präsentiert von
Menü
Wieder mal Latte

Schweinsteiger trifft und ärgert sich

Sicherlich, der geborene Kopfballspieler ist Bastian Schweinsteiger nicht. Da müssten es schon ein paar Zentimeter mehr sein als die 183, die der Mittelfeldspieler des FC Bayern vom Scheitel bis zur Sohle misst. Doch daran allein kann es nicht liegen, dass der 25-Jährige in 209 Bundesligaspielen noch nie ein Kopfballtor erzielt hat. Am Samstag in Köln hat er es wieder einmal versucht, und wieder einmal stand ihm die Latte im Weg.

„Wenn mein Kopfball-Latten-Ding reingeht, hätten wir gewonnen“, ärgerte sich Schweinsteiger nach dem 1:1 gegen die „Geißböcke“. Schon im Hinspiel gegen Köln hatte er den Ball zweimal an die Querlatte geköpft, die Partie endete ebenfalls nur unentschieden (0:0). Insgesamt scheiterte der 25-Jährige in dieser Saison schon sieben Mal an der Querlatte, davon sechs Mal mit einem Kopfball. In dieser Statistik ist er einsame Spitze in der Liga.

Doch nicht nur auf diese Statistik könnte Schweinsteiger gerne verzichten. Auch dass in Köln sein ehemaliger Bayern-Kumpel Lukas Podolski seine Torflaute (1.425 Minuten) beendet hatte, hob seine Laune nicht. „Es wäre mir lieber gewesen, wir hätten die drei Punkte mitgenommen und er hätte erst im nächsten Spiel getroffen“, sagte er.

Das Remis in Köln schmerzte Schweinsteiger. „Es tut weh, wenn man gegen vermeintlich kleinere Mannschaften Punkte liegen lässt“, sagte er, ließ sein Abschlusspech aber nicht als Entschuldigung gelten. „Wir sind selbst schuld, dass wir nur einen Punkt geholt haben. In der ersten Halbzeit haben wir alle nicht das abgerufen, was wir können.“

Nach der Pause steigerten sich die Bayern und Schweinsteiger erzielte in der 58. Minute mit dem linken Fuß den 1:1-Ausgleich. Es war der zweite Saisontreffer des Nationalspielers, sein erstes Tor seit einem halben Jahr. Zuletzt hatte er sich Mitte September beim 5:1-Sieg in Dortmund in die Torschützenliste eingetragen.

Schweinsteigers Trefferstatistik täuscht über seinen Stellenwert in der Mannschaft des FC Bayern hinweg. Unter Louis van Gaal hat sich das FCB-Eigengewächs als „Sechser“ im zentralen Mittelfeld etabliert, vor wenigen Tagen spielte er auch in der deutschen Nationalmannschaft erstmals auf dieser Position. In Köln hatte er wieder einmal die meisten Ballkontakte (100) aller 22 Spieler auf dem Platz, dazu schoss er am häufigsten aufs Tor (5 Mal). Vor dem Spiel führte er die Ligastatistiken in den Rubriken „Die meisten langen Pässe“ (259) und „Die meiste Pässe in der gegnerischen Spielhälfte“ (1.052) an.

„Bastian ist ein hervorragender Spieler, ein Top-Spieler in Deutschland. Er kann es und zeigt es jetzt“, lobte Mark van Bommel seinen Partner in der Mittelfeldzentrale und einen seiner Stellvertreter als Kapitän. „Es ist auch der Verdienst des Trainers, dass jeder Spieler auf seiner Position weiß, was er tun muss. Davon profitiert Bastian.“ Als i-Tüpfelchen fehlt nur ein Kopfballtor.

Weitere Inhalte