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'Ein langer Meisterschaftskampf'

Bayern patzt, Leverkusen noch mehr

Am Sonntagnachmittag werden die Bayern-Fans ausnahmsweise mal dem 1. FC Nürnberg die Daumen gedrückt haben. Die „Clubberer" empfingen Bayer Leverkusen, das mit einem Sieg die Tabellenspitze vom FCB zurück erobert hätte. Aber nachdem der Rekordmeister am Samstag beim 1:1 in Köln zwei fest eingeplante Punkte liegen gelassen hat, ging die Werkself erstmals in dieser Saison sogar ganz leer aus. Nürnberg gewann gegen Leverkusen mit 3:2 (2:0) und lieferte damit die aus Münchner Sicht erhoffte Schützenhilfe.

Das Rennen um die Meisterschaft ist somit wieder zu einem echten Dreikampf geworden. Durch den 4:1-Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt zog der FC Schalke an Leverkusen vorbei und verkürzte den Abstand auf den Münchner Spitzenreiter auf zwei Punkte. „Es wird und bleibt weiter spannend“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger nach der Partie in Köln: „Es wird ein langer Meisterschaftskampf werden.“

Von Kampf und Spannung war auch das Spiel in Köln geprägt. Wie schon in der Vorwoche beim 0:0 in Leverkusen zeigten die „Geißböcke“ großen Einsatz und viel Laufbereitschaft. Allen voran Lukas Podolski, der gegen seinen Ex-Klub wie aufgedreht wirkte und in der 31. Minute mit einem Freistoß die Kölner-Führung erzielte. „Der Ball hat geflattert, aber den muss ich halten“, nahm FCB-Schlussmann Jörg Butt Podolskis erstes Tor nach 1425 Minuten auf seine Kappe.

Nach klarer Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt kamen die Bayern durch Bastian Schweinsteiger (58.) zum Ausgleich. Zu mehr reichte es aber nicht mehr - auch, weil zwei Mal Aluminium den Kölner helfend zur Seite stand. Erst traf Schweinsteiger mit einem Kopfball nur die Latte (64.), fünf Minuten vor dem Ende scheiterte der eingewechselte Franck Ribéry aus 18 Metern nur am Pfosten.

Van Gaal wollte aber nicht zu viel vom Abschlusspech seiner Mannschaft sprechen, die im dritten Bundesligaspiel in Folge nicht mehr als ein Tor erzielte. „Ich denke immer, man muss das Glück auch erzwingen. Und das haben wir in der ersten Halbzeit 30 Minuten lang nicht gemacht“, sagte der 58-Jährige und fügte fast schon philosophisch hinzu: „Vielleicht haben wir deswegen Pfosten und Latte getroffen.“

'Haben viele Fehler gemacht'

Auch seine Spieler sahen den Grund für die Punkteteilung im schwachen ersten Abschnitt. „Wir haben die zwei Punkte in der ersten Hälfte verschenkt. Wir haben uns vorne kaum Chancen erarbeitet und hinten relativ viele zugelassen“, sagte Butt. „Wir haben viele Fehler gemacht und haben einfach schlecht gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir auf ein Tor gespielt und hatten eine Chance nach der anderen, aber wir hätten es nicht verdient gehabt, mehr mitzunehmen“, gestand Schweinsteiger.

So überwog drei Tage vor dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Florenz die Enttäuschung im Lager des FC Bayern. „Das Ergebnis ist nicht befriedigend“, sagte Thomas Müller. „Wir haben schon den Anspruch, in Köln zu gewinnen“, betonte Nerlinger, „aber man kann bis Saisonende auch nicht nur Siege einplanen. Deswegen wirft uns das jetzt auch nicht um.“ Und Van Gaal sagte einmal mehr: „Der letzte Spieltag ist der wichtigste. Dann musst du Tabellenführer sein.“ Dank Nürnberg ist es seine Mannschaft auch weiterhin nach dem 25. Spieltag.

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