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Die WM vor Augen

16 Bayern auf Länderspiel-Reise

Fast wären die Trainer am Montag in der Überzahl gewesen. Sechs Coaches standen beim Mannschaftstraining auf dem Platz und arbeiteten mit sieben Spielern. Wenn Anatoliy Tymoshchuk (spielfrei) und Daniel van Buyten (Aufbautraining) nicht in München geblieben wären, wären sogar nur fünf Profis im Training gewesen. Selten zuvor war der Trainingskader des deutschen Rekordmeisters zu Länderspielzeiten so ausgedünnt. Diesmal sind sage und schreibe 16 Bayern in Europa unterwegs.

Für neun davon steht das erste Länderspiel des neuen Jahres ganz im Zeichen der Weltmeisterschaft. Es ist nämlich das letzte Spiel vor der Nominierung der WM-Kader im Mai - die letzte Chance also, um sich im Nationaldress zu präsentieren, bevor die Trikots für Südafrika verteilt werden.

Duell in der Allianz Arena

„Es ist ein wichtiger Test. Bei uns kämpft jeder um seinen WM-Platz“, sagte Philipp Lahm. Zusammen mit Bastian Schweinsteiger, Mario Gomez, Miroslav Klose und Thomas Müller, der vor seinem Debüt steht, spielt er am Mittwoch gegen Argentinien, wo mit Martin Demichelis ebenfalls ein FCB-Profi im Kader steht.

Sechs Bayern sind also in einem Spiel im Einsatz und der Ort des Aufeinandertreffens könnte nicht passender sein: die Allianz Arena. Zum sechsten Mal findet hier ein Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft statt. „Es wird mit Sicherheit ein spektakuläres Spiel“, glaubt Argentiniens Trainer Diego Armando Maradona. Das letzte Mal standen sich beide Teams im Viertelfinale der WM 2006 gegenüber. Deutschland behielt damals knapp die Oberhand (5:3 nach Elfmeterschießen).

Ribéry vor Comeback

Mit einem knappen Spiel ist am Mittwoch auch in Paris zu rechnen, wo Franck Ribéry mit der französischen Nationalmannschaft den amtierenden Europameister Spanien empfängt. Ribéry gehört nach mehrmonatiger Verletzungspause erstmals seit letztem September zum Kader und wurde mit offenen Armen empfangen. „Er kommt mit einem Selbstbewusstsein und einer Angriffslust, die der ganzen Mannschaft gut tut“, erzählte Stürmer Djibril Cissé.

Ribéry steht aber vor dem Vergleich mit Spanien auch deswegen im Mittelpunkt, weil seine Position in der „Equipe tricolore“ zur Debatte steht. Der Bayern-Dribbler spielt am liebsten auf dem linken Flügel. „Dort ist mein Platz, bei Bayern und in der Nationalelf“, betonte er vor seinem Comeback bei „Les Bleus“. Nationaltrainer Raymond Domenech, der Ribéry vor wenigen Wochen in München besuchte, muss nun entscheiden, wo er den 26-Jährigen einsetzt. Ribérys Konkurrent auf der linken Seite heißt Thierry Henry.

Holland gegen USA

Ein weiteres Duell zweier WM-Teilnehmer steigt am Mittwoch in Amsterdam. Die Niederlande mit den beiden Bayern Mark van Bommel und Arjen Robben trifft dort auf die USA. Im Kader der Oranjes steht außerdem Edson Braafheid, der derzeit vom FC Bayern an Celtic Glasgow ausgeliehen ist.

So viel zu den Münchnern, deren Teams sich für die WM qualifiziert haben. Andere werden das Turnier nur am Fernseher verfolgen und fungieren am Mittwoch als Testgegner für andere WM-Mannschaften. Hamit Altintop spielt mit der türkischen Nationalelf in Istanbul gegen Honduras, David Alaba in Wien mit Österreich gegen Dänemark. Ein Spiel ganz ohne WM-Bezug steigt zudem in Brüssel, wo Ivica Olic und Danijel Pranjic mit Kroatien auf Belgien (ohne Van Buyten) treffen.

Badstuber unter Druck

Im Länderspieleinsatz sind diese Woche zudem Holger Badstuber, Diego Contento und Mehmet Ekici. Die beiden Letzteren stehen im Aufgebot der deutschen U20-Nationalmannschaft, die es im Rahmen der Internationalen Spielrunde am Mittwoch in Berlin mit der Schweiz zu tun bekommt. Ralf Minge feiert dabei sein Debüt auf der Trainerbank.

Badstuber steht derweil bereits am Dienstagabend vor einer richtungweisenden Partie mit der deutschen U21-Auswahl. Für die Deutschen ist in Magdeburg gegen Island ein Sieg Pflicht, um die Chancen auf die Qualifikation für die EM 2011 zu wahren. Hinter Nordirland (15 Punkte/5 Spiele) und Island (12/5) rangiert die DFB-Elf (7/4) derzeit nur auf Rang drei in ihrer Gruppe. Nur die Gruppenersten und die vier besten Zweiten aus zehn Gruppen qualifizieren sich für die Playoffs zur Endrunde. „Jeder Punktverlust kann das Aus bedeuten“, sagte Trainer Rainer Adrion.

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