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Schuss ins Glück

Ribéry macht den Unterschied

Franck Ribéry hatte es mächtig eilig. Im Eiltempo schritt der Franzose durch die Mixed-Zone der Allianz Arena hinaus Richtung Parkplatz. Mehr als ein kurzes „Pardon - ich muss zum Flughafen“ war von dem 26-Jährigen nicht als Statement zu bekommen. Dabei hätte Ribéry, der umgehend nach Spielende zur französischen Nationalmannschaft reiste, sicherlich einiges zu sagen gehabt.

Mit seinem Tor in der 78. Minute sicherte Ribéry dem FC Bayern nicht nur einen 1:0-Heimsieg gegen den Hamburger SV, sondern auch erstmals nach 652 Tagen die Tabellenführung. Das Reden übernahmen dann die anderen. Und egal wer auch nach diesem hart umkämpften 100. Nord-Süd-Derby auf Ribéry angesprochen wurde, ein jeder sagte: Bayerns Mittelfeldstar hat diesmal den Unterschied ausgemacht.

„Die Differenz war ein Einzelspieler. Franck Ribéry hat dieses Spiel entschieden“, sagte FCB-Coach Louis van Gaal. „Die individuelle Klasse von Ribéry hat das Spiel entschieden“, erklärte auch HSV-Trainer Bruno Labbadia. Für dessen Mannschaft war das 0:1 die erste Bundesliganiederlage in der Allianz Arena überhaupt.

Ein genialer Moment reichte Ribéry, um mit seinem dritten Saisontreffer den „Arena-Fluch“ gegen die Hanseaten zu vertreiben. Nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte vernaschte er Gegenspieler Guy Demel und zog aus 16, 17 Metern knallhart ab. HSV-Ersatzkeeper Wolfgang Hesl war noch mit den Fingerspitzen dran, konnte das Tor aber nicht mehr verhindern: „Wir hätten Ribery im Sechzehner doppeln sollen und nicht alleine lassen. So macht er einen Haken und drin.“

„Franck Ribéry hat außergewöhnlich Fähigkeiten, er kann ein Spiel entscheiden“, sagte Thomas Müller über den Matchwinner. Dabei hatte dieser an diesem Abend nicht nur Licht in seinem Spiel. „Er hat gar nicht so gut gespielt, aber man hat gesehen, dass er trotzdem immer in der Lage ist, ein Spiel alleine zu entscheiden“, freute sich Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: „Das ist seine Klasse, seine große Qualität.“

Ribéry und Robben wichtig für FCB

Bis auf diese eine Szene ließen die Hamburger Ribéry kaum zur Entfaltung kommen, genauso wie dessen Pendant auf dem rechten Flügel Arjen Robben. „Es war schwierig für beide. Die HSV-Verteidigung hatte sich gut auf sie eingestellt“, sagte Rummenigge. Das hatte auch Van Gaal notiert. Trotzdem ließ er seine Flügelzange auf dem Platz. „Spieler wie Robben und Ribéry können immer ein Spiel entscheiden. Deshalb werde sie auch nicht so oft früh auswechseln. “ Gerade, wenn eine Partie auf des Messers Schneide steht. Rummenigge betonte: „Deswegen sind sie nicht nur so beliebt bei den Fans, sondern auch so wichtig für den FC Bayern.“

Genau deswegen soll Ribéry auch weiterhin seine Qualitäten im Trikot des deutschen Rekordmeisters zeigen. „Letztes Jahr wollte er eigentlich weg. Ich bin ziemlich sicher, dass er mit Real Madrid einig war“, berichtete kürzlich Präsident Uli Hoeneß. Nun aber seien der Klub und der französische Nationalspieler „ganz klar miteinander“. Ribéry wolle das Gefühl haben, mit dem FCB in absehbarerer Zeit auch mal die Champions-League gewinnen zu können. Dann werde man auch eine Lösung finden, dass er bleibe, sagte Hoeneß.

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