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Tragische Figur

FCB hofft auf mildes Ribéry-Urteil

Alles war bereitet für einen großen Fußball-Abend. Mit einer gigantischen Choreografie hießen die Fans des FC Bayern ihr Team im weiten Rund der Allianz Arena zum Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Olympique Lyon willkommen. Und mit der Flügelzange „Rib & Rob“ in der Startelf sollte der Grundstein für den ersten Finaleinzug seit 2001 gelegt werden. Doch während Arjen Robben einmal mehr zum Matchwinner avancierte (eigener Bericht), wurde es für Franck Ribéry ein ganz bitterer Abend.

Er hatte sich viel vorgenommen, der kleine Franzose, der sehr motiviert in das Duell mit seinen Landsleuten ging. Von Beginn an machte er Druck auf der linken Seite, dribbelte und rackerte und suchte mehrmals den Torabschluss. Doch dann kam die 37. Spielminute: Nach einem unglücklichen Tritt gegen Lisandro Lopez wurde der 27-Jährige vom italienischen Schiedsrichter Roberto Rosetti zum Entsetzen der 66.000 Zuschauer des Feldes verwiesen. Glatt Rot nach dem ersten begangenen Foul im Spiel.

„Ich glaube, dass man die nicht geben kann. Das ist ein Foul von vorne gewesen, nicht von hinten und auch nicht von der Seite. Ob man überhaupt etwas machen kann, ist fraglich, aber wenn, dann muss man Gelb geben. In so einer Situation Rot zu geben, halte ich für sehr fragwürdig“, kritisierte Vereinspräsident Uli Hoeneß hinterher den Platzverweis für den Offensivspieler. Für Sportdirektor Christian Nerlinger wäre „eine gelbe Karte angemessen“ gewesen.

„Es war sicherlich eine harte Entscheidung, Franck in der Situation vom Platz zu stellen“, stimmte auch Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge zu. „Ich fand es zu hart, aber wir müssen es leider akzeptieren. Es nützt nichts, den Schiedsrichter zu kritisieren. Er hat so entschieden, das kann man leider jetzt nicht mehr ändern“, ergriff Rummenigge Partei für den Weltschiedsrichter des Jahres 2008, der „kein einfaches Spiel“ zu leiten hatte. „Es war ein sehr emotionales Spiel.“

In Lyon definitiv gesperrt

In einem möglicherweise ähnlich emotionalen Rückspiel in Lyon am kommenden Dienstag wird Ribéry dem Rekordmeister definitiv fehlen. Ob er für mehr als ein Spiel - und damit auch für ein eventuelles Finale am 22. Mai in Madrid - gesperrt wird, entscheidet sich erst einen Tag nach dem Rückspiel, am 28. April, wenn die Kontroll- und Disziplinarkommission der UEFA das nächste Mal zusammenkommt.

„Ich hoffe jetzt, dass die UEFA auch gesehen hat, dass die Entscheidung extrem hart war und dass sie die Sperre so auslegt, dass er, sollten wir das Finale erreichen, dann wieder zur Verfügung steht“, hofft Rummenigge auf ein mildes Strafmaß. Auch Trainer Louis van Gaal hofft, dass sein Spieler Nummer sieben lediglich „für ein Spiel“ gesperrt wird. „Ich denke, wenn die Kommission auch diese Bilder sieht, dann sind sie meiner Meinung.“

Schwer zu trösten

So müssen sich die Bayern und Ribéry, der die zweite Halbzeit des Lyon-Spiels in der Kabine vor dem Fernseher verfolgte und kurz nach dem Schlusspfiff die Arena verließ, nun gedulden, ehe die endgültige Entscheidung seitens der UEFA fällt. Vorwürfe wegen des Platzverweises gab es von Vereinsseite keine, im Gegenteil. „Bayern München ist eine große Familie und bei großen Familien hält man zusammen“, betonte Rummenigge.

„Natürlich wird es heute sehr, sehr schwer, ihn zu trösten, auch morgen wird es schwer“, erklärte auch Philipp Lahm nach dem Spiel. Ribéry sei ein „exzellenter Fußballer, er will immer gewinnen, er will Titel gewinnen. Dann ist natürlich bitter, wenn er im Rückspiel nicht zur Verfügung steht.“ Umso wichtiger sei es für den Ausnahmekicker nun, den „Blick wieder auf die Bundesliga zu richten“, so Lahm.

Und da können sich die nächsten beiden Gegner des FCB, Borussia Mönchengladbach und der VfL Bochum, schon jetzt auf einen motivierten und ausgeruhten Ribéry freuen. „Ich denke, er kommt am Samstag wieder stark zurück“, kündigte Arjen Robben an.

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