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Können 'mit dem Punkt leben'

Bayern zufrieden, aber nicht glücklich

Eine mögliche Vorentscheidung im Meisterschaftskampf wurde zwar verpasst, doch unzufrieden war man beim FC Bayern nach dem 1:1 (0:0)-Unentschieden im Spitzenspiel beim Mitstreiter Bayer Leverkusen nicht: Zum Abschluss der „Wochen der Wahrheit“ und den Richtung weisenden Partien in drei Wettbewerben hat der deutsche Rekordmeister mit dem Remis bei der Werkself seine Ausgangsposition gegenüber der Konkurrenz vor dem Saisonfinale sogar noch verbessern können.

„Nach sieben Spielen in drei Wochen bin ich zufrieden. Wir sind Tabellenführer, haben unsere Position um einen Punkt ausgebaut und liegen sechs Punkte vor Leverkusen. Wir haben es jetzt in der eigenen Hand“, sagte Trainer Louis van Gaal nach dem Duell beim Tabellen-Dritten. Der Zweite, der FC Schalke 04, unterlag zuvor überraschend mit 2:4 bei Hannover 96, dem nächsten Gegner des FCB, und geht nun mit einem Zwei-Punkte-Rückstand und dem vermeintlich schwereren Restprogramm in die letzten vier Spiele.

„Noch sind wir Erster in der Liga, zwei Punkte Vorsprung, vier Spieltage vor Schluss - ich glaube, das ist okay“, meinte dann auch Bastian Schweinsteiger am späten Samstagabend. Mit einem Sieg gegen Leverkusen hätten die Bayern ihren Vorsprung sogar auf vier Punkte ausbauen können, doch „vom Spielverlauf her ist das 1:1 in Ordnung. Wir müssen mit dem Punkt heute leben“, stellte Schweinsteiger fest und merkte zufrieden an: „Wir haben die wichtigen Spiele in den letzten Tagen positiv gestaltet.“

Positiv sah es auch in der mit 30.210 Zuschauern ausverkauften BayArena aus, erst Recht, nachdem Arjen Robben den Spitzenreiter in der 51. Minute mit einem verwandelten Foulelfmeter in Führung brachte. Doch die Freude währte nur acht Minuten, dann erzielte Arturo Vidal (59.) den Ausgleich für die Leverkusener, die sowohl zuvor als auch danach gute Chancen auf weitere Treffer ungenutzt ließen. So trafen Tranquillo Barnetta (38.) und Stefan Kießling (57.) nur den Pfosten.

„Im Großen und Ganzen können wir mit dem Punkt leben“, bemerkte auch Thomas Müller, der in der Nachspielzeit von Hans Sarpei elfmeterreif am Torschuss gehindert wurde, der gute Schiedsrichter Knut Kircher verweigerte den Bayern aber einen weiteren Strafstoß. „Es wäre wohl nicht verdient gewesen, noch einen Elfmeter zu bekommen“, erklärte Van Gaal. Es sei vielmehr „enttäuschend“ gewesen, dass „wir die Führung schnell weggegeben haben.“

„Wir müssen das besser verwalten“, stimmte auch Kapitän Mark van Bommel seinem Trainer zu, der Leverkusen als eine der „spielerisch besten Mannschaften der Bundesliga“ bezeichnete. „Wir hatten zu viele Ballverluste im Aufbauspiel, da tut man sich gegen eine spielstarke Mannschaft immer schwer“, bemängelt auch Philipp Lahm. „Klar hätten wir am liebsten einen Sieg mitgenommen, aber es war eine schwere Aufgabe, ein hartes Stück Arbeit, dafür würden wir immerhin mit einem Punkt belohnt.“

Einzig Torschütze Robben war nach dem Schlusspfiff stocksauer über die verpasste Chance zur Titel-Vorentscheidung. „Ich bin nicht zufrieden. Wir wussten vor dem Spiel, dass wir vielleicht alles entscheiden können, wenn wir gewinnen“, meinte der Niederländer, „dann müssen wir nicht 100 Prozent, sondern 200 Prozent geben.“ Allerdings relativierte der Flügelflitzer auch: „Wenn man das Spiel anschaut, insbesondere die zweite Halbzeit, dann müssen wir vielleicht zufrieden sein mit einem Punkt.“

„Ich habe zu meinen Spielern gesagt, dass wir hier gewinnen müssen, aber das ist einfach gesagt. Ich bin zufrieden, aber es könnte mehr sein“, hätte auch Van Gaal gerne den „Dreier“ aus Leverkusen entführt, um noch beruhigter in die letzten vier Wochen gehen zu können. Dennoch ist der 58 Jahre alte Fußballlehrer zuversichtlich, das den restlichen Saisonverlauf angeht: „Wir haben die große Chance, wir haben es in unsere eigenen Hand. Ich glaube, dass wir Meister werden können.“

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