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Reger Dialog beim Präsidentengespräch

„Ich werde ein Präsident für alle Fans sein!“ So hatte es Uli Hoeneß bei seiner Wahl auf der letzten Jahreshauptversammlung in der Neuen Messe in München-Riem angekündigt. „Ich werde unter anderem eine regelmäßige Sprechstunde einführen, bei der im direkten Dialog Nöte, Bedenken und auch Probleme mit unseren Fans erörtert werden.“ Es gab nicht wenige Mitglieder an diesem Abend, die bei dieser Ankündigung zunächst einmal etwas skeptisch schauten. Doch Uli Hoeneß hielt selbstverständlich Wort!

Über 250 Mitglieder folgten den Aufforderungen im Bayern-Magazin sowie auf fcbayern.de und sandten ihre Wunschthemen für ein persönliches Gespräch mit dem Präsidenten per E-Mail oder Post ein, angesichts des relativ kurzfristigen Termins ein hervorragendes Ergebnis. Am Rande des Champions-League-Auswärtsspiels in Florenz setzte sich das Präsidium zusammen, sichtete alle Gesprächsthemen und traf eine Auswahl.

16 Mitglieder treffen das Präsidium

16 Mitglieder bildeten schließlich den Auftakt und trafen am vergangenen Samstag ebenso erwartungsfroh wie auch etwas angespannt mittags, fünf Stunden vor dem Anpfiff zum Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg, in der noch fast leeren Allianz Arena ein. Die Auswahl konnte dabei kaum vielfältiger sein: vom Inhaber einer Auswärts-Dauerkarte aus München über den Vorsitzenden eines etablierten Fanclubs aus Franken bis hin zum Familienvater mit 600 Kilometer Anreise war alles vertreten. Ganz bewusst hatte man sich im Vorfeld für einen Querschnitt aus der großen und sehr unterschiedlichen Anhängerschaft des FCB entschieden.

Das Präsidium nahm vollständig an der Gesprächsrunde teil. Neben seinen Stellvertretern Dr. Fritz Scherer und Bernd Rauch, hatte Uli Hoeneß auch Raimond Aumann als Fanbeauftragten, Oliver Meßthaler als Abteilungsleiter Ticket-Systeme und Jürgen Muth, den Geschäftsführer der Allianz Arena mitgebracht. Immerhin ließen die vorab eingesandten Wunschthemen erahnen, dass die Eintrittskarten-Situation, die Stimmung im Stadion und Verbesserungen in der Allianz Arena Schwerpunktthemen sein würden.

Sportliche Themen zu Beginn

Die nur anfängliche Unsicherheit bei den Fans legte sich rasch, als das Präsidium jeden persönlich begrüßte und sich ausdrücklich für die kurzfristige Bereitschaft zur Wahrnehmung des Termins bedankte. Alle waren gekommen und hatten zum Teil einige hundert Kilometer Anfahrt hinter sich. Ein Teilnehmer wollte erst gar kein Risiko eingehen und war bereits am Vortag nach München gereist. Wie gewohnt, kam Uli Hoeneß als Moderator schnell zur Sache und begann – quasi zur Auflockerung der Atmosphäre – mit den sportlichen Themen, die natürlich nicht fehlen durften. Hierbei stand die Langfristigkeit von Spielerverträgen ebenso im Mittelpunkt, wie die Abwehrleistungen in der laufenden Saison.

Einen großen Themenblock bildete natürlich die Vergabe der angesichts der Nachfrage viel zu wenigen Eintrittskarten für die Heim- und Auswärtsspiele des FC Bayern. Hier mangelte es nicht an kreativen Lösungsansätzen. Schnell wurde jedoch deutlich, dass sie teilweise miteinander unvereinbar waren. Oliver Meßthaler erläuterte daraufhin ausführlich die komplizierte Systematik bei der Vergabe und dem Anspruch, hier ein möglichst großes Maß an Gerechtigkeit walten zu lassen. Schnell entwickelte sich bei diesem sensiblen Thema ein reger Gedankenaustausch auch unter den Mitgliedern, bei dem konstruktive Lösungsansätze auch von Bernd Rauch und Dr. Fritz Scherer sofort notiert wurden.

Ticketing und Allianz Arena

Insbesondere der missbräuchliche Umgang mit der eigenen Jahrkarte oder der Weiterverkauf von Tickets zu kommerziellen Zwecken im Internet lösten lebhafte Debatten aus, bei der sich Uli Hoeneß als thematisch sattelfest zeigte. Man merkte, dass sich der Präsident gründlich vorbereitet hatte. So sehr auch allen Beteiligten bewusst war, dass das Problem nicht völlig zu lösen ist, war es doch erfrischend, wie selbst kleinere Maßnahmen von den Verantwortlichen dankbar aufgegriffen wurden. Hoeneß nach diesem langen Themenblock: „Ich bin wirklich froh, dass ich nicht im Ticketing arbeiten muss. Was für eine undankbare Aufgabe!“

Ein weiterer Schwerpunkt an diesem Nachmittag waren Anregungen rund um die Heimspiele in der Allianz Arena: sei es das gastronomische Angebot auf der Esplanade, sanitäre Anlagen im Bereich der Busparkplätze, der Missbrauch von Behinderten-Eingängen, Geländer im Treppenbereich des Mittelranges oder bessere Ausweisung der Meetings-Points. Hier war oft Jürgen Muth, in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der Allianz Arena, gefordert. Zur Überraschung der Fans gab sich das Präsidium, insbesondere durch Uli Hoeneß, oftmals nicht mit einer Erklärung der bisherigen Situation zufrieden, sondern hakte nach und erteilte Prüfaufträge für mögliche Alternativen.

Vier Termine pro Jahr geplant

Dr. Fritz Scherer zog nach dem fast dreistündigen Gespräch ein überaus positives Fazit: „Ich war überrascht, wie konstruktiv die Beiträge waren. Das erinnerte bisweilen an ein Vorschlagswesen, wie man es von großen Unternehmen her kennt.“ Ähnlich sah es Bayern-Mitglied Norbert Nathan aus Nordrhein-Westfalen: „Als ich meinem Umfeld davon erzählt habe, dass ich heute ein längeres Gespräch mit dem Bayern-Präsidium habe, wollte man das kaum glauben. Jetzt bin ich außerdem überrascht, wie offen man mit unserer Sicht der Dinge umgegangen ist. Man hat gemerkt, wie wichtig dem Verein dieser Gedankenaustausch ist.“ Ein anderer Teilnehmer brachte es auf den Punkt: „Ich habe eine neue Sicht auf die Dinge bekommen. Manche Ideen, die uns Fans wichtig sind, stehen bereits bei den Verantwortlichen auf der Tagesordnung, ohne dass man ständig davon in der Zeitung liest.“

Diese Gesprächsreihe soll natürlich fortgesetzt werden, vier Termine pro Jahr soll es geben. Vizepräsident Bernd Rauch dazu: „Da werden uns die Themen nicht so schnell ausgehen. Es ergeben sich auch immer neue Ideen oder Gesprächsbedarf.“ Noch in dieser Saison ist an ein weiteres Präsidentengespräches gedacht. Bewerbungen hierfür sind derzeit noch nicht möglich, da zunächst einmal die bisher eingegangenen Meldungen abgearbeitet werden sollen. Auf die einzelnen Themen und Vorschläge wird in einem großen Bericht im Bayern-Magazin zum Heimspiel gegen den VfB Stuttgart näher eingegangen.

Für fcbayern.de beim Gespräch dabei: Armin Radtke

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