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Intuitiv Weltklasse

'Rib' und 'Rob' geben FCB 'gutes Gefühl'

„Ich bin ein intuitiver Spieler“, hat Arjen Robben neulich in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gesagt. „Ich weiß nie, wo es endet. Wenn ich ein Dribbling mache, bestimmt oft der Verteidiger, wo es hingeht.“ War alles also nur ein Zufall, was am Dienstagabend beim Champions-League-Spiel zwischen dem AC Florenz und dem FC Bayern in der 65. Minute passierte?

Robben stand an der rechten Außenline, als er von seinem Landsmann Mark van Bommel den Ball flach in den Fuß gespielt bekam. Kurze Annahme, mit einem Wackler Gegenspieler Felipe ins Leere geschickt und dann stürmte der 25-Jährige los, Richtung Mitte. Fast parallel zum Tor rannte Robben, den Ball eng am Fuß. Aus allen Himmelsrichtungen kommend stellten sich ihm die Gegenspieler entgegen, vier Stück an der Zahl, doch Robben ließ sich nicht beirren. Und als es fast schon zu eng wurde, zog er ab. Aus 25 Metern hämmerte er den Ball genau ins linke Kreuzeck - das 2:3! Es war das entscheidende Tor zum Viertelfinaleinzug des FC Bayern.

Nein, dieses Tor, diese Szene war kein Zufall. Es war eine typische Robben-Aktion, die er genauso in seinem Leben schon tausende Male ausgeführt hat. „Schon als Kind war ich so. Ich wollte den Ball bekommen und dann gleich zum Tor ziehen und das Tor machen“, berichtete der Niederländer. „Damals war es noch ein bisschen einfacher, an vier fünf Leuten vorbeizukommen. Aber schon da habe ich alles gelernt.“ Heute kann Robben alles von seiner Festplatte abrufen, ganz intuitiv, wie er es gerade braucht.

Genau diese Qualitäten sind es, die einen Spieler außergewöhnlich und zu einem Fußballer der Marke „Weltklasse“ machen. Und genau solche Spieler sind es dann, die in einem engen Spiel den Unterschied ausmachen (können). Der FC Bayern hat gleich zwei solcher Ausnahmekönner in seinen Reihen: Robben rechts und sein Pendant auf linken Flügel Franck Ribéry. Der Franzose hatte vor anderthalb Wochen mit einer ähnlichen Einzelaktion das Bundesligaspiel gegen den HSV entschieden.

'Unheimliche Substanz nach vorne'

Beide sind Weltklasse-Offensivspieler, wie sie nur ganz wenige Mannschaften auf der ganzen Welt haben. „Nach vorne ist eine unheimliche Substanz da, die in der Champions League ausreicht, um vielleicht sogar das Finale zu erreichen“, schwärmte Sky-Experte Ottmar Hitzfeld nach der Partie in Florenz. „In der letzten Viertelstunde hat Bayern nichts mehr anbrennen lassen, auch auf Grund dessen, dass Ribéry und Robben Bälle halten konnten - da sind sie genial.“

Robbens Tor fand der ehemalige Bayern-Coach einfach nur „phantastisch.“ Ribéry, der aufgrund von Sprunggelenksproblemen nur mit Schmerzmitteln auflaufen konnte, hatte seine beste Szene vor dem 1:2, als er von drei Gegnern bedrängt die Übersicht behielt und mit einem klugen Pass Mark van Bommel bediente. „Er hatte nicht den besten Tag“, sagte Hitzfeld, „aber dann war er bei entscheidenden Szenen da.“

Ribéry will noch viel erreichen - beim FCB?

„Wir haben eine Mannschaft mit hoher Qualität, Moral und Charakter, die immer zurückschlagen kann“, sagte Christian Nerlinger, der damit nicht nur „Rib“ und „Rob“ meinte, „aber natürlich sind wir froh, dass wir diese außergewöhnlichen Spieler in unserer Mannschaft haben, das gibt uns ein gutes Gefühl.“ Genau wegen diesen beiden gilt der FC Bayern sicherlich auch nicht als Wunschlos bei allen anderen Viertelfinalisten. „Wir haben erstmals seit unserem Triumph 2001 wieder die Chance, ganz oben anzugreifen“, glaubt sogar Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Und auch die Chancen, dass dieses geniale Duo weiter gemeinsam für den FC Bayern spielen wird, sind seit Dienstagabend sicherlich nicht schlechter geworden. Robben fühlt sich nach den Stationen Chelsea und Real Madrid pudelwohl beim FCB. Und Ribéry, der seine Zukunft in München auch von den Titel-Chancen der Bayern in der Königsklasse abhängig machen will, stellte anschließend fest: „Ich bin sehr zufrieden, hier beim FC Bayern München zu sein. Zusammen können wir mit dieser Mannschaft noch viel erreichen.“ Ganz intuitiv und nicht zufällig.

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