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Mark van Bommel im Interview

'Gewonnen haben wir noch gar nichts'

Mark van Bommel hat schon einige Schlachten in seinem Fußballerleben geschlagen, doch das Spiel am Mittwochabend bei Manchester United wird der 32-Jährige bestimmt ganz weit vorne mit einstufen. 0:3 lagen er und seine Teamkollegen schon hinten, „eigentlich waren wir schon weg“, aber mit der in den letzten Wochen so typischen Mentalität kämpften sich Van Bommel und Co. doch noch ins Halbfinale. fcbayern.de sprach mit dem Bayern-Kapitän während des Fest-Banketts über den Wahnsinn von Old Trafford und wie sehr es ihn schmerzt, dass er im Halbfinalhinspiel gesperrt zuschauen muss.

Das Interview im Überblick:

fcbayern.de: Mark, wie fühlt man sich, wenn man zu den vier besten Mannschaften in Europa gehört?
Mark van Bommel: „Das ist ein sehr schönes und gutes Gefühl. Für mich ist es bereits das dritte Halbfinale in der Champions League, das ist nicht so schlecht.“

fcbayern.de: Es war wieder mal ein echter Krimi. Warum habt ihr euch in der Anfangsphase so schwer getan, in dieses Spiel zu finden?
Van Bommel: „Wir haben das überhaupt nicht gut gemacht. Wir haben uns von Anfang an hinten reindrücken lassen, kamen in den Zweikämpfen immer einen Schritt zu spät. Erst nach dem 0:2 haben wir es ein bisschen besser umgesetzt und durch das 1:3 sind wir zurück im Spiel gewesen.“

fcbayern.de: Dafür habt ihr in Halbzeit zwei gerade nach dem Platzverweis sehr clever gespielt.
Van Bommel: „Das stimmt. Es muss nicht immer ein Vorteil sein, wenn man in Überzahl spielt. Das hat man erst am Samstag in Schalke gesehen, als wir zu Zehnt überhaupt nichts zugelassen haben. Wir haben das sehr gut gelöst mit Franck und Arjen ganz weit auf den Außen, da haben wir den Ball laufen lassen und geduldig auf die Lücken gewartet. Das 2:3 war dann sicherlich verdient, doch eigentlich waren wir nach 0:3 schon weg.“

fcbayern.de: Beim 0:3 wurden Erinnerungen warch an das Viertelfinalspiel vor einem Jahr in Barcelona…
Van Bommel: „Ja, aber wir hatten heute auch schon vor dem 0:3 ein paar gute Ballstafetten dabei und die prima Chance von Ivi beim Stand von 0:2. In Barcelona hatten wir gar nichts. Wir hatten heute das nötige Glück durch das schnelle 1:3 und haben dann auch ganz viel Charakter gezeigt. Wir haben verloren, aber es war eine schöne Niederlage.“

fcbayern.de: Charakter, Wille Leidenschaft – sind das die Eigenschaften, die euch momentan gerade in diesen großen Spielen auszeichnen?
Van Bommel: „Ja, das haben wir schon oft gezeigt. Ich kann nur betonen: Diese Mannschaft funktioniert.“

fcbayern.de: Beim ersten Halbfinale musst du gelb-gesperrt zuschauen. Wir groß ist dieser Wehmutstropfen?
Van Bommel: „Das ist sehr schade. Meiner Meinung nach war das keine Gelbe Karte, aber gut, ich muss damit leben. Wir haben im Hinspiel gegen Manchester den Bastian ersetzt, da wird uns das jetzt nicht umwerfen.“

fcbayern.de: Für den FC Bayern ist es das erste Halbfinale seit 2001. Sind da ein paar Träume erlaubt?
Van Bommel: „Nein! Samstag wartet schon wieder Leverkusen, da bleibt keine Zeit zum Träumen. Wir sind zwar Tabellenführer, stehen im Pokalfinale und jetzt auch im Halbfinale der Champions League, aber gewonnen haben wir noch gar nichts. Und ich warne jetzt schon vor Olympique Lyon. Das ist eine ganz schwierig zu spielende Mannschaft.“

fcbayern.de: Ihr fahrt erst gar nicht zurück nach München, sondern bezieht vor dem Leverkusen-Spiel gleich Quartier vor Ort. Eine gute Maßnahme?
Van Bommel: „Ja, ich denke schon. Ab jetzt zählt für uns nur noch Leverkusen, da müssen wir den ganzen Fokus drauf richten. Das Spiel wird für uns noch schwerer als das in Schalke und wir dürfen uns in der Liga nichts mehr erlauben. Wir haben es uns leider selbst eingebrockt, dass wir nur einen Punkt vorne stehen und nicht schon ein paar mehr. Wir wollen Meister werden, da müssen wir in Leverkusen gewinnen, um Schalke auf Distanz zu halten.“

Das Interview führte: Dirk Hauser

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