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'Traumtor, Wahnsinnstor, Weltklassetor!'

Robben drückt Bayern seinen Stempel auf

Und dann lief er nochmal drauf los. Dem Ball hinterher, den er sich entlang der Außenlinie vorgelegt hatte. Ein, zwei, drei Schalker Spieler ließ er einfach stehen. Arjen Robben war auf und davon. Nach 60 Metern ein Haken und der nächste Gegner war ausgespielt. Fast von der Grundlinie lief er zurück Richtung Elfmeterpunkt und hämmert den Ball, ohne aufzusehen, mit links ins lange Eck - 1:0. Mit einem genialen Kraftakt in der 112. Spielminute hatte Robben den FC Bayern auf Schalke ins DFB-Pokal-Finale geschossen.

„Das war ein Traumtor“, jubelte Karl-Heinz Rummenigge nach dem Schlusspfiff, Bastian Schweinsteiger sprach von einem „Wahnsinnstor“. Louis van Gaal meinte: „Robben ist unglaublich. Er hatte schon viele Dribblings gemacht und dann macht er noch eins und entscheidet das Spiel. So ein Tor zu machen, in so einem Augenblick, das ist superklasse.“

Robbens eigene Analyse fiel nüchtern aus. „Ich hatte Kraft, noch einmal zu gehen. Irgendwo in der eigenen Hälfte habe ich angefangen - und dann war er drin“, sagte der umjubelte Matchwinner, der via TV-Kameras seiner Familie Kusshändchen nach München schickte. Neun Tage zuvor war er zum zweiten Mal Vater geworden. „Der Gruß war an meine Frau und meine neue Tochter. Ich bin so stolz, beide sind gesund“, berichtete er.

'Ein Weltklassespieler'

Glücklich schätzen kann sich auch der FC Bayern, dass Robben nach einer Knie-Operation in der Hinrunde jetzt wieder topfit ist. „Bei allen Spielen dabei zu sein“, hatte er sich im Wintertrainingslager in Dubai für die Rückrunde gewünscht. Und bisher ging dieser Wunsch in Erfüllung (nur ein Spiel verpasste er grippekrank) - mehr sogar: Robben drückte der Rückrunde des FC Bayern seinen Stempel auf.

„Arjen ist ein Weltklassespieler. Er kann in jeder Phase eines Spiels, in jeder Sekunde, eine Partie entscheiden. Wir sind sehr glücklich, dass wir ihn haben“, lobte ihn Uli Hoeneß auf Schalke in höchsten Tönen. Robben selbst hob aber auch die Leistung der ganzen Mannschaft hervor: „Es macht Spaß, wenn die Bälle ins Tor gehen. Aber alle haben sehr gut gespielt und gekämpft.“

'Ich war schon als Kind so'

Ein Kampf war es auf Schalke auch lange für Robben, der es meist mit mehreren Gegenspielern zu tun hatte. Nach dem Schlusspfiff war er der meistgefoulte Spieler auf dem Platz (sechs Mal), nur einmal (im Hinspiel gegen Florenz) war er in dieser Saison öfter gefoult worden (acht Mal). Unentwegt suchte er dennoch immer wieder das Dribbling. „Man muss es immer wieder versuchen“, sagte er.

Dieser ständige Drang, ins Eins-gegen-Eins zu gehen, sei angeboren, meinte Robben kürzlich in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Schon als Kind war ich so. Ich wollte den Ball bekommen und dann gleich zum Tor ziehen und das Tor machen. Damals war es noch ein bisschen einfacher, an vier oder fünf Leuten vorbeizukommen.“

Lob auch vom Gegner

Gegen Schalke hat es wieder mal geklappt - und am Ende zog sogar der Gegner den Hut vor Robben. „Da muss man nicht lange drüber diskutieren: Das war eine Weltklasseleistung, ein Weltklassetor“, sagte Felix Magath. Heiko Westermann meinte: „Wenn er einmal mit dem Ball antritt, ist er sehr schwer zu halten. Ich habe noch alles versucht und die Grätsche angesetzt, war aber eine halbe Sekunde zu langsam.“ Robben war schon auf und davon.

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