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'Tor des Jahres'

Ein Treffer für die Geschichtsbücher

Traumtor gegen Florenz, Turbo-Solo gegen Schalke - und jetzt der nächste Geniestreich im Viertelfinale: Arjen Robben ist für den FC Bayern der Mann für die entscheidenden Tore in den Alles-oder-Nichts-Spielen. Mit seinem Weltklasse-Tor gegen Manchester United hievte der niederländische Dribbelkünstler den deutschen Rekordmeister am Mittwochabend im „Theater der Träume“ zum ersten Mal seit 2001 wieder ins Halbfinale der Champions League.

„Von solchen Toren in so einer Atmosphäre träumt man als kleines Kind“, sagte Robben nach seinem spektakulären Volleyschuss zum 2:3-Endstand. Sekundenlang segelte die Ecke von Franck Ribéry durch die Luft, Robben fixierte den Ball, dann schloss der 26-Jährige technisch perfekt und spektakulär ab. „Der Ball kommt und ich habe versucht, ruhig zu bleiben. Man kann mit Kraft schießen, aber man kann auch mit Technik schießen. Technik war die bessere Lösung“, sagte er - und grinste.

Denn fast wäre es zu seinem neuerlichen Geniestreich gar nicht gekommen. „Eigentlich sollte ich schon ausgewechselt werden, aber ich habe gesagt, warte noch ein bisschen, es geht noch“, verriet Robben, der nach seiner Wadenverletzung maximal „60, 70 Minuten“ hätte spielen sollen. „Das war der Plan, aber es ist immer in solchen Spielen: das sind die wichtigen Spiele in der Saison, da muss man auch ein bisschen Risiko nehmen.“ So gab er das Signal an die Bank: „Warte noch ein bisschen, es geht noch. Dann habe ich das Tor geschossen.“

„Ich habe zunächst gedacht, was macht der Franck denn da. Dann habe ich gemerkt, dass das mit Arjen abgestimmt war und dass er ihn dann so unglaublich trifft, das war einfach - wie die zwei halt sind – Weltklasse“, frohlockte Vereinspräsident Uli Hoeneß nach der denkwürdigen Partie in Old Trafford und einem Tor für die Geschichtsbücher. Auch Ehrenpräsident Franz Beckenbauer schwärmte: „Ein Traumtor. Besser kann man’s nicht machen. Tor des Monats mindestens. Tor des Jahres!“

Viel Können und ein bisschen Glück

Es war bereits Robbens 15. Pflichtspieltreffer – und zum elften Mal ein entscheidender. „Das war ein sehr schönes Tor, aber wenn er noch mal schießt, finden wir den Ball nicht mehr“, scherzte Kapitän Mark van Bommel über seinen Landsmann, wohlwissend, dass neben ganz viel Können auch ein Quentchen Glück mit im Spiel war. „Man kann es nicht so trainieren, das ist schwierig“, räumte der Torschütze ein.

Ob in Florenz, auf Schalke oder in der Bundesliga gegen Bremen oder Freiburg - der einst als verletzungsanfällig geltende Angreifer hat sich beim FC Bayern nicht nur zum Mann für die wichtigen Tore entwickelt, sondern auch zu einem der beständigsten Spieler im Kader von Trainer Louis van Gaal („Das Tor von Robben war unglaublich“). Denn anders als bei seinen vorangegangenen Stationen FC Chelsea und Real Madrid spielt Robben beim FCB mit Ausnahme kleinerer Blessuren kontinuierlich.

Schon zweimal im Halbfinale

Auch ein Zeichen dafür, dass sich der zweifache Familienvater pudelwohl fühlt an seiner neuen Wirkungsstätte. Das soll sich in den nächsten Wochen noch verstärken, denn Robben will mit den Bayern Titel gewinnen. „Ich habe schon zweimal mit Chelsea auch das Halbfinale erreicht und nicht gewonnen. Ich hoffe, es jetzt besser zu machen. Bis heute ist es eine super Saison, aber wir müssen noch weitergehen.“

Ein Finale im Bernabeu-Stadion von Madrid wäre sicher etwas ganz Besonderes für Robben, der bis letzten August noch in Diensten der „Königlichen“ war und von deren Fans inzwischen schmerzlich vermisst wird. „Aber es wird noch ein schwieriger Weg“, räumte Robben vor den beiden Halbfinal-Duellen mit Olympique Lyon ein. Am Finalort jedenfalls kennt er sich bestens aus. Kurz nach dem Schlusspfiff in Manchester bekam er eine SMS von seinem Schwager: „Du kennst den Weg nach Madrid schon.“

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