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Robben will Titel

'Ich bin froh, dass ich hier bin'

Viel gesehen hat Arjen Robben von seiner neuen Heimat noch nicht. „Ein bisschen von Grünwald“, sagte der Niederländer, der Ende August letzten Jahres von Real Madrid zum FC Bayern gewechselt ist. Auch zu Beginn dieser Woche nahm er sich dazu nicht viel Zeit, obwohl Trainer Louis van Gaal seiner Mannschaft zwei Tage trainigsfrei gab.

An einem Tag habe er an der Säbener Straße intensiv mit den Physiotherapeuten gearbeitet, berichtete Robben am Donnerstag. Der 26-jährige Turbodribbler legt besonders viel Wert auf die Pflege seines Körpers, um in den vielen englischen Wochen Spiel für Spiel Höchstleistungen bringen zu können. „Am anderen Tag habe ich für den Geburtstag meines Sohnes eingekauft und war mit der Familie im Zoo. Das war schön.“ Zwischen Streichelgehege und Polarium suchte er etwas Zerstreuung und sammelte Kraft für den Saisonendspurt.

Trotz der noch fehlenden Ortskenntnisse ist München für Robben mittlerweile viel mehr als nur der Ort, an dem er durch Fußballspielen seine Brötchen verdient. Das liegt in erster Linie an seinem Arbeitgeber. „Bayern ist ein Familienverein. Sie haben vom ersten Tag an alles für mich und meine Familie gemacht. Wir fühlen uns wohl hier“, lobte Robben. Vor drei Wochen kam seine Tochter in München zur Welt. Er habe sich vom ersten Tag an willkommen gefühlt „und großes Vertrauen gespürt, dass ich ein wichtiger Spieler für diese Mannschaft sein kann.“ In Madrid hatte man ihm nur noch eine Joker-Rolle angeboten.

Und dieses Vertrauen der Bayern hat Robben mit guten Leistung und vielen wichtigen Toren in den letzten Wochen zurückgezahlt. Durch sein Jahrhundertsolo gegen Schalke zog der FCB ins Pokalfinale ein, mit seinen Traumtoren in Florenz und Manchester schoss er den Rekordmeister jeweils in die nächste Runde der Champions League. Mit elf Treffern ist er bester Torschütze der Bayern in der Bundesliga. „Ich bin froh, dass ich hier bin“, sagte der Flügelflitzer und betonte: „Ich will mit diesem Verein Erfolge feiern.“

'Keine großen Chancen in der Champions League'

Gleich drei Mal bietet sich Robben und seinen Kollegen dazu in dieser Saison noch die Möglichkeit. In der Bundesliga führt der FCB vier Spieltage vor Schluss die Tabelle an, das Pokalfinale ist bereits erreicht und im Halbfinale der Champions League geht es nun gegen Olympique Lyon um den Einzug ins Madrider Finale. „Wir sind in einer super Ausgangsposition, um Titel zu gewinnen“, sagte er, und hob mahnend den Finger: „Wir hatten zuletzt drei überragende Wochen, aber wir müssen aufpassen, denn wir haben noch nichts gewonnen.“

Robben warnte davor, sich von der Euphorie der Fans und der Medien anstecken zu lassen. Vom möglichen Triple wollte er erst gar nicht sprechen. „Barcelona hat immer noch eine bessere Mannschaft als wir, deswegen sehe ich in der Champions League keine großen Chancen. Wir müssen Meister werden und vielleicht auch den Pokal gewinnen, aber drei Titel zu gewinnen wird sehr schwierig.“

Van Gaal sieht Erwartungshaltung zu hoch

Auch Van Gaal trat am Donnerstag im FCB.tv-Interview auf die Euphoriebremse - gerade was die Champions League angeht. „Die Erwartungshaltung ist zu hoch“, sagte der Bayern-Coach. „Es ist unglaublich, was wir bisher geleistet haben, aber wir sind nicht die beste Mannschaft in Europa. Wir wollen das werden, aber wir sind es noch nicht.“

Robben, der zuvor schon bei den Topklubs PSV Eindhoven, FC Chelsea und Real spielte, will auch in Zukunft seinen Beitrag dazu leisten, noch näher an die europäische Spitze heranzurücken, aber auch schon in dieser Saison Erfolge feiern. „Wir können eine super Saison haben“, sagte er, „aber wir müssen jetzt von Spiel zu Spiel denken.“ Spätestens nach dem Bundesligafinale am 8. Mai könnte er dann vielleicht auch mal einen Blick auf die Münchner Innenstadt werfen: Mit der Meisterschale in der Hand vom Rathausbalkon am Marienplatz.

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