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'Besser geht’s nicht'

FCB genießt Rückkehr auf Platz eins

Als am Ende die Kerzen auf oder besser gesagt in der „Geburtstagstorte“ Allianz Arena brannten, war die Welt des FC Bayern endlich wieder in Ordnung. „110 Jahre FC Bayern“ und „Mia san Mia“ war in Funken sprühenden Lettern auf dem Rasen zu lesen, in Gedanken konnten die Bayern noch anfügen: „Mia san wieder Erster“! Denn mit einem 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den Hamburger SV überholte der Rekordmeister den bisherigen Spitzenreiter Leverkusen (0:0 in Köln) und führt nun selbst die Bundesliga-Tabelle an - nach 57 Spieltagen (652 Tagen) langen Wartens.

Entsprechend machte sich Karl-Heinz Rummenigge nach dem Schlusspfiff „extrem zufrieden“ auf den Nachhauseweg. „Geburtstag und gleichzeitig Tabellenführer - besser geht’s nicht“, freute sich der FCB-Vorstandschef über „ein perfektes Wochenende. Leverkusen hat uns ein schönes Geschenk gemacht und das haben wir heute angenommen.“ Und hergeben wollen die Bayern dieses Geschenk auch nicht mehr. „Wir waren 57 Spieltage nicht am Platz an der Sonne. Jetzt sind wir an der Sonne und ich denke, wir werden uns jetzt nicht wieder in den Schatten drängen lassen“, sagte Rummenigge, „jetzt wird es schwer, uns da oben zu verdrängen.“

Mit Feuerwerk, Böllerschüssen und einer Fan-Choreographie („Leidenschaft für Generationen“) wurde am Sonntagabend gebührend gefeiert - ursprünglich nur das 110-jährige Vereinsjubiläum des Rekordmeisters, am Ende aber auch der lang ersehnte Sprung an die Tabellenspitze. „Wir haben gewartet, bis der passende Zeitpunkt da ist“, grinste Bastian Schweinsteiger und auch Mario Gomez war bestens gelaunt: „Besondere Momente muss man sich für besondere Tage aufheben.“

Ein besonderer Moment entschied vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz auch den 100. Nord-Süd-Gipfel. 12 Minuten vor Spielende wackelte Franck Ribéry seinen Gegenspieler Guy Demel aus und schoss den Ball hart und gezielt ins kurze Eck. „Es war eine ausgeglichene Partie. Hamburg hat eine sehr gute Mannschaft. Die Differenz war ein Einzelspieler“, stellte Louis van Gaal nach 90 umkämpften Minuten mit nur wenigen großen Torchancen auf beiden Seiten fest.

51 Prozent Ballbesitz und 49 Prozent gewonnene Zweikämpfe aus FCB-Sicht zeugen davon, dass sich in der Allianz Arena zwei Teams auf Augenhöhe gegenüberstanden. „Es war ein hartes Stück Arbeit. Hamburg hat es uns nicht leicht gemacht“, sagte Thomas Müller, „aber wir haben ja noch den Franck Ribéry, der ein Spiel entscheiden kann.“ Und den Sieg hatten sich die Münchner am Ende auch verdient, denn über die gesamte Spielzeit waren sie das aktivere Team auf dem Platz (16:11 Torschüsse, 6:3 Ecken, 14:7 Flanken).

'Lange darauf hingearbeitet'

17 Bundesligaspiele in Folge hat der FC Bayern inzwischen nicht mehr verloren, vom zwischenzeitlichen achten Tabellenplatz kletterte der Rekordmeister bis auf Rang eins. „Nach holprigem Start haben wir lange darauf hingearbeitet“, sagte Müller, „wir hatten viel Rückstand und ich denke, der Mannschaft und dem ganzen Team dahinter ist ein Dank zu widmen. Jetzt laufen die Mechanismen.“

FCB voller Zuversicht

Die Bayern wissen aber auch, dass der Weg zur anvisierten Meisterschaft kein Selbstläufer ist. Zwei Punkte beträgt der Vorsprung auf Leverkusen, an den verbleibenden zehn Spieltagen gibt es noch 30 Punkte zu holen. „Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, zu denken, dass wir schon durch sind“, mahnte Rummenigge, „wir müssen weiter jedes Spiel konzentriert angehen.“ Die Mannschaft scheint sich dessen bewusst zu sein. „Wir müssen weiter auf uns schauen, so wie in den Wochen zuvor. Dann werden wir am Ende Meister“, skizzierte Lahm den Weg zum Titel.

Mit dem Sieg gegen Hamburg hat der FC Bayern einen weiteren großen Schritt Richtung Meisterschaft gemacht und versprüht nun mehr denn je Zuversicht. „Wir sind grundsätzlich lieber Gejagter und nicht Jäger“, behagt Rummenigge die neue Ausgangsposition im Titelkampf. Van Gaal sagte: „In der Champions League würde ich mein Geld nicht auf den FC Bayern setzen. Aber wenn ich jetzt wetten müsste, würde ich sagen: Der FC Bayern wird Meister.“ Bei den letzten drei runden FCB-Geburtstagen (1980, 1990, 2000) war das ja auch so.

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