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Als Erster auf die Zielgerade

Bayern machen 'einen großen Schritt'

Die Arena auf Schalke hat für den FC Bayern endgültig ihren Schrecken verloren. Setzte es für den Rekordmeister in den ersten Jahren nach der offiziellen Einweihung im August 2001 sowohl in der Liga als auch im Pokal regelmäßig Niederlagen, hat sich das Blatt nun komplett gewandelt. Der meisterliche Auftritt beim 2:1 (2:1) gegen den FC Schalke 04 am Ostersamstag war bereits der vierte Sieg in Folge in der Veltins-Arena - der zweite innerhalb von zehn Tagen - und hält dem FCB beim „Tanz auf drei Hochzeiten“ weiter alle Möglichkeiten offen.

„Wir sind noch in drei Wettbewerben, ich finde es unglaublich, was wir geleistet haben“, freute sich Trainer Louis van Gaal nach der Energieleistung seines Teams, das gegen den bisherigen Spitzenreiter nach einer Gelb-Roten Karte für Hamit Altintop über eine Halbzeit lang in Unterzahl hatte agieren müssen. „Ich glaube, dass wir hoch verdient gewonnen haben. Es ist unglaublich, aber auch fantastisch, dass diese Spieler das aufbringen können. Ich bin stolz auf die Mannschaft.“

„Die guten Mannschaften zeichnet aus, dass sie im Duell der Giganten zeigen, wozu sie in der Lage sind“, lobte Vereinspräsident Uli Hoeneß seine Bayern angesichts der beiden Erfolge auf Schalke und dem Sieg gegen Manchester United in der „Königsklasse“. „Wir sind mit Abstand die beste deutsche Mannschaft. Das tut mir leid für alle anderen. Im direkten Duell brauchen wir uns in diesem Land vor keinem zu verstecken“, meinte Hoeneß und sprach von einem „tollen Rückenwind für das Spiel in Manchester.“

Ein Doppelschlag von Franck Ribéry und Thomas Müller (25./26.) brachte die Münchner in einer bis dahin sehr taktisch geführten Partie Mitte der ersten Halbzeit auf die Siegerstraße. Zwar kamen die Schalker durch Top-Torjäger Kevin Kuranyi (31.) nur wenig später zum Anschlusstreffer, doch selbst nach dem Platzverweis gegen Altintop (41.) schafften es die Gastgeber nicht, zehn Münchner in Verlegenheit zu bringen.

„Wir wussten, dass es in Unterzahl schwierig werden würde, aber auch, dass Schalke Probleme damit hat, das Spiel zu machen. Wir haben den Raum eng gemacht, das war glücklicherweise ausreichend“, analysierte Van Gaal, dessen Team im zweiten Durchgang diszipliniert und gut organisiert in der Deckung agierte und den Schalkern nicht eine Torchance gestattete. „Ich bin sehr zufrieden.“

Auch Hoeneß stellte hinterher fest: „Schalke hat heute hier quasi einsehen müssen, dass sie eigentlich nicht deutscher Meister werden dürfen! Denn wenn man gegen zehn Mann in 49 Minuten der zweiten Halbzeit nicht eine Torchance hat, dann darf man nicht deutscher Meister werden.“ Und weiter: „Ich glaube, dass es ein ziemlicher Schock für Schalke 04 ist, wenn man so nahe dran ist, und dann gegen zehn Mann praktisch keine Torchance hat. Dann gibt das einen ziemlichen Stich.“

So biegen die Bayern als Spitzenreiter auf die Zielgerade der Bundesliga ein und können nun mit breiter Brust das nächste Topspiel am kommenden Wochenende beim Tabellendritten Bayer Leverkusen ins Visier nehmen. „Sie ist breit und wir wollen, dass sie noch breiter wird“, meinte Bastian Schweinsteiger, gegen Schalke erneut der Münchner mit den meisten Ballkontakten. „Wir haben einen großen Schritt gemacht, aber es ist noch lange nicht zu Ende. Wir wollen die Schale, wollen Titel holen, wir sind nah dran.“

Zunächst aber kämpft der FCB am Mittwochabend in Old Trafford um den Einzug ins Champions-League-Halbfinale. „Die Meisterschaft ist das Wichtigste, aber wir können noch mehr gewinnen“, meinte Van Gaal, der seinem Team am Ostermontag kurzfristig einen trainingsfreien Tag verordnete. Ganz im Sinne seines Kapitäns Mark van Bommel: „Man muss jetzt auch mal Dinge lassen. Wir dürfen nicht in die Stadt gehen und komische Klamotten kaufen, sondern müssen zu Hause bleiben und die Beine hochlegen.“

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