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Dreifacher Olic

'Der schönsten Tag in meinem Leben'

Selbst eine Platzwunde konnte ihn an diesem Abend nicht stoppen. Trotz einer blutenden Verletzung am Hinterkopf ging Ivica Olic in der 78. Minute in eine Flanke von Philipp Lahm und drückte die Kugel mit dem Kopf gegen die Laufrichtung von Lyon-Keeper Hugo Lloris in die Maschen. Es war das 3:0 und Olic‘ dritter Treffer in dem wahrscheinlich besten Spiel seiner Karriere.

„Ich wollte nicht rausgehen, weil ich das Gefühl hatte, dass ich noch ein paar Tore machen kann“, berichtete der Kroate nach Schlusspfiff von einer Diskussion mit Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Trainer Louis van Gaal an der Seitenlinie. Zwei Mal hatte Olic zu diesem Zeitpunkt bereits getroffen, in der 26. Minute nach toller Vorarbeit von Thomas Müller mit rechts und in der 67. Minute nach prima Zuspiel von Hamit Altintop mit links. Der Finaleinzug war da praktisch schon perfekt, doch Olic hatte noch nicht genug.

„Drei Tore in so einem Spiel, das ist überragend, ein Traum“, sagte der 30-Jährige nach dem Spiel fast schon etwas ungläubig über das, was er gerade im Stade de Gerland abgeliefert hatte. Im Halbfinal-Rückspiel erzielte der ehemalige Hamburger seine Tore fünf bis sieben in der laufenden Champions-League-Saison - nur Lionel Messi vom FC Barcelona traf noch öfters (8) - und hatte damit maßgeblichen Anteil am Finaleinzug seiner Mannschaft.

„Er hat drei Tore gemacht, aber auch in der Ordnung phantastisch gespielt. Wir wissen, dass wir immer auf ihn zählen können“, sagte Van Gaal über Olic, dessen bisherige Treffer in der Königsklasse alle entscheidend waren. Durch sein Tor gewann der FCB gegen Maccabi Haifa mit 1:0 und ging dadurch in das Gruppenendspiel gegen Juve. In Turin brachte er seine Mannschaft mit dem Tor zum 2:1 auf Achtelfinalkurs, im Viertelfinale erzielte er im Hinspiel das späte 2:1-Siegtor gegen Manchester United und im Old Trafford brachte er den Rekormeister beim Stand von 0:3 zurück ins Spiel.

Er läuft, läuft, läuft und trifft, trifft, trifft

Aber es sind nicht nur seine Tore, die Olic, der letzten Sommer ablösefrei vom Hamburger SV nach München wechselte, miitlerweile so unbezahlbar für den FC Bayern machen. „Er ist wichtig für die Mannschaft, weil er ein akribischer Arbeiter ist und keinen Ball verloren gibt“, lobte Philipp Lahm den nimmermüden Dauerläufer. „Er ist einfach fußballverrückt. Er gibt immer alles und kommt dann nach dem Spiel auf den Felgen daher“, sagte Thomas Müller über seinen Sturmpartner der letzten Wochen.

„Vielleicht gelingt mir ja das Spiel meines Lebens“, hatte der Kroate hoffnungsvoll vor dem Spiel gesagt. Nach seinen drei Toren - nur der Italiener Alessandro del Piero traf bisher in einem Halbfinale der Champions League so oft - meinte er freudestrahlend: „Das war heute der schönsten Tag in meinem Leben.“ Diesen will Olic am 22. Mai in Madrid noch toppen.

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