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'Magisch, sensationell'

Wayne Rooney ist ManU’s Torgarantie

Ihre Konterfeis zieren siegessicher das Cover des neuen FIFA 10-Spiels für PC und Spielkonsole, doch auf dem Rasen der Münchner Allianz Arena werden sich die Wege der beiden nicht kreuzen. Während Bastian Schweinsteiger am Dienstagabend im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League zwischen dem FC Bayern und Manchester United wegen einer Gelbsperre zum Zuschauen verdammt ist, wird Wayne Rooney an diesem Abend voraussichtlich eine der Hauptrollen dieser Begegnung einnehmen.

„Wayne Rooney ist ein Super-Fußballer“, lobte sogar Bayern-Trainer Louis van Gaal am Montag den 24 Jahre alten Torjäger der „Red Devils“, der in der laufenden Saison bereits 33 Pflichtspieltreffer erzielt hat, davon allein 17 in den letzten 12 Spielen. Mit 26 Ligatoren hat er seine persönliche Bestmarke aus der Saison 2005/06 bereits jetzt um zehn Treffer verbessert. „Wir haben keine Angst vor einem Spieler, aber wir schätzen seine Qualitäten“, so Van Gaal weiter, der eingestehen musste: „Es wird sehr schwierig, ihn auszuschalten.“

Profi-Debüt mit 16

Davon konnte sich jüngst auch der AC Mailand überzeugen. Je zwei Mal traf der gebürtige Liverpooler in den beiden Achtelfinal-Duellen gegen den italienischen Spitzenklub und hatte damit entscheidenden Anteil, dass der Vorjahresfinalist und Titelträger von 1999 und 2008 zum vierten Mal in Folge in die Runde der letzten Acht einzog. „Wayne ist besessen und will immer besser werden. Im Moment ist er sensationell“, lobte auch Sir Alex Ferguson seinen Spieler mit der Rückennummer 10.

In seiner noch jungen Profi-Laufbahn hat der Sohn eines Preisboxers schon mehr erlebt, als andere in ihrer gesamten Karriere. Als Jahrhunderttalent gefeiert, debütierte Rooney mit gerade einmal 16 Jahren für den FC Everton in der Premier League. Fünf Tage vor seinem 17. Geburtstag erzielte er den 2:1-Siegtreffer im Ligaspiel gegen den damals seit 30 Spielen ungeschlagenen Tabellenführer Arsenal London und war zu dem Zeitpunkt der jüngste Torschütze aller Zeiten in der höchsten englischen Spielklasse.

Im Zentrum am besten

Zwei Jahre später, im Sommer 2004, wechselte „Roonaldo“, wie ihn die englische Presse anschließend taufte, für rund 26 Millionen Pfund zu Manchester United. Es war die höchste je bezahlte Summe für einen Spieler unter 20 Jahren. Und auch bei ManU sorgte Rooney auf Anhieb für Furore, erzielte zum Einstand im Champions-League-Gruppenspiel gegen Fenerbahce Istanbul drei Treffer. In der Zwischenzeit stehen 130 Tore im ManU-Trikot für den bulligen und explosiven Angreifer zu Buche, Tendenz steigend.

Rooneys jüngste Leistungsexplosion hängt auch mit dem Abgang von Cristiano Ronaldo zu Real Madrid zusammen. Agierte er in den letzten Jahren als hängende Spitze zumeist als Zuarbeiter für den extrovertierten Portugiesen, blüht er seit dessen Abgang aus „Old Trafford“ nun in der Sturmmitte förmlich auf. „Meine Lieblingsposition ist die des Mittelstürmers, da kann ich am besten Einfluss auf das Spiel nehmen. Glücklicherweise lässt mich der Trainer die ganze Saison dort spielen“, sagte Rooney unlängst.

Rüpel-Image endgültig abgelegt

Aber nicht nur auf dem Platz sorgte „Wazza“ - in Anlehnung an das frühere englische Fußball-Idol Paul Gascoigne („Gazza“) - für Schlagzeilen. Bis vor zwei Jahren brach immer wieder sein Temperament durch, Alkoholexzesse, Prügeleien, Platzverweise oder Provokationen der gegnerischen Fans waren in „Wayne's World“ keine Seltenheit. Ein gefundenes Fressen für die Boulevard-Presse, die täglich neue Skandale zu enthüllen versuchte.

Doch seit 2008 sind diese Zeiten für den bekennenden Box-Fan („Ich boxe manchmal ein bisschen nach dem Training. Das ist eine gute Art, seine Aggressionen abzubauen“) Vergangenheit. Nach der Hochzeit mit seiner langjährigen Freundin Coleen hat er sein Rüpel-Image endgültig abgelegt, spätestens die Geburt seines ersten Sohnes Kai im November 2009 hat ihm den letzten Kick zum seriösen Profi gegeben. „Wayne ist magisch zurzeit“, schwärmte auch Englands Nationaltrainer Fabio Capello.

Keine Angst vor Bayern

„Ich habe einen sehr guten Lauf und bekomme viel Unterstützung von meinen Kollegen“, sagte Rooney, der mit seiner aufopferungsvollen Spielweise, großen Laufbereitschaft und Leidenschaft ein echter Teamplayer ist. Davon soll sich am Dienstagabend nun auch der FC Bayern ein Bild machen können. „Bayern ist stark, aber wir haben vor keinem Team Angst“, meinte Rooney, derzeit der treffsicherste noch im Wettbewerb verbliebene Spieler in der CL, vor dem Duell mit dem deutschen Rekordmeister.

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