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Euphorie und Träume verboten!

Bayern mobilisieren für Titeljagd alle Kräfte

Der Münchner Marienplatz zeigt sich in diesen Tagen in seinem gewohnten Bild. Einige Touristen lassen sich mit dem Rathaus im Hintergrund für das Familienalbum ablichten, die Einheimischen überqueren unaufgeregt den Platz, um in die anliegenden Shopping-Meilen einzubiegen. Doch wenn es nach dem FC Bayern geht, soll der Platz demnächst im Mai in ein rot-weißes Fahnenmeer getaucht werden.

Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League - gleich drei heiße Titel-Eisen haben die Bayern in dieser Saison noch im Feuer. „Wir können dieses Jahr Außergewöhnliches schaffen“, weiß Kapitän Van Bommel um die vielleicht einmalige Chance auf das historische Triple. Noch nie zuvor hat eine Bayern-Mannschaft drei Titel in einer Saison geholt.

Wichtigster Titel ist die Meisterschaft

Priorität besitzt ganz klar der Gewinn der Deutschen Meisterschaft, wie FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in einem „Bild“-Interview einmal mehr ausdrücklich betonte: „Ich glaube, dass dieser Titel der Schlüssel ist zu möglichen weiteren Erfolgen. Meister, DFB-Pokalfinale gegen Bremen. Und dann vielleicht das ganz Große, das Champions-League-Finale“, so Rummenigge.

Auch für Christian Nerlinger bleibt die Meisterschaft das oberste Ziel. „Dann haben wir eine sehr erfolgreiche Saison gespielt. Was darüber hinaus kommt, werden wir sehen“, sagte der Sportdirektor bei „Sport1“. „Natürlich wollen wir im Halbfinale der Champions League Lyon schlagen - und natürlich wollen wir das DFB-Pokalfinale gewinnen. Allerdings ist das Wunschdenken, und wir dürfen den Realitätssinn nicht verlieren.“ Nerlinger riet davon ab, vom Triple zu sprechen: „Das halte ich für vermessen. Wir sollten die Erwartungshaltung nicht in ungeahnte Höhen schieben.“

Die Bayern wollen sich nicht mit Träumereien beschäftigen sondern Fakten schaffen. Hannover (H), Halbfinalhinspiel gegen Lyon (H), Gladbach (A), Halbfinalrückspiel in Lyon, Bochum (H) und dann das Bundesliga-Finale gegen Hertha im Berliner Olympiastadion, ehe eine Woche darauf an selber Stelle das Pokalfinale gegen Werder Bermen ansteht – so lautet das Programm in den nächsten vier Wochen.

„Ich glaube, dass wir in dieser Phase gut daran tun, nur von Spiel zu Spiel zu denken. Euphorie in der jetzigen Situation sehe ich nämlich als kontraproduktiv“, warnte Rummenigge. Denn noch hat der FC Bayern in dieser Saison nichts gewonnen. „Ich warne davor, frühzeitig das Fell des Bären zu verteilen. Noch ist der Bär nicht erlegt.“

Selbst zum Meistertitel ist es bei nur zwei Punkten Vorsprung auf den FC Schalke 04 noch ein hartes Stück Arbeit. Los ging’s damit am Mittwoch. Nach zwei freien Tagen zum Durchschnaufen und Relaxen startete Trainer Louis van Gaal mit seiner Mannschaft die Vorbereitung auf den Saisonendspurt. Schwerpunkte im Training waren Sprint- und Stabilisations-Übungen sowie Torabschlüsse nach Direktspiel – Warmballern für die Titeljagd!

„Jetzt kommen die entscheidenden Wochen. Da gilt es, noch mal alles zu mobilisieren, noch mal alle Kräfte freizusetzen und die letzten Wochen konzentriert und ohne Gnade anzugehen“, sagte Holger Badstuber. Der Youngster, nach Philipp Lahm der meistbeschäftigste Spieler im Bayern-Kader, will seine erste Profisaison unbedingt krönen: „Wir müssen jetzt als Mannschaft Stärke zeigen und alle zusammenstehen. Nur so geht’s.“

Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League - gleich drei heiße Titel-Eisen haben die Bayern noch im Feuer. Mindestens eines wollen sie erfolgreich schmieden, um dann mit den Fans auf dem Marienplatz zu feiern. „In der letzten Zeit war ich sehr wenig in der Stadt und konnte den Ausblick auf den Rathausbalkon nicht genießen“, sagte Badstuber: „Aber ich weiß, was da auf mich zukommen könnte.“

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