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Mit Spezialmaske

Demichelis peilt baldiges Comeback an

Äußerlich sind die Wunden fast verheilt. Lediglich ein blutunterlaufenes Auge erinnert derzeit noch an die schwere Verletzung, die sich Martin Demichelis vor rund zwei Wochen beim Freundschaftsländerspiel zwischen Deutschland und Argentinien in München zugezogen hatte: Augenhöhlen-, Jochbein- und Oberkieferbruch. „Es waren insgesamt fünf Brüche, genauso viele Platten habe ich eingesetzt bekommen“, berichtete der Argentinier am Mittwoch. „Langsam geht es wieder besser.“

Nach einem Zusammenprall mit DFB-Kapitän Michael Ballack war Demichelis vom Platz getragen und in ein Münchner Krankenhaus gebracht worden, wo er noch in der gleichen Nacht operiert wurde. „Der Doktor hat mir gesagt, dass es die größte Operation war, die er bisher hatte“, berichtete der Argentinier, der kurzzeitig sogar um seine WM-Teilnahme in Südafrika fürchtete. „Bis zum Krankenhaus habe ich Angst gehabt. Ich habe im Spiegel mein Gesicht gesehen und hatte keine Ahnung, was passiert ist.“

Mit Gesichtsmaske

Inzwischen fühlt sich der 29-Jährige aber schon „viel, viel besser“, auch wenn die Verletzung „leider nicht so schnell vorbei geht.“ Neben dem blutunterlaufenen Auge behindert „Micho“ derzeit noch eine gefühllose Gesichtshälfte als Folge eines verletzten Nervs. „Die ganze rechte Seite ist taub, ich habe noch ein komisches Gefühl.“ Beim Versuch zu lächeln bewegte sich lediglich der linke Mundwinkel nach oben, bis zu sechs Monate kann es dauern, ehe das auskuriert ist.

Bis zu seinem Comeback auf dem Platz soll es dagegen nicht mehr lange dauern. Am Dienstag hat Demichelis wieder das Lauftraining aufgenommen („Das gibt mir Kraft“), am Donnerstag nach dem Pokalspiel beim FC Schalke 04 will er mit einer speziell angepassten Gesichtsmaske wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. „Von der Verletzung her kann ich dann wieder alles machen“, erklärte Demichelis.

Auflauf wegen Maradona

Für sein Pflichtspiel-Comeback wolle er sich zeitlich zwar nicht unter Druck setzen („Ich habe keinen Plan, kein Datum, wann ich zurück komme“), doch bereits für das Viertelfinale in der Champions League Ende März hofft er, wieder im Kader des deutschen Rekordmeisters zu stehen. „Ich muss jetzt Gas geben und so schnell wie möglich wieder fit werden. Ich muss abwarten, wie ich trainiere, dann liegt es am Trainer, wann ich wieder spiele.“

Große Motivation zog Demichelis auch aus einem Besuch seines Nationaltrainers Diego Maradona in der Klinik, der sich einen Tag nach der Verletzung über den Gesundheitszustand seines Abwehrchefs erkundigte. „Das war für mich ein sehr schöner Moment. Und auch für die Schwestern im Krankenhaus“, berichtete Demichelis über einen wahren Auflauf innerhalb kürzester Zeit.

Kein Zeichen von Ballack

Enttäuscht zeigte er sich dagegen darüber, dass sich sein langjähriger Mannschaftskollege Michael Ballack noch nicht einmal gemeldet habe. „Er ist ein großer Fußballspieler, aber menschlich bin ich sehr enttäuscht. Wir haben drei Jahre zusammen bei Bayern gekämpft, waren gute Kollegen, da kann man schon mehr Mensch sein. Er hätte eine SMS schreiben, anrufen oder nach dem Spiel wenigstens einmal fragen können, wie es mir geht.“ Demichelis' Wunden - nur äußerlich sind sie fast verheilt.

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