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'Immer scharf'

Olic, ein Mann für die wichtigen CL-Tore

Erst der Siegtreffer gegen Haifa, dann die wichtige Führung beim „Wunder von Turin“ - und jetzt das 2:1 gegen Manchester United: Ivica Olic bleibt beim FC Bayern der Mann für die bedeutenden Treffer in der Champions League. Mit seinem Last-Second-Tor gegen den englischen Spitzenklub hat der kroatische Angreifer die Hoffnungen des deutschen Rekordmeisters auf die erste Halbfinal-Teilnahme seit 2001 aufrechterhalten hat.

„Ich hatte gedacht, dass ich beim 4:1 gegen Juve mein wichtigstes Tor geschossen habe“, sagte Olic nach dem Erfolg im Viertelfinal-Hinspiel gegen die Engländer, „und jetzt heute, wenn du im Viertelfinale triffst und gegen ManU gewinnst, natürlich ist das ein großes Spiel und ich bin sehr froh, dass ich getroffen habe“, zeigte sich Olic, Bayerns „Mr. Europacup“, überglücklich.

Unermüdlich ackerte der 30-Jährige über die gesamte Spielzeit, gab die meisten Torschüsse der Münchner Richtung ManU-Torwart Edwin van der Sar ab und setzte diesen bei Rückpässen der eigenen Mitspieler stets unter Druck, um einen geordneten Spielaufbau zu unterbinden. Über elf Kilometer legte Olic in dieser Partie zurück, mehr als jeder andere Akteur auf dem Rasen und deutlich über dem Münchner Mannschaftsdurchschnitt.

„Ivica Olic ist immer scharf. Er hat die Mentalität, alles zu geben, bis zum Schluss. Das ist für einen Trainer wichtig zu wissen. Man muss immer mit ihm rechnen“, lobte Trainer Louis van Gaal seinen Spieler mit der Nummer elf. Das weiß inzwischen auch der Franzose Patrice Evra, der in der 92. Minute nichtsahnend den Ball annahm, ehe Olic ihm diesen von Fuß spitzelte, Van der Sar mit einem Täuschungsmanöver in die falsche Ecke schickte und eiskalt zum 2:1-Sieg einschob.

Echter Teamplayer

„Er ist ein raffinierter Spieler“, adelte auch „Kaiser“ Franz Beckenbauer nach dem Spiel den Dauerrenner. „Wie er den Ball weggestohlen hat, das kann nur so ein gewitzter Spieler“, meinte der langjährige Präsident des Rekordmeisters weiter. „Wir wissen, was wir an ihm haben“, sagte auch Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge anerkennend. „Wir haben ihn nicht umsonst vom Hamburger SV geholt. Ich habe immer gesagt: Das ist ein Spieler, der uns gut zu Gesicht steht.“

Und das nicht nur wegen seines großen Einsatzwillens und seines riesigen Kämpferherzens. Olic ist ein echter Teamplayer, der stets den Mannschaftserfolg über den persönlichen stellt. „Die ganze Mannschaft hat eine sehr gute Leistung gezeigt“, freute sich Olic nach dem Spiel mehr über den Sieg als über seinen dritten Saisontreffer in der „Königsklasse“.

Auf die Chance gewartet

Diese Charaktereigenschaft legte er auch in den letzten Wochen, als er nicht zur Stammformation gehörte, immer wieder an den Tag. „Sicher war ich nicht glücklich auf der Bank“, so Olic, „aber ich habe immer gedacht: Ich bin nicht wichtig, das Wichtigste ist die Mannschaft. Wenn wir gewinnen und gut spielen, muss ich das akzeptieren. Wir haben viele Spiele. Und wenn andere gespielt haben, musste ich ruhig bleiben und wieder auf meine Chance warten.“

Diese hat er gegen Manchester bekommen und eindrucksvoll genutzt. Und ein Souvenir an diese denkwürdige Begegnung gab es obendrein: Nach der Partie nahm der Kroate den Spielball mit nach Hause, wo er einen Ehrenplatz bekommt. „Der Ball ist schon bei mir im Regal“, berichtete Olic am Tag nach dem wichtigsten Tor seiner noch jungen Bayern-Karriere.

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