer für einen Torwart, er hätte ihn haben können“, kommentierte Van Bommel sein wichtiges Tor. „Ich treffe nicht oft, aber im richtigen Moment“, ergänzte er augenzwinkernd. Sein insgesamt 11. Liga-Tor im 99. Spiel war zugleich ein Jubiläumstreffer: Es war das 100. Heimtor des FC Bayern gegen den BVB.

Aber nicht nur wegen seines Tores gehörte der Niederländer zu den auffälligsten Bayern-Akteuren. Mit großer Präsenz und Passsicherheit - 86 Prozent seiner Zuspiele erreichten seine Mitspieler - agierte er im defensiven Mittelfeld, gewann sehr gute 69 Prozent seiner Zweikämpfe. Dabei beging er nicht ein einziges Foulspiel und widerlegte nicht zum ersten Mal das von manchen Medien kreierte Image als Raubein der Liga.

Ein fantastischer Kapitän

„Wir sind mit seiner Leistung sehr zufrieden, er ist ein fantastischer Kapitän“, hatte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge vor einer Woche gesagt. „In nicht allzu ferner Zukunft“, sollen laut Rummenigge die Gespräche über eine Verlängerung des am Saisonende auslaufenden Vertrages aufgenommen werden. „Er hat uns mitgeteilt, dass er sehr gerne beim FC Bayern bleiben würde. Ich bin optimistisch, dass wir eine Lösung finden“, so Rummenigge.

Vor Van Bommel hatte bereits Daniel van Buyten als erster Spieler der „Ü30-Fraktion“ seinen Vertrag verlängert. Doch der Niederländer sieht derzeit keine Eile, stellt vielmehr seine persönlichen Ziele hinter den sportlichen Erfolg der Mannschaft zurück. „Wir sind in einer wichtigen Phase, wir sind in drei Wettbewerben beschäftigt. Über meine Vertragssituation können wir intern reden, wenn wir in diesen Wettbewerben weiter erfolgreich sind.“

Meisterschaft, Pokal und Champions League - der Tanz auf drei Hochzeiten soll nach Van Bommels Willen noch von möglichst langer Dauer sein. Dann könnte sich der Antreiber, Torschütze und Leitwolf der Münchner am Saisonende nicht nur über einen neuen Vertrag freuen, sondern auch über die eine oder andere Trophäe. Söhnchen Thomas würde sicherlich beim Transport nach Hause behilflich sein.

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