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Zufriedene Final-Bayern

'Unser Sieg war verdient'

Thomas Müller hatte auch nach 120 intensiven Minuten noch nicht genug. Der Schlusspfiff in der Veltins Arena auf Schalke war noch nicht lange verstummt, da versammelte der 20 Jahre alte Jungnationalspieler seine Mannschaftskollegen vor dem Fanblock des FC Bayern und intonierte gemeinsam mit den Anhängern des Rekordmeisters das bei Siegen schon zur Tradition gewordene „Humba“, ehe alle ausgelassen den Einzug ins DFB-Pokalfinale feierten. Nur Müller musste den Freudentanz wegen eines Wadenkrampfes abbrechen.

Ganz so leichtfüßig war es in den vorangegangenen 90 Minuten plus Verlängerung im Halbfinale zwischen dem FC Schalke 04 und dem 14-maligen Rekordchampion aus München, der sich am Ende verdient mit 1:0 durchsetzte und zum 17. Mal das Endspiel erreichte, nicht zugegangen. Was auch an den alles andere als guten Platzverhältnissen gelegen hatte. „Das war der schlechteste Platz, den ich in einem Bundesliga-Stadion je gesehen habe“, befand Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

„In solch einer wichtigen Saisonphase so einen Platz anzubieten, gehört sich nicht. Das ist ein Glücksspiel“, kritisierte auch Vereinspräsident Uli Hoeneß nach der Partie, und selbst Bundestrainer Joachim Löw legte die ihm sonst eigene Zurückhaltung ab: „Darüber ärgere ich mich von der Tribüne aus. Es ist eine Zumutung, den Zuschauern solch einen Platz anzubieten“.

Doch allein am schlechten Rasen lag es nicht, dass die 61.673 Zuschauer vor Ort und über zehn Millionen an den Fernsehschirmen ein taktisches und umkämpftes Spiel mit wenigen Torchancen auf beiden Seiten zu sehen bekamen. „Auf dem Boden ist es extrem schwierig, wenn man Fußballspielen will, so wie wir“, meinte Bastian Schweinsteiger und betonte anschließend: „Wir waren die einzige Mannschaft, die auch Fußball spielen wollte.“

Vor allem in der ersten Halbzeit dominierten die Bayern trotz der widrigen Platzverhältnisse die Partie, versäumten es aber, die wenigen guten Möglichkeiten in Tore umzumünzen. „Wenn wir eine Chance früher nutzen, wird es einfacher. So war es sehr mühsam“, analysierte Miroslav Klose hinterher. Die Schalker hingegen zogen sich im eigenen Stadion weit zurück, bis auf einen Fernschuss des früheren Bayern Alexander Baumjohann in der Anfangsphase blieben die spärlichen Angriffsbemühungen erfolglos.

„Schalke ist eine sehr gute Mannschaft mit einer sehr guten Ordnung“, lobte Bayern-Trainer Louis van Gaal nach dem Spiel gegen den Tabellenzweiten, der sich nach dem Seitenwechsel etwas offensiver präsentierte, Torgefahr aber lediglich durch Fernschüsse zustande brachte. „Wir waren nur zu Beginn der zweiten Halbzeit unterlegen“, so Van Gaal weiter, „aber den Rest des Spiels waren wir überlegen und haben das Spiel kontrolliert. Ich glaube, unser Sieg war verdient.“

Dass dieser letztendlich zustande kam, war der Verdienst von Arjen Robben, der in der 112. Minute ein sehenswertes Solo über 60 Meter mit einem platzierten Linksschuss mit dem 1:0-Siegtreffer abschloss. „Wenn er einmal mit dem Ball antritt, ist er sehr schwer zu halten“, gestand der Schalker Heiko Westermann, vor Robbens „Wahnsinnstor“ (Schweinsteiger) ebenso zum Statisten degradiert wie seine Kollegen Lukas Schmitz, Christoph Moritz oder Torhüter Manuel Neuer.

„Das war ein schweres Spiel, wir sind alle viel gelaufen und haben gekämpft wie eine Mannschaft“, meinte Robben. „Wir sind jetzt im Pokalfinale und der Druck ist ein bisschen weg. Jetzt müssen wir in der Liga weitermachen und hoffen, dass wir in der Champions League gut drauf sind.“ Gelegenheit zur Revanche gibt es aus Schalker Sicht schon am Ostersamstag. Dann sind die Bayern im Punktspiel wieder zu Gast in der Veltins Arena. Thomas Müller will dann nach dem Schlusspfiff wieder seine Kollegen vor der FCB-Fankurve versammeln - nach 90 Minuten und ohne Krämpfe.

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