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Miroslav Klose im Interview

'Der unangenehmste Gegner? Kohler!'

Es war der 15. April 2000, als Miroslav Klose erstmals die Bundesliga-Bühne betrat. Im Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Eintracht Frankfurt wurde er eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt. Zehn Jahre darauf trägt Klose das Trikot des FC Bayern. Mit der Redaktion des „Bayern-Magazins" sprach er über sein Jubiläum in der höchsten deutschen Spielklasse und warum er froh ist, nur zwei Jahre seiner erfolgreichen Karriere mit Jürgen Kohler geteilt zu haben.

Das Interview mit Miroslav Klose:

Bayern-Magazin: Herzlichen Glückwunsch, Miro. Vor zehn Jahren, am 15. April 2000 hast Du Dein erstes Bundesligaspiel bestritten. Kannst Du Dich daran erinnern?
Miroslav Klose: „Aber natürlich! Da haben wir mit dem 1. FC Kaiserslautern gegen Eintracht Frankfurt gespielt. Ich wurde eine Viertelstunde vor Schluss für Jörgen Pettersson eingewechselt, wir haben 1:0 gewonnen durch ein Tor von Marco Reich. Es war ein ziemlich knappes Spiel, aber wir konnten die Führung über die Runden bringen. Der Betzenberg hat gebebt, das war unglaublich nach dem Spiel – so etwas vergisst man nie!“

Bayern-Magazin: So detailliert wie Du es beschreibst, hätte es auch gestern sein können…
Klose: „Ja, ich kann mich wirklich nicht an alle Spiele meiner Karriere erinnern, aber der erste Einsatz in der Bundesliga, davon träumt man doch als kleiner Junge, da saugt man alles auf. Ich hatte in dieser Saison dann noch einen Einsatz in Wolfsburg, allerdings dauerte der nur ein paar Minuten. An was ich mich aber auch noch bestens erinnere, ist mein erster Bundesliga-Einsatz von Beginn an, das war in der darauffolgenden Saison zu Hause gegen den VfB Stuttgart. Mein Gegenspieler war Pablo Thiam und ich habe die Tage vorher mit unserem Trainer Otto Rehhagel intensive Video-Analysen gehabt: Stärken und Schwächen in der Offensive und Defensive. Ich wusste alles über ihn (lacht).“

Bayern-Magazin: Zehn Jahre später stehen 284 Bundesligaspiele und 119 Tore auf Deinem Konto. Gibt es einen Treffer, der herausragt?
Klose: „Spontan fällt mir da ein Tor ein im Weserstadion für Bremen gegen den 1. FC Köln. Da habe ich den Ball mit links volley genommen und ins lange Eck in den Giebel getroffen. Das war vielleicht das schönste Tor meiner Karriere, zumindest in der Bundesliga.“

Bayern-Magazin: Weißt Du auswendig, wie viele Dreierpacks Dir in Deiner Bundesliga-Laufbahn gelungen sind?
Klose: „Mmhh, ich würde jetzt mal schätzen drei oder vier.“

Bayern-Magazin: Richtig, vier Mal hast Du in der Bundesliga drei Treffer in einem Spiel erzielt. Da geht man abends heim und könnte die Welt umarmen, oder wie ist das?
Klose: „Wenn Dir in einem Spiel ein früher Treffer gelingt, dann fällt viel Anspannung von dir ab – zumindest mir ging es immer so, dass ich mich irgendwie erleichtert gefühlt habe. Und wenn die Nervosität weg ist und du nicht mehr so viel denkst, dann läuft es meistens fast von allein.“

Bayern-Magazin: Hast Du von solch besonderen Momenten auch Souvenirs, also Trikots oder Spielbälle?
Klose: „Zu Beginn meiner Laufbahn habe ich Trikots gesammelt, wirklich von jedem Spiel. Aber nach drei, vier Jahren habe ich damit aufgehört, weil es irgendwann natürlich zu viel wurde. Da bin ich dann umgestiegen auf Bälle – und das mache ich auch heute noch. Von besonderen Spielen versuche ich, mir einen Ball mitzunehmen, vor allem aus der Champions League oder von der Nationalmannschaft. Ich habe von jedem Turnier, bei dem ich mit der Nationalelf war, einen Ball. Die liegen bei mir zu Hause fein säuberlich in einer Leiste aufgereiht, die ich mir dafür unter die Decke gebaut habe – das habe ich ja mal gelernt…“

Bayern-Magazin: Und die Trikots liegen aufgestapelt im Schrank?
Klose: „Die Trikots sind in meiner Heimat, dort habe ich in der Nähe meiner Eltern ein Haus gebaut. Da habe ich mir für die Zeit nach meiner aktiven Karriere einen schönen Raum eingerichtet mit Erinnerungen.“

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